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Mount Everest: Der Gipfel der Sehnsucht

50 Jahre ist es her, seit Edmund Hillary als erster Mensch auf dem Mount Everest stand. 25 Jahre später schaffte es Reinhold Messner als Erster ohne Sauerstoffmaske. Zum Jubiläum sprechen die beiden über ihr ganz persönliches Verhältnis zu dem 8850 Meter hohen Berg und dessen magische Wirkung.

Die Pole sind erforscht, der Mond ist kein Neuland mehr, und Sie selbst waren vor 50 Jahren der erste Mensch auf dem Mount Everest. Wenn Sie noch einmal 33 Jahre alt wären, so wie damals, welches Abenteuer würde Sie heute reizen?

Hillary: Es gibt immer noch jede Menge Herausforderungen. Da sind zum Beispiel noch sehr viele, sehr schwierige Berge, die noch nie ein Mensch erklettert hat. In China vor allem ...
Messner: ... 7000-Meter-Gipfel...
Hillary: ... manche davon technisch höchst anspruchsvoll.

Aber das sind Berge, von denen kein Mensch je gehört hat. Würde Sie das reizen?

Hillary: Mir wäre das gleich, ob die einer kennt oder nicht. Wenn ich jung wäre. Heute ist für mich die soziale Arbeit mit den Sherpas das Wichtigste. Krankenhäuser bauen und Schulen, dazu Umweltprojekte. Früher war ich ein wilder Hund am Berg. Aber je älter ich werde, desto mehr bin ich an den Menschen im Himalaya interessiert. Die Herausforderungen haben sich verlagert. Die Abenteuer waren ein großer Spaß. Aber was wir für unsere Sherpa-Freunde machen, ist sehr befriedigend, das Lohnendste, was ich je unternommen habe.

Sie waren 14 Jahre alt, als Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben einen richtigen Berg gesehen haben. Wann haben Sie denn vom Mount Everest gehört?

Hillary: Ich habe als Jugendlicher eine Menge Bücher des Forschungsreisenden Eric Shipton gelesen. Er war mein Held. Für mich gab es bald nichts Aufregenderes als Bergsteigen. Das habe ich dann auch immer ernsthafter betrieben. In Neuseeland habe ich eine ganze Reihe von Erstbesteigungen gemacht. Besonders auf Eis und Schnee war ich ganz gut.
Messner: Sie gingen 1951 das erste Mal nach Nepal. Haben Sie da das britische Expeditionsteam von Shipton getroffen?
Hillary: Ja, da habe ich Eric Shipton kennen gelernt. Das war reiner Zufall. Wir wussten vorher nicht, dass er da ist. Wir waren vier Neuseeländer mit sehr primitiver Ausrüstung. Nahe der Grenze zu Tibet hatten wir zig Gipfel bestiegen, manche über 7000 Meter hoch. Es war klasse. Shipton war unterwegs, um die Südseite des Everest zu erkunden. Er hatte nur zwei Felskletterer in seinem Team und hielt es für eine gute Idee, uns mitzunehmen. Ich glaube, wir waren ein recht brauchbarer Neuzugang.

Haben Sie damals schon geglaubt, dass Sie den Gipfel bezwingen könnten?

Hillary: Nein, das hatten ja schon viele gute Expeditionen vor uns versucht. Aber ich dachte, ich versuch's einfach und gebe alles, was in mir steckt. Ich habe dann auch gemerkt, dass ich sehr viel fitter bin als der Rest. So wuchs das Gefühl der Zuversicht, dass ich es in die Nähe des Gipfels schaffen könnte.
Messner: Man sieht das in dem Film von damals. Sie wirken richtig locker.

Es gab seinerzeit doch bessere Kletterer. Warum fiel die Wahl auf Sie?

