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Reaktionen auf Absturz von Germanwings-Airbus: Gauck bricht Südamerika-Reise ab

Der Schock nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den Alpen sitzt tief: Joachim Gauck kehrt frühzeitig aus Südamerika zurück und Putin kondoliert Merkel - die Reaktionen auf die Katastrophe.

Tief betroffen: Bundespräsident Gauck

Tief betroffen: Bundespräsident Gauck

Ein plötzlicher Sinkflug bei ruhigem Wetter. Um 11.33 Uhr verschwand Germanwings-Flug 4U9525 vom Himmel über den Alpen. 144 Passagiere und sechs Crewmitglieder, davon nach jetzigem Stand 45 Spanier und 67 Deutsche, auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf, kommen ums Leben. Warum der A320 abstürzte, ist unklar, auch die Bergung erweist sich als äußerst schwierig, weil die Absturzstelle in einem unzugänglichen Gebirgsgebiet liegt. Das Unglück ist die größte Flugzeugkatastrophe in Europa seit fast 35 Jahren.

Bundespräsident Joachim Gauck hat wegen des Flugzeugabsturzes in Frankreich mit vielen Toten aus Deutschland seine Südamerikareise abgebrochen. Der für Mittwoch und Donnerstag geplante Staatsbesuch in Uruguay wurde abgesagt, wie eine Sprecherin erklärte. Gauck hielt sich seit vergangenem Freitag in Peru auf. Für den Abend war ursprünglich der Weiteflug nach Montevideo geplant.

Putin kondoliert Merkel

Gauck reagierte tief betroffen auf die Nachricht vom Absturz eines Airbus der Fluggesellschaft Germanwings. Vor Journalisten sagte er: "Ich bin bestürzt, wie unendlich viele Menschen bei uns zuhause, und ich stelle mir vor, welche Trauer, welches Entsetzen und welches Leid in den Familien herrschen, die betroffen sind. Ich bin bei Ihnen mit meinen Gedanken und meinen Gefühlen."

Kremlchef Wladimir Putin Kanzlerin hat Angela Merkel sowie den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen, wie der Kreml in Moskau mitteilte. "Russland teilt die Trauer jener, die bei dieser Tragödie ihre Angehörigen verloren haben", wurde Putin zitiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach Bekanntwerden des Absturzes sofort alle Termine ab und telefonierte sowohl mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande als auch mit dem spanischen Regierungschef Mariano Rajoy. Auf einer Pressekonferenz sprach sie von einem Schock und kündigte an, dass sie am Mittwoch zur Absturzstelle reisen wird, um sich ein Bild vor Ort zu verschaffen.

  • Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach auf Twitter von einer schrecklichen Nachricht: "Unsere Gedanken sind bei denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Opfern sind." Er dankte aber auch den französischen Behörden für ihr rasches und umsichtiges Handeln nach dem Flugzeugabsturz. "Ich habe bereits mit meinem französischen Kollegen Laurent Fabius Kontakt gehabt", sagte er. "Wir werden auf das Engste zusammenarbeiten. Ich will schon jetzt den französischen Behörden danken, die sofort und umsichtig gehandelt haben."
  • Das Management des Düsseldorfer Flughafens hat sich entsetzt über den Absturz von Flug 4U 9525 geäußert. Es sei ein "rabenschwarzer Tag für den Flugverkehr", sagte ein Airport-Sprecher. Man haben gegen 11.30 Uhr die Info bekommen, dass die Maschine vom Radar verschwunden sei. Seitdem organisiere ein Krisenstab die weiteren Maßnahmen am Airport, Notfallseelsorger kümmerten sich um die Angehörigen.

  • Mit Trauer und Bestürzung hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich-Bedford-Strohm, auf den Absturz der Germanwings-Maschine reagiert. "Die Nachricht von dem Unglück und der Tod von so vielen Menschen machen uns fassungslos. In Gebeten und Gedanken sind wir bei den Opfern und ihren Angehörigen."
  • Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy äußerste sich ebenfalls "bestürzt" über den Absturz. Er habe mit Bundeskanzlerin Merkel und dem spanischen König Felipe VI. am Telefon über die Katastrophe gesprochen. Der spanische Monarch hält sich zusammen mit Königin Letizia zu einem Besuch in Frankreich auf. Rajoy sagte aufgrund des Unglücks sein geplantes Programm in der baskischen Regionalhauptstadt Vitoria ab.
  • Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigt sich schockiert über den Absturz. "Ich hoffe, dass doch noch jemand überlebt hat", sagte die SPD-Politikerin. "Aber alles, was wir hören, klingt nicht danach." Innen- und Verkehrsminister des Landes seien unterwegs zum Absturzort. Die Kabinettssitzung finde nicht statt.

Auf der ihrer Website weist Germanwings auf das Unglück hin

Direkt nach dem dem Absturz war die Seite lange nicht erreichbar.

  • Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat für Dienstag und Mittwoch Trauerbeflaggung für alle Dienstgebäude des Landes und der Gemeinden angeordnet. "Damit bringen wir unsere tiefe Betroffenheit über dieses schreckliche Unglück zum Ausdruck", erklärte Jäger. "In Gedanken sind wir bei den Familienangehörigen und Freunden der Opfer."
  • Germanwings-Geschäftsführer Oliver Wagner: "Germanwings wird alle Kräfte aufbieten, um allen Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen und ihnen ihr schweres Schicksal zu erleichtern, so gut es
  • irgend geht. Das Geschehene tut uns unendlich leid."

  • Beileidsbekundungen richtete auch der britische Premierminister David Cameron aus. Seine Gedanken sind bei den Freunden und Angehörigen der Opfer.
  • Ebenso die Deutsche Bischofskonferenz: "Die unfassbare Tragödie lässt Worte versagen", erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. "Mit großer Erschütterung fühlen wir uns als Kirche den Angehörigen der Opfer verbunden." Marx rief zum Gebet für die Opfer und deren Angehörige auf. Den Einsatzkräften und Notfallseelsorgern sei er dankbar für ihren "aufopferungsvollen Dienst".

  • Das Weiße Haus in Washington geht nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. "Es gibt derzeit keine Anzeichen für einen Zusammenhang mit Terrorismus", sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Bernadette Meehan, der Nachrichtenagentur DPA. Die Anti-Terror-Beraterin Lisa Monaco habe US-Präsident Barack Obama über den Absturz informiert. "Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Opfern und ihren Familien", sagte Meehan.
  • In Gedenken an die Opfer des Absturzes der Germanwings-Maschine wird die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch im Länderspiel gegen Australien mit Trauerflor spielen und eine Schweigeminute abhalten. "Das sind wir den Opfern und deren Familien schuldig, dass wir als Fußballfamilie Anteil nehmen", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und ergänzte sichtlich betroffen: "Das nimmt einem jeden klaren Gedanken, das überschattet alles."
nik mit Agenturen