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Anschlag in Mali: Zwei Europäer bei Anschlag in Bamako getötet

Auch nach dem Zurückdrängen der Islamisten in Mali mit Hilfe der Franzosen ist das westafrikanische Land nicht sicher. Selbst die Hauptstadt Bamako wurde jetzt Ziel eines Anschlags.

Untersuchende Forensiker vor dem Tatort: Das Restaurant La Terasse in Bamako

Untersuchende Forensiker vor dem Tatort: Das Restaurant La Terasse in Bamako

Bei einem Anschlag auf ein Restaurant in der malischen Hauptstadt Bamako sind zwei Europäer und drei Einheimische getötet worden. Unter den Opfern sind nach Behördenangaben ein Franzose und ein Belgier, der für die EU-Vertretung in Mali arbeitete. Die Polizei sprach von einem "Terroranschlag", die UN-Mission Minusma verurteilte die "feige und schändliche" Tat.

Nach Angaben der Minusma stürmte in der Nacht mindestens ein maskierte Bewaffneter das bei Ausländern beliebte Lokal in einer belebten Straße im Zentrum von Bamako und eröffnete das Feuer auf die Gäste. Mindestens acht Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt, darunter drei Schweizer. Stunden später meldeten die Behörden die Festnahme von zwei Verdächtigen. Laut der UN-Mission waren unter den Verletzten zwei internationale Experten des Minenräumungsdienstes Unmas der Vereinten Nationen.

Reisewarnung für Mali

Dutzende Polizisten riegelten den Bereich um das Restaurant ab. Die französische Botschaft in Bamako rief Franzosen im Land zur Vorsicht auf und richtete einen Krisenstab ein. Die Sicherheitsvorkehrungen für französische Einrichtungen in Mali wurden verstärkt.

Der belgische Außenminister Didier Reynders zeigte sich schockiert über den "feigen und gemeinen Terror". Frankreichs Präsident François Hollande verurteilte den "feigen Anschlag". Der malische Präsident Ibrahim Boubacar Keita berief den Verteidigungsrat ein.

Das Auswärtige Amt gab eine Teilreisewarnung für Mali aus und erklärte, weitere Anschläge in Bamako seien nicht auszuschließen. Deutsche in Mali sollten die Nachrichten aufmerksam verfolgen und Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte unbedingt befolgen.

Chaos seit 2012

Mali war nach einem Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden des Landes zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen die Verantwortung an die Blauhelm-Mission Minusma.

Erst am Mittwoch hatte der UN-Sicherheitsrat die Tuareg-Rebellen im Norden Malis aufgefordert, einen vor wenigen Tagen ausgehandelten Friedensvertrag mit der Regierung des westafrikanischen Landes zu unterzeichnen.

yps/AFP / AFP