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El Salvador: Erzbischof Óscar Romero wird seliggesprochen

Der Mord an dem populären Erzbischof Romero löste einst den Bürgerkrieg in El Salvador aus. Nun hat der Vatikan den Anwalt der Unterdrückten in dem mittelamerikanischen Land seliggesprochen.

Tausende begrüßen in San Salvador die Seligsprechung des ermordeten Erzbischofs Óscar Romero

Tausende begrüßen in San Salvador die Seligsprechung des ermordeten Erzbischofs Óscar Romero

35 Jahre nach dem Mordanschlag auf Óscar Romero ist der salvadorianische Erzbischof seliggesprochen worden. Hunderttausende Gläubige, mehrere Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche kirchliche Würdenträger wohnten der Zeremonie am Samstag in San Salvador bei. "Er war ein Prophet der Liebe Gottes", sagte der italienische Kurienkardinal Angelo Amato, der die Messe leitete. Nach der Seligsprechung wurde ein riesiges Porträt von Erzbischof Romero enthüllt. 

"Romero liebte sein Volk", sagte der Kurienerzbischof Vicenzo Paglia, der die Seligsprechung im Vatikan vorangetrieben hatte. "Für sein Land und die gesamte Kirche war er ein Hirte, der die Armen verteidigte." In dem apostolischen Brief von Papst Franziskus hieß es: "Romero hat mit der Kraft der Liebe Frieden geschaffen und mit seinem Leben Zeugnis für den Glauben abgelegt."

Priester trugen die Reliquien Romeros durch die Menge, darunter das blutverschmierte Hemd, in dem er gestorben war. "Romero ist ein weiterer heller Stern, der das Firmament Lateinamerikas erhellt", sagte Kardinal .

Bereits Stunden vor Beginn der Zeremonie waren die Menschen zu Tausenden auf den Platz Salvador del Mundo im Zentrum der Hauptstadt geströmt. Sie skandierten "Romero, Romero" und sangen religiöse Lieder. Auf Transparenten und Fahnen war zu lesen: "Märtyrer der " und "Heiliger von Amerika".

Beginn eines blutigen Bürgerkriegs

Romero war 1980 von einem Mitglied eine Todesschwadron erschossen worden, als er gerade die Messe feierte. Er hatte sich für die Belange der Armen eingesetzt und damit die reichen Eliten und das Militär gegen sich aufgebracht. Drahtzieher des war Geheimdienstmajor Roberto D'Aubuisson, der später die rechte Arena-Partei gründete, die die Politik des mittelamerikanischen Landes jahrelang bestimmte.

Nach dem Attentat auf Romero brach in ein Bürgerkrieg zwischen den staatlichen Sicherheitskräften, rechten Todesschwadronen und linksgerichteten Guerillagruppen aus. Bis 1992 kamen in dem Konflikt rund 75.000 Menschen ums Leben.

Experten hoffen, dass die Seligsprechung von Romero das politisch noch immer tief gespaltene Land eint. "Jetzt kann der Prozess der Versöhnung weitergehen", sagte der Leiter des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Bernd Klaschka, der Nachrichtenagentur DPA vor der Seligsprechung.

ono/DPA/DPA