Hillary: Ich glaube nicht, dass es jemanden gab, der fester entschlossen war als ich. Ich hatte das Verlangen - und den Willen. Ich hatte vor, alles zu geben. Trotzdem war ich nicht absolut vom Erfolg überzeugt. Ich gehöre nicht zu denen, die vorher schon wissen, dass sie gewinnen.
Messner: Ich hatte immer mehr Energie und größere Willenskraft, wenn Ungewissheit herrschte.
Hillary: Genauso ging's mir auch. Ich glaube jedenfalls, dass Shipton mich dann John Hunt empfohlen hat, dem Expeditionsleiter von 1953. Er sagte ihm, wenn es jemand schaffen würde, dann ich. Es gab wohl keinen Zweifel daran, dass Sherpa Tenzing und ich die Stärksten waren.
Messner: Waren nicht Tom Bourdillon und Charles Evans für den Gipfelerfolg auserkoren? Sie waren schließlich Briten und erreichten als Erste den Südgipfel.
Hillary: Die Entscheidung fiel schon im Basislager. Charles Evans und Tom Bourdillon waren der so genannte Erste Angriff. Sie sollten auf den Südsattel vorstoßen. Tenzing und ich von dort dann zum Gipfel durchbrechen. So lautete die Absprache. Aber natürlich hätten auch die beiden weitersteigen können, wenn es ihnen gut gegangen wäre.
Messner: Es war ja schon sehr spät, als die zwei zum Südgipfel kamen.
Hillary: Sehr spät. Und dann hatten sie auch Probleme mit ihren Sauerstoffgeräten. Trotzdem diskutierten sie da oben noch. Evans war ein sehr vernünftiger Mensch. Er sagte zu Bourdillon: Wenn wir jetzt weitergehen, wirst du deine Frau nie wiedersehen. Bourdillon lenkte schließlich ein.

Haben sie richtig entschieden?

Hillary: Ich denke schon. Sie sind den Berg anschließend mehr runtergefallen als -gegangen. Die waren total erschöpft, als sie bei uns ankamen. Wenn sie weiter aufgestiegen wären, hätten sie es nicht überlebt.

Tenzing hatte es vor Ihnen schon sechsmal versucht. Woran lag es, dass Sie zusammen gleich beim ersten Mal Erfolg hatten?

Hillary: Ich glaube, der Grund war unser außerordentlicher Teamgeist. Jeder in der Gruppe hätte gern den Gipfel erreicht. Gleichzeitig wollten alle, dass wenigstens einer von uns es schafft. Tenzing und ich waren am zielstrebigsten. So wild entschlossen wie ich war keiner.

Stimmt es, dass Expeditionsleiter John Hunt großen Anteil am Erfolg hatte?

Hillary: Ganz bestimmt. Er war der Anführer. Am Anfang war ich etwas besorgt, schließlich war er ja mal Oberst in der Armee, und ich war nie gut im Parieren. Aber er hat niemandem jemals einen Befehl erteilt. Er war ein guter Organisator und konnte prima mit Menschen umgehen. Er sprach mit allen, diskutierte, und am Ende hat man sich geeinigt. Er war ein sehr guter Führer.
Messner: Das war wohl der entscheidende Unterschied zwischen den britischen und den deutschen Expeditionsleitern. Die Deutschen bestimmten autoritär, wo's langgeht. Die Briten waren viel demokratischer.

Als Sie 1951 von Ihrer Voraus-Expedition nach Kathmandu zurückkehrten, erfuhren Sie, dass ein Schweizer Team für das folgende Jahr eine Erlaubnis für den Gipfelsturm hatte. Beunruhigte Sie das?

Hillary: Wir wussten, dass das ein tolles Team war. Leider. Gerade hatten wir die Route über den Eisfall ausbaldowert und darauf gesetzt, dass wir die Ersten sein würden. Trotzdem wünschten wir den Schweizern alles Gute. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass sie es nicht bis oben schaffen würden. Ich weiß auch nicht, warum.
Messner: Das waren Superbergsteiger. Ein ausgezeichnetes Team.
Hillary: Sie waren gut. Aber sie haben es halt nicht geschafft.

Wären Sie auch gestartet, wenn die Schweizer es vor Ihnen gepackt hätten?

Hillary: Die Entscheidung hätten andere fällen müssen. Was hätte Ihr Herz gesagt: Lass es jetzt bleiben? Hillary: Wahrscheinlich.
Messner: Sie hatten das Glück, dass Sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren. Den Schweizern fehlte dieses Glück.
Hillary: Ein wenig Glück gehört immer dazu. Wenn bei uns am Tag vor dem letzten Gipfelstück schlechtes Wetter aufgezogen wäre, hätten wir höchstens noch einen Tag da oben ausharren können. Zum Glück blieb uns das erspart.
Messner: Die Zeit wurde knapp.
Hillary: In der Tat. Als wir wieder unten ankamen, war der Monsun schon da.

Denken Sie manchmal darüber nach, ob der Brite George Leigh Mallory 1924 vielleicht schon vor Ihnen auf dem Gipfel war?

