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159 Todesopfer Nach mehr als 30 Jahren: Brand auf Fähre "Scandinavian Star" soll erneut untersucht werden

Feuerwehrleute versuchen die Fähre "Scandinavian Star" zu löschen
Feuerwehrleute versuchen die Fähre "Scandinavian Star" zu löschen. Die verheerende Brandkatastrophe auf der Nordsee-Fähre "Scandinavian Star" mit 159 Todesopfern soll nach mehr als 30 Jahren noch einmal untersucht werden. 
© Peter Dejong/AP / DPA
Vor mehr als 30 Jahren kamen bei einem Feuer auf der Fähre "Scandinavian Star" mehr als 150 Menschen ums Leben. Als Ursache gilt Brandstiftung, doch der Fall wurde nie vollständig aufgeklärt. Nun will Dänemark Licht ins Dunkel bringen.

Es ist eine der schwersten Brandkatastrophen Skandinaviens der jüngeren Geschichte – und ein Trauma für die Länder Norwegen und Dänemark: In der Nacht zum 7. April 1990 kommt es auf der Nordsee-Fähre "Scandinavian Star" zu einem Großbrand. Die Fähre war mit rund 480 Menschen an Bord auf dem Weg von Oslo nach Frederikshavn im Norden Dänemarks, als mehrere Feuer ausbrachen. 159 Menschen kamen ums Leben. Mehr zur Katastrophe auf der "Star" können Sie hier lesen:

Nun will Dänemark die Katastrophe noch einmal untersuchen. Nick Hækkerup, Justizminister des Landes, einigte sich mit Vertreter:innen mehrerer Parteien des dänischen Parlaments darauf, eine unabhängige Arbeitsgruppe einzurichten, die Reederei-, Eigentums- und Versicherungsverhältnisse näher untersuchen soll, wie das Justizministerium mitteilte. Die Task Force soll innerhalb von rund anderthalb Jahren ihre Ergebnisse vorlegen.

Fall "Scandinavian Star" nicht vollständig aufgeklärt

Sollten dabei neue Informationen zutage kommen, könnten möglicherweise neue Ermittlungen ausgenommen werden. "Die Untersuchung wird hoffentlich mehr Licht in den Sachverhalt bringen können, und die Task Force muss beurteilen, ob es Gründe für die Polizei gibt, eine weitere Untersuchung der Brandstiftung einzuleiten", sagte Hækkerup.

Bis heute ist der Fall "Scandinavian Star" nicht vollständig aufgeklärt. Als Brandursache gilt wahrscheinlich Brandstiftung. Ermittlungen hatten ergeben, dass das Feuer an verschiedenen Stellen auf dem Schiff ausgebrochen war. Ermittler bemängelten die mangelnde Sicherheit an Bord des ehemaligen Kasinoschiffes. Alarmsignale sollen zu leise und die Anordnung der Flure auf den Decks verwirrend gewesen sein. Der Großteil der Todesopfer starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Außerdem soll es nicht genügend kompetentes Personal an Bord auf der "Star" gegeben haben. 

Sabotage und Versicherungsbetrug vermutet

Angehörige warten bis heute auf Antworten und kritisierten die Ermittlungen. Sie sind der Ansicht, dass der Brand auf versuchten Versicherungsschwindel zurückgeht. Der ehemalige Ermittler Flemming Thue Jensen behauptete in einem Fernsehinterview im Jahr 2016, es habe Sabotage an Bord gegeben: "Daran gibt es keinen Zweifel. Das war eine absichtliche Handlung."

Norwegen hatte bereits 2014 erneut Ermittlungen aufgenommen. 2015 stimmte das dortige Parlament dafür, die Verjährungsfrist für Brandstiftung mit Todesfolge ("Mordbrand") aufzuheben, um zukünftige Ermittlungen möglich zu machen. Nur ein Jahr darauf wurde der Fall wieder zu den Akten gelegt.
Quellen: Justizministerium Dänemark, Nachrichtenagentur DPA

rw

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