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Halle: Ursachenforschung nach Gasexplosion

Während die betroffenen Bewohner des zerstörten Hauses in Halle ihre Wertsachen aus dem Trümmern klauben, forscht das LKA nach der Ursache für die Gasexplosion.

Nach dem Explosionsunglück in Halle haben die Bewohner ihre letzten Habseligkeiten und Wertsachen aus den Trümmern gerettet. Ein 52 Jahre alter Mann, den die Druckwelle aus dem Fenster schleuderte, kämpfte nach Angaben der Ärzte weiter ums Überleben. Die Explosion hatte am Samstag einen ganzen Straßenzug des Altstadtviertels verwüstet. Vier Menschen wurden leicht verletzt. Ob es sich um einen Unfall, Fahrlässigkeit oder ein Verbrechen handelt, war weiter unklar.

Vermutlich zwei Detonationen

Vermutlich gab es zwei Detonationen. Ein Wohn- und Geschäftshaus wurde dem Erdboden gleich gemacht, zwei angrenzende Häuser weitgehend zerstört. «Es wird noch Monate dauern, bis die Leute das verarbeitet haben», sagte Thea Ilse vom Kriseninterventionsteam. Kurz vor Weihnachten stünden 40 Menschen vor dem Nichts. Viele Bewohner begannen mit dem Aufräumen, Handwerker sicherten zerborstene Fensterscheiben. Statiker untersuchten den Zustand der Gebäude rund um die Stephanusstraße.

Zur Sicherheit nochmal Spürhunde losschicken

140 Einsatzkräfte hatten die ganze Nacht nach möglichen Verschütteten gegraben. Nach Angaben von Halles Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) wurde «mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» niemand mehr vermisst. Dennoch sollten am Sonntag noch einmal Spürhunde auf dem 400 Quadratmeter großen Terrain eingesetzt werden. Der sofort geborgene 52-Jährige leidet unter schweren Schädel-Hirn-Verletzungen. Es müsse damit gerechnet werden, dass er diese nicht übersteht, sagte ein Arzt.

Starker Gasgeruch bereits vor der Explosion

Einige Stunden vor der Detonation waren Einsatzkräfte der Stadtwerke Halle schon einmal in das Viertel nördlich des Stadtzentrums gerufen worden. Sie suchten in einer Parallelstraße des späteren Unglücksortes vergeblich ein Leck, nachdem Anwohner sich über Gasgeruch beschwert hatten. Über ein Versäumnis des Energieversorgungsunternehmens gebe es keine Erkenntnisse. «In der ganzen Straße wurde keine Methankonzentration festgestellt», sagte die Sprecherin der Stadtwerke, Ute Brockhaus.

"Ermitteln in alle Richtungen

Bislang wurden rund 150 Menschen befragt. Die Ermittler des Landeskriminalamtes und Brandursachenforscher nahmen ihre Arbeit auf. Nun müssten die Spuren gesichert und ausgewertet werden, sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Klaus Jeziorsky (CDU) an der Unglücksstelle. «Wir ermitteln in alle Richtungen. Erste Ergebnisse wird es erst in einigen Tagen geben», sagte Polizeisprecher Siegfried Koch.