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Gobal Village: We should wool the world

Die Welt wird kleiner, davon sprechen alle. Globalisierung wo man nur hinsieht. H & M, Nokia, McDonalds und die UNO - weltweite Modemarken, internationale Unternehmen, globale Organisationen. Keiner kann es bestreiten - Willkommen im Gobal Village.

Von Shirine Issa

Aber was soll das alles mit Schülerzeitungen zu tun haben? Waren Schülerzeitungen nicht immer diese kleinen schwarz-weiß Heftchen mit Urlaubstipps und Kreuzworträtseln? Nein, Schülerzeitung ist mehr. Schülerzeitung kann mehr. Das bewiesen die Schülerzeitungen, die am Schülerzeitungswettbewerb 2007 teilnahmen. Unter ihnen das Schülermagazin "wooling".

Wooling, ein Internetmagazin der Schüler des Oberland- Gymnasium zeigt, wie Schülerzeitung heute aussehen kann. Das Magazin erscheit online. Die Themen sind umfassend – von Kultur und Ausgehtipps über Schulnews bis hin zu politischen Themen und Kolumnen – jeder der Schüler findet hier sein Steckenpferd. Auffällig ist die bunte Themenauswahl: Der G8-Gipfel in Heiligendamm, die sexuelle Veranlagung der Teletubbies und das letzte Robbie Williams Konzert; Amokläufe, der Klimawandel und Studiengebühren. Grenzen der Kreativität scheinen die jungen Journalisten von wooling nicht zu kennen. "Das ist alles mit viel Nachtarbeit verbunden.", berichtet Florian Zinner, Redaktionsleiter von wooling. Früher war es immer sein Traum, für eine Schülerzeitung zu schreiben. Damals war er zu jung. Jetzt steckt er beinahe seine komplette Freizeit in die Schülerzeitung. Wer kennt es nicht, "zu klein" zu sein? Auch am Oberland-Gymnasium wollen die jüngeren Schüler "Schülerzeitungsluft" schnuppern. Deshalb gibt es für die unteren Jahrgänge die Jugendredaktion von wooling.

Wahrscheinlich ist den meisten immer noch nicht klar, was wooling mit Globalisierung zu tun hat. Ganz einfach: Wooling erscheint dreisprachig. Das Magazin ist auf Deutsch, Englisch und Türkisch zu lesen. Außerdem ist wooling ein Partnerschaftsprojekt zwischen dem Oberland-Gymnasium im Sächsischen Seifhennersdorf und dem türkischen Gymnasium Anadolu Ögrtemen Lisesi.

Die Texte auf Deutsch und Englisch werden von den Schülern des Oberland-Gymnasiums geschrieben. Die türkischen Texte schreiben die Schüler der Partnerschule in der Türkei. Interessieren sich die türkischen Schüler denn überhaupt für dieselben Themen, wie wir in Deutschland? "Ich denke schon, schließlich sind wir alle Jugendliche.", meint Florian Zinner. An solch einem Projekt sollten sich die Integrationsexperten aus der Politik ein Beispiel nehmen.

Florian will mit diesem Projekt vor allem den Kontakt mit der türkischen Partnerschule festigen. "Es war gar nicht so leicht, den türkischen Schülern zu erklären, was wir von ihnen wollen.". Auf dem Oberland-Gymnasium gibt es keine türkischen Mitschüler.

Den Schülern in der Türkei stellten sich bei dem Projekt ganz andere Fragen: Wie macht man eine Schülerzeitung? Wie schreibt man journalistische Texte? Wie organisiert man eine Schülerzeitungsredaktion? Denn vor wooling gab es gar keine Schülerzeitung an der Schule Anadolu Ögretmen Lisesi. Also machten sich sechs Redakteure der wooling-Redaktion aus Sachsen auf in die Türkei, nach Ünye, östlich von Istanbul. Hier wurde das Konzept von "wooling international" gemeinsam ausgearbeitet.

Das Geld für das Projekt stammt vom Auswärtigen Amt. Die wooling-Redaktion bewarb sich auf eine Ausschreibung für ein deutsch-türkisches Medienprogramm. Projekte zur Verständigung zwischen deutschen und türkischen Jugendlichen sollten gefördert werden.

Gibt es eine genialere Idee, Pressefreiheit in der Türkei auf Dauer zu fördern? Ist das nicht eine der sinnvollsten Weisen, das Globalisierungsmittel Internet zu nutzen? Junge, verbindende Ideen wie wooling sind die wahre Chance der Globalisierung. Es zeigt: Eigentlich sind wir alle, wo auch immer, in erste Linie Menschen. Wie Florian Zinner sagt: "Wir sind doch alle Weltbürger."