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Menden in Nordrhein-Westfalen: Brandanschlag auf Zeugen-Jehovas-Gebäude - Verdächtigte festgenommen

In Menden wurde in der Nacht zum Dienstag ein Gebäude der Zeugen Jehovas angezündet. Darüber hinaus wurde ein ominöses Pulver gefunden. Eine Frau wurde festgenommen.

Brandanschlag auf Gebäude von Zeugen Jehovas in Menden: Symbolbild zeigt eine Polizeiabsperrung, dahinter steht ein Einsatzwagen

Der Brand in Menden in Nordrhein-Westfalen konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Das Gemeindehaus der Zeugen Jehovas blieb weitestgehend unbeschädigt.

Die Zeugen Jehovas sehen sich weltweit und in Deutschland immer wieder großer Kritik ausgesetzt. In in der Stadt Menden wurde in der Nacht auf Dienstag ein Gebäude der Religionsgemeinschaft angezündet. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurden an mehreren Stellen außerhalb des Gemeindehauses kleine Feuer gelegt. Die Feuerwehr konnte die Brandstellen schnell löschen, es entstand lediglich geringer Schaden.

Im Eingangsbereich des Gebäudes fiel den Rettungskräften allerdings ein unbekanntes weißes Pulver auf. Daher wurde die Einsatzstelle weiträumig gesperrt und eine Spezialeinheit aus Dortmund alarmiert. Die sogenannte Analytic Task Force baute an der Unfallstelle ein mobiles Labor auf und führte eine Analyse des weißen Pulvers durch.

Verdächtige in Nordrhein-Westfalen festgenommen

"Die Analyse hat ergeben, dass der Stoff ungefährlich ist", sagte ein Sprecher der Feuerwehr Menden der Deutschen Presse-Agentur. Worum es sich genau handelte, wollte die Feuerwehr zunächst nicht sagen. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf.

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Westen" wurde am Dienstag bereits eine verdächtige Frau festgenommen. Das soll ein Sprecher der Hagener Polizei bestätigt haben.

Mehr als 200.000 Zeugen Jehovas in Deutschland

Nordrhein-Westfalen hatte die Zeugen Jehovas im Februar als letztes Bundesland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Damit ist die Glaubensgemeinschaft den großen Kirchen gleichgestellt. Die umstrittene Religionsgemeinschaft war 2006 in Berlin nach langem Rechtsstreit erstmals von einem Bundesland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt worden. In Deutschland gibt es laut Zeugen Jehovas gut 200.000 Mitglieder. Kritiker monieren, die Gemeinschaft sei eine "autoritäre Sekte" und eine "restriktive Organisation", die blinden Gehorsam erwarte und ihre Mitglieder sozial isoliere. 


sve/DPA