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Experimentelles Medikament in Liberia eingetroffen

Zwei Ärzte in Liberia bekommen als erste Afrikaner ein noch nicht zugelassenes Ebola-Medikament. Größere Vorräte an solchen Präparaten gibt es allerdings nicht - und die Epidemie weitet sich aus.

Ebola-Kontrolle am Flughafen von Abidjan in der Elfenbeinküste: Nigeria ist wegen der tödlichen Seuche weitgehend isoliert

Ebola-Kontrolle am Flughafen von Abidjan in der Elfenbeinküste: Nigeria ist wegen der tödlichen Seuche weitgehend isoliert

Erstmals wird das experimentelle Ebola-Medikament "ZMapp" auch in Afrika eingesetzt. Mehrere Dosen des Mittels seien am Mittwochabend aus den USA nach Monrovia geliefert worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Es handele sich aber nur um geringe Mengen des Präparats, da das bisher kaum erprobte Mittel noch nicht in größeren Mengen produziert wird. Das Antikörper-Präparat sollte zunächst zwei infizierten Ärzten verabreicht werden.

Zuvor waren bereits zwei Amerikaner und ein Spanier mit "ZMapp" behandelt worden. Der an Vorerkrankungen leidende Spanier starb allerdings dennoch an den Folgen des Virus. "ZMapp" hat noch nicht die für eine Zulassung nötigen klinischen Studien durchlaufen, es war nur an Affen getestet worden. Seine Wirkung beim Menschen ist darum ebenso unklar wie mögliche Nebenwirkungen.

Liberia droht Lebensmittelknappheit

Derweil hat Guinea als letztes der vier von Ebola betroffenen Länder den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Damit seien nach Angaben von Präsident Alpha Conde zahlreiche Maßnahmen verbunden, darunter striktere Kontrollen an den Grenzen und die sofortige Isolierung von Menschen, die Symptome aufweisen. Zudem dürften keine Leichen mehr von einem Ort an einen anderen transportiert werden. "Jeder, der sich weigert, diese Maßnahmen zu beachten, wird als Risiko für die öffentliche Gesundheit betrachtet und streng bestraft werden", erklärte Conde im staatlichen Fernsehen.

In Liberia droht wegen der Epidemie inzwischen eine Lebensmittelknappheit. Auch andere lebenswichtige Güter können das Land kaum noch erreichen, nachdem das Nachbarland Elfenbeinküste den Schiffsverkehr aus den betroffenen Ländern durch seine Gewässer verboten hat. Die Anordnung, die für unbestimmte Zeit andauern soll, sei von der Hafenbehörde in der Hauptstadt Abidjan verbreitet worden, berichtete die Zeitung "Front Page Africa".

Auch der Luftverkehr aus und nach Liberia nimmt immer weiter ab. Die Gesellschaften Air France, British Airways, ASky und Arik haben ihre Flüge nach Monrovia bereits eingestellt. Die amerikanische Delta kündigte an, der letzte Flug der Gesellschaft starte am 27. August.

Mittlerweile fast 2000 Ebola-Fälle erfasst

Negative Auswirkungen hat die Seuche mittlerweile auch auf internationale Sportveranstaltungen: Auf Druck der chinesischen Behörden zogen sich die Teams von Sierra Leone und Nigeria Berichten zufolge von den Olympischen Jugendspielen in Nanjing zurück. Die Veranstaltung findet vom 16. bis 28. August statt.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte: "Wir müssen die Sicherheit aller Teilnehmer und die Rechte der jungen Athleten aus den betroffenen Ländern abwägen." Das IOC bedauere, dass "die Sportler doppelt leiden - unter dem Ausbruch der Krankheit in ihrem Land und darunter, dass sie nicht teilnehmen". Insgesamt sind bei der Weltgesundheitsorganisation mittlerweile fast 2000 Ebola-Fälle erfasst, über 1000 Menschen sind bereits gestorben. Das Virus wird über Körperflüssigkeiten wie Blut, Schweiß und Speichel übertragen.

Von Ebola war erstmals im März aus Guinea berichtet worden, erste Erkrankungen gab es in der Region aber wohl schon im Dezember. Das Virus hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es handelt sich um die erste Ebola-Epidemie in Westafrika und den schlimmsten Ausbruch der Krankheit, der bisher registriert wurde.

amt/DPA/DPA

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