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Germanwings-Absturz Das sagt ein Lufthansa-Pilot zum Crash

Germanwings-Absturz in Frankreich: Warum sackte der Airbus A320 so schnell ab?
Germanwings-Absturz in Frankreich: Warum sackte der Airbus A320 so schnell ab?
© colourbox.de
Der Germanwings-Absturz über Frankreich wirft Fragen auf. Warum sackte der A320 so schnell ab? Wieso flog er über die Alpen? Wir haben mit einem ehemaligen Lufthansa-Piloten gesprochen.

Das in Frankreich verunglückte Germanwings-Flugzeug hatte kurz vor dem Absturz massiv an Höhe verloren: Innerhalb von nur acht Minuten sackte es von 10.600 Metern Flughöhe auf nur noch 2400 ab. Bis kurz vor dem Crash flog die Maschine allerdings mit demselben Tempo. Ein Ausfall der Triebwerke scheint damit ausgeschlossen - der A320 wäre dadurch deutlich verlangsamt worden. Warum also sank die Maschine in einer solchen Geschwindigkeit?

Der stern hat mit einem pensionierten Lufthansa-Piloten über den Absturz gesprochen. Er flog über 30 Jahre für die Airline, davon 18 Jahre einen A320.

Seine Vermutung: Es handelte sich um ein kontrolliertes Absinken. Als Grund sei etwa ein Abfall des Kabinendrucks denkbar. Dadurch falle das Atmen in der Kabine deutlich schwerer, die Vorräte für die Sauerstoff-Masken reichten nur etwa zehn Minuten aus. Um den Druckabfall auszugleichen, müsse die Maschine schnell in niedrigere Flughöhen gebracht werden.

Der schnelle Verlust an Höhenmetern sei in einem solchen Fall nichts Ungewöhnliches, sagte der ehemalige Pilot dem stern. Das Sinken um 1000 Meter pro Minute bewege sich unter diesen Umständen in einem normalen Rahmen. Die Frage, warum das Flugzeug am Ende zerschellte, ist dadurch zwar noch nicht endgültig geklärt. Allerdings befand es sich am Ende deutlich unter der an dieser Stelle sicheren Flughöhe von 4800 Metern.

Germanwings: Flugroute nicht ungewöhnlich

Verwunderung gibt es über die Flugroute. Statt einer geraden Linie machte der Flug einen Schlenker über das Mittelmeer. Das ist nach Angaben des früheren Lufthansa-Piloten aber völlig normal: So fliege die Lufthansa, zu der auch Germanwings gehört, als Routine-Route zunächst nach Marseille und erst dann über Genf in Richtung Norden. Wetterabhängig könne es zwar zu Abweichungen kommen, diese seien aber die Ausnahme.

Auch auf den A320 lässt der Pilot nichts kommen: Die Maschinen gelten beim Flugpersonal als extrem sicher. Auch ein vergleichsweise hohes Alter ändere daran nichts. Die abgestürzte Maschine war bereits seit dem 6. Februar 1991 im Einsatz, damals noch bei der Germanwings-Mutter Lufthansa. Das Flugzeug mit 147 Sitzplätzen war unter der Kennung D-AIPX und dem Städtenamen "Mannheim" unterwegs.

mma

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