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Lüneburg baut Libeskind-Entwurf: Leuchtturm oder Luftschloss?

Die Leuphana-Universität Lüneburg realisiert ihr lange umstrittenes Hauptgebäude nach einem Entwurf von Stararchitekt Daniel Libeskind in Eigenregie. Kritiker hatten bezweifelt, dass die Finanzierung des knapp 58 Millionen teuren Projekts tatsächlich steht.

Der Stiftungsrat der Universität Lüneburg hat am Dienstag grünes Licht für ein lange Zeit umstrittenes Prestige-Projekt gegeben: Für den Bau eines neuen Hauptgebäudes nach Plänen des amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskindstehen stehen nach Hochschulangaben Mittel in Höhe von 57,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Prestige-Objekt stand wegen seiner Größe, der Kosten und der angeblich unsicheren Finanzierung in der Kritik. Die Grundsteinlegung ist nun für das Frühjahr 2011 geplant, Ostern 2014 soll das 38 Meter hohe Gebäude mit der silbern-gezackten Fassade den Betrieb aufnehmen. Der größte Raum wird Platz für 1200 Menschen bieten und soll auch als Stadthalle genutzt werden.

Libeskind gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Architekten. In Deutschland baute er unter anderem das Jüdische Museum in Berlin. 2003 wurde er mit der Neubebauung des "Ground Zero" in New York beauftragt. Im Sommersemester 2007 nahm der renommierte Architekt den Ruf auf eine nebenamtliche Professur an der Leuphana an, wo er den Entwurf für das neue Zentralgebäude gemeinsam mit Studenten entwickelte.

Die Universität will den Libeskind-Entwurf in Eigenregie bauen und betreiben. Sie verzichte auf einen privaten Partner, weil dies keine wirtschaftlichere Alternative sei, hieß es. Über den Neubau hatte es lange Debatten gegeben. Die Gegner des Projekts sprachen von einem Luftschloss; für die Befürworter ist es ein Leuchtturm, der weit über die Region hinaus strahlen soll. Fördergelder kommen unter anderem vom Land Niedersachsen, von der Europäischen Union und von den Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen.

DPA / DPA