VG-Wort Pixel

Germanwings-Absturz So ist die Lage am Flughafen Düsseldorf


Es ist wohl das Schlimmste, was Angehörigen am Airport widerfahren kann: Die Lieben, die man abholen möchte, saßen in einer Unglücksmaschine. Ein Fotograf berichtet aus Düsseldorf.

Den Absturz von Germanwings-Flug 4U9525 hat niemand überlebt - diese schreckliche Gewissheit machte Frankreichs Regierung am Dienstagmittag um kurz vor 13 Uhr offiziell, die Maschine war über französischem Staatsgebiet abgestürzt. In Berlin richtete das Auswärtige Amt einen Krisenstab ein, unter der Hotline mit der Telefonnummer 030/5000-3000 können sich Angehörige von Passagieren der Unglücksmaschine informieren. Vermutet wird, dass sehr viele Deutsche unter den Opfern seien. Die Hotline von Germanwings für Angehörige lautet Tel. 0800/11335577.

Doch die erste Anlaufstation für die schreckliche Information war ab dem späten Vormittag der Flughafen Düsseldorf. Viele Angehörige, Freunde oder Kollegen der insgesamt 148 Insassen wollten kurz vor Mittag die Ankommenden abholen. Und viele ahnten noch bei ihrer Ankunft am Airport nichts von der schrecklichen Nachricht. Die Fluggäste, die sie in Empfang nehmen wollten, waren in Barcelona gestartet und sollten mittags landen.

Der Fotograf Michael Poliza war zu dieser Zeit vor Ort. Er berichtete dem stern von einer sehr ruhigen Situation am Düsseldorfer Flughafen. Wichtigstes Indiz, dass etwas nicht stimmt, war zu diesem Zeitpunkt vor allem die Anzeigentafel. Dort sei gegen 12.30 Uhr nur noch die Flugnummer der Unglücksmaschine und der Abflugort zu lesen gewesen - ansonsten seien dort keine weiteren Informationen wie erwartete Ankunftszeit oder -gate aufgeführt, wie es sonst üblich ist. Die Germanwings-Maschine hätte um 11.55 Uhr auf dem Drehkreuz im Rheinland landen sollen.

Angehörige wurden aus dem öffentlichen Bereich weggeführt

Angehörige von Insassen der Unglücksmaschine seien sofort an den Serviceschaltern von Germanwings von Mitarbeitern des Flughafens in Empfang genommen und zur VIP-Lounge geleitet worden, wo sie über das Flugzeugunglück benachrichtigt wurden. Auch Seelsorger seien vor Ort, berichtete der Fotograf. "Man geht hier sehr respektvoll und diskret mit den Angehörigen um", sagte der Fotograf. Die Angehörigen seien nicht dem Presserummel ausgesetzt worden. Gegen 13 Uhr seien dann alle Angehörigen informiert worden, vermutete der Fotograf.

Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichteten von Angehörigen, die mit völlig verweinten Augen aus der VIP-Lounge kamen. Auf Fragen von Reportern reagierten sie nicht.

Viele Mitarbeiter am Flughafen hatten aus den Medien von dem Unglück erfahren. "Genau die Strecke bin ich auch schon einmal geflogen. Man denkt ja nicht, dass so etwas passiert", sagte eine Frau der DPA.

Zwar war die Website des Düsseldorfer Flughafens am Dienstagnachmittag - vermutlich aufgrund der hohen Zugriffszahlen - nur eingeschränkt oder zeitweise gar nicht erreichbar. Der Flugbetrieb lief jedoch laut Augenzeugenberichten bis auf wenige Verspätungen aber weitgehend normal.

anb

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker