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Ex-Post-Chef: Zumwinkel verlässt Deutschland

Stiller Abgang von Klaus Zumwinkel: Nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung hat der Ex-Postchef die von ihm gemietete Villa in einem Kölner Nobelviertel geräumt. Der neue Wohnsitz des ehemaligen Spitzenmanagers liegt in Italien.

Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, hat Deutschland den Rücken gekehrt. Zumwinkel habe sich vor einigen Tagen ordnungsgemäß abgemeldet und wolle jetzt ganz in seine Burg am Gardasee ziehen, bestätigte am Montag ein Sprecher des Landgerichts Bochum. Augenzeugen zufolge wurden bereits gegen Ende der vergangenen Woche Umzugslaster vor der gemieteten Villa des Ex-Managers im noblen Kölner Stadtteil Marienburg beladen.

Zumwinkel müsse jeden Wohnsitzwechsel mitteilen, das gehöre zu den Bewährungsauflagen, sagte der Gerichtssprecher. Allerdings sei der ehemalige Postchef wohl auch in Italien für die deutsche Justiz erreichbar. "Alles was EU ist, geht", so der Sprecher. Zumwinkel hatte die mittelalterliche Burg auf einem Felsvorsprung laut "Bild"-Zeitung 1997 gekauft.

Das Bochumer Landgericht hatte Zumwinkel wegen Steuerhinterziehung von knapp 970.000 Euro über eine Stiftung in Liechtenstein zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die Richter entschieden zudem, dass der 65-Jährige bis Jahresende eine Geldbuße von einer Million Euro zahlen muss.

Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft hatten vor fast genau einem Jahr, am 14. Februar 2008, Zumwinkels Villa und sein Büro in Bonn durchsucht. Der damalige Spitzenmanager musste in der Folge von allen Posten zurücktreten.

AP / AP