Hillary: Ich war immer ein großer Bewunderer von Mallory. Er war der wirkliche Pionier des Everest. Aber die Frage, ob er oben war oder nicht, hat mich nie umgetrieben. Beim Bergsteigen kommt es nicht nur darauf an, den Gipfel zu erreichen. Man muss auch wieder herunterkommen. Selbst wenn Mallory oben gewesen wäre, was ich bezweifle: Runter kam er nie.

Herr Messner, Sie waren acht Jahre alt, als Edmund Hillary zum Gipfel stürmte. Haben Sie das damals mitbekommen?

Messner: Nein, ich bin auf seinen Namen erst später in den Schulbüchern gestoßen: der erste Mensch auf dem Everest. Ich war fasziniert. Aber als kleiner Junge hatte ich keine wirkliche Vorstellung von dem Berg. Er war nur sehr hoch und sehr weit weg.
Hillary: Du warst ein Pionier auf andere Art. Der Erste auf dem Gipfel ohne zusätzlichen Sauerstoff. Und dann die Solo-Besteigung, die dich fast das Leben gekostet hätte. Ich bewundere Reinhold sehr. Ich erinnere mich noch, wie wir uns am Thyangboche-Kloster trafen. Er hatte eine neue Route zum Lhoste gehen wollen. Ich sah dich runterkommen, das Wetter war furchtbar ...
Messner: ... sehr windig ...
Hillary: ... wir wussten, dass du da oben eine raue Zeit hattest. Du hast gesagt: "Es gibt immer noch die Chance, es noch mal zu versuchen." Das hat mir imponiert. Er machte großartige Besteigungen. Und wenn sich alle Umstände gegen ihn verschworen hatten, gab es für ihn immer noch das nächste Jahr.
Messner: Ich musste oft umkehren, ich glaube 13-mal.

War Hillary ein Held für Sie?

Messner: Ja, vor allem als ich anfing, hohe Gipfel zu besteigen. Als Felskletterer dachte ich immer, die hohen Berge seien easy. Später habe ich begriffen, dass die Probleme dort völlig andere sind. Da wurde er einer meiner Helden.

Sie waren 33 Jahre alt, als Sie sich an den Mount Everest wagten, genauso alt wie Hillary zu seiner Zeit. Absicht?

Messner: Nein, das ergab sich halt so.
Hillary: Junge Männer haben Feuer und Enthusiasmus. Aber auf den hohen Bergen spielt Ausdauer eine große Rolle. Und da sind die über 30-Jährigen besser.
Messner: Vielleicht gilt das sogar weit über die 40 hinaus. Viele der Jungen sind gestorben.

Sir Edmund, haben Sie jemals daran gedacht, ohne Sauerstoff auf den Everest zu steigen?

Hillary: Nein, denn die Physiologen, die uns betreuten, waren nicht mal sicher, ob wir da oben mit Sauerstoff überleben würden. Als wir dann oben waren, habe ich meine Maske abgenommen. Nach etwa 15 Minuten wurde mir etwas schwummrig. Also setzte ich die Maske wieder auf, und wir machten uns an den Abstieg.

Wie beurteilen Sie nach dieser Erfahrung die Leistung von Messner?

Hillary: Ich denke, dass es in dieser Welt ein paar ganz wenige gibt, die körperlich einfach ein gewisses Extra haben.
Messner: Bei der Erstbesteigung war es unmöglich, auf Sauerstoff zu verzichten. Man konnte nicht zwei Extremleistungen auf einmal versuchen. Aber wahrscheinlich hätten Sie auch das geschafft. Vor allem Tenzing war perfekt akklimatisiert.
Hillary: Er war keinen Deut besser als ich. Vom Südgipfel weg habe ich nicht einmal daran gedacht, ihn zu fragen, ob er mal die Führung übernimmt. Für mich sah das halt aus wie ein alpiner Weg. Ich nahm meine Axt, und los ging's.

Haben Sie die Axt noch?

Hillary: Ich habe noch meinen Becher, einen Schraubenschlüssel der Schweizer, den ich unterwegs fand und gut gebrauchen konnte, ein paar Brocken Fels, die ich oben eingesammelt habe, und die Axt. Das ist jetzt alles im Museum hier in Auckland.

Da wird an viele Ihrer Expeditionen erinnert. War der Everest der größte Erfolg in Ihrem Leben?

Hillary: Der Everest hatte sicher die größte Aufmerksamkeit. Aber ich war auch mit Neil Armstrong am Nordpol, bin mit alten Traktoren zum Südpol getuckert, mit dem Motorboot den Ganges hinaufgefahren. Da wurden wir von so vielen Menschen herzlich empfangen, in jedem Tempel gesegnet, hatten engen Kontakt zu Millionen: Daher war dies sicher eine meiner befriedigendsten Expeditionen.

Wie kam es, dass Sie sich nie wieder am Everest versucht haben?

Hillary: Tenzing und ich haben oft darüber gesprochen und waren einer Meinung: Wir waren oben, wir waren die Ersten. Warum sollten wir uns ein zweites Mal die Mühe machen?

Bei Ihnen ist das anders, Herr Messner, Sie waren zweimal auf dem Everest. Warum eigentlich?

Messner: Als ich mich an die hohen Gipfel machte, waren die alle längst bestiegen. Wir haben das dann halt anders versucht. Schwierigere Routen. Ohne Sauerstoff. Oder eben allein. Das ist vollkommen anders als zu zweit. Furcht zu teilen ist eine große Hilfe, so kam ich schließlich auf die Idee mit dem Alleingang. Das reichte dann. Für mich war das zweite das letzte Mal. Heute gehen Sherpas ein Dutzend Mal hinauf oder öfter.

Viele sagen, Sie taten das nur, um im Mittelpunkt zu stehen.

Messner: Wer die höchste Wand durchsteigt, muss auch die meiste Niedertracht ertragen. Sicher, der Everest ist für jeden von uns auch das Objekt unseres Ehrgeizes. Ich habe kein Problem, das zuzugeben. Aber du musst es erst einmal geistig bewältigen, ihn anzupacken. Wenn du dann oben bist in der Arena der Einsamkeit, ist da keiner, der dir zusieht, keiner, der dir hilft. Das ist der große Unterschied zu allen andern Sportarten, wo es immer Zuschauer gibt. Klar, später, wenn du es geschafft hast, folgt der Applaus. Aber das ist nicht der Hauptgrund, warum du es tust.
Hillary: Ich erinnere mich, dass die Leute gesagt haben: Das ist jetzt der Gipfelpunkt deines Lebens gewesen, jetzt hast du alle Ziele erreicht. Aber das stimmte nicht. Als ich oben war und meine Bilder gemacht hatte, schaute ich übers Tal zu anderen großen Gipfeln, zum Makalu beispielsweise. Ich stand da und habe im Geiste schon nach einer guten Route gesucht.
Messner: Einige Jahre später warst du oben.

Sir Hillary, Sie hatten Ihr Leben lang gute Beziehungen zu Ihren Bergpartnern.

Hillary: Ich war immer befreundet mit meinen Gefährten und habe mich an ihrer Anwesenheit erfreut. Der Umstand, dass ich der Erste war, der den Gipfel gemacht hatte, hat es wohl auch erleichtert, ein netter Kerl zu sein.

Bei Ihnen, Herr Messner, gab es immer wieder Zerwürfnisse?

Messner: Dies hat mit dem deutschen Neid zu tun. Die Briten sind dem Erfolg gegenüber sehr viel offener und positiver eingestellt. In Deutschland ist das viel schwieriger. Du musst leiden, wenn du einen Erfolg nach dem anderen hast.

Inwiefern?

Expeditionen sind sehr, sehr teuer. Die Leute stichelten: Was hat der im Himalaya zu suchen? Sie waren neidisch. Die vergessen, dass ich anfangs auch kein Geld hatte. Wir haben gerackert, um Genehmigungen zu ergattern und Geld lockerzumachen.

Also ging es immer ums Geld?

Messner: Irgendwie schon. Dabei gibt es beim Klettern eigentlich kein Geld zu verdienen.

Dafür geht es Ihnen ganz gut.

Messner: Ich bin erfolgreicher Autor.

Sir Edmund, Sie haben Reinhold Messner mal als Primadonna bezeichnet. Wie meinten Sie das?

Hillary: Er ist eine Primadonna. Aber eine enorm erfolgreiche. Ich habe ihn immer als den ultimativen Höhenkletterer geschätzt. Er hat so viele Gipfel erklettert, auf so vielen verschiedenen Routen. Ich hatte immer größte Bewunderung für ihn.

Hätten Sie ihn als Partner gewählt?

Hillary: Oh nein, er ist viel zu gut für mich.

Nicht jetzt - zu Ihrer Hoch-Zeit.

Hillary: Wer weiß, ich war immer konkurrenzbetont. Sogar mit Tenzing habe ich mir kleine Rennen geliefert. Wir gingen schneller und schneller. Am Ende war ich dann meist als Erster oben.

Sie haben stets gesagt, Tenzing und Sie hätten zur gleichen Zeit auf dem Everestgipfel gestanden. Wann entschieden Sie, der Welt diese Wahrheit zu präsentieren?

Hillary: Damals gab es in Nepal viele Kommunisten, die der Welt erklären wollten, dass der asiatische Bergsteiger besser als der Westler sei. Als wir im Tal ankamen, hatten die ein Schreiben aufgesetzt, in dem stand, Tenzing hätte den Gipfel zuerst erreicht. Tenzing, der weder lesen noch schreiben konnte, wurde zur Unterschrift genötigt. Der wusste gar nicht, um was es ging. In Kathmandu hingen dann Bilder an der Straße. Sie zeigten Tenzing auf dem Gipfel des Everest. In der Hand hatte er ein Seil, an dem ein anderer hing. Auf dem Rücken liegend, Hände und Beine in der Luft: ich. Alle riefen: "Tenzing ist der Held." Lustig, dachte ich anfangs. Als dann aber ein junger Mann auf unseren Jeep aufsprang und mir das auch noch ins Ohr brüllte, riss mir die Hutschnur. Ich packte ihn, warf ihn in den Schlamm. Danach einigten wir uns schnell auf die Version, dass wir den Gipfel gemeinsam erreicht haben. Erst Jahre nach Tenzings Tod, in meinem letzten Buch, habe ich erzählt, wie es wirklich war. Dass ich den Fuß zuerst auf den Gipfel setzte, steht außer Frage. Aber es bedeutet nichts. Es ist nicht wichtig.
Messner: Es geht doch immer darum, wer der Stärkere war. Peter Habeler, mit dem ich 1978 die erste Besteigung ohne künstlichen Sauerstoff gemacht habe, hat in seinem Buch auch den Eindruck erweckt, er sei Erster gewesen. Ich bin dann zu ihm ins Zillertal gefahren, damit er das klarstellt. Er hat es nicht getan.

Mit ihm haben Sie heute noch Zoff. Sie, Sir Edmund, hatten mit Tenzing ein gutes Verhältnis bis zu dessen Tod, oder?

Hillary: Als wir gemeinsam am Berg waren, hatten wir keine besondere persönliche Bindung. Später aber, als ich Hochkommissar in Indien war, haben wir uns oft gesehen. Er hatte ganz gut Englisch gelernt, und wir haben viel miteinander gesprochen. Es ging ihm allerdings nicht so gut. Seine Frau hatte ihn verlassen, er war sehr einsam. Und sehr enttäuscht von der indischen Regierung, die ihm auf Lebenszeit ein gutes Einkommen versprochen hatte. Stattdessen bezahlten sie ihn wie einen kleinen Beamten. Aber er hatte trotzdem ein tolles Leben. Er reiste um den ganzen Erdball. Ich habe ihn überall getroffen, und wir sind sehr gute Freunde geworden.

Und Ihr Verhältnis zu Herrn Messner?

Hillary: Ich habe Reinhold oft getroffen, er war immer sehr liebenswürdig zu mir. Ich bin ein Oldtimer, und er war die heroische Figur. Ich habe meine Zeit mit ihm immer genossen.
Messner: So geht mir das auch.

Messner sagte einmal, ein Bergsteiger, der Sauerstoff benutzt, degradiere den Everest zu einem 6000er. Fanden Sie das frech?

Hillary: Das war mir wurscht. Ich bin ein sehr gelassener Mensch. Ich weiß, dass wir damals vermutlich den Sauerstoff brauchten. Als Reinhold den Gipfel ohne erreicht hat, war ich voller Bewunderung. Bis heute haben das nur wenige geschafft.

Was empfinden Sie, wenn Ihr Sohn Peter heute da hinaufgeht?

Hillary: Er ist alt genug, um zu wissen, was er tut. Es ist nicht so, dass ich nachts im Bett liege und mich sorge, wo er steckt.
Messner: Wenn das mein Sohn wäre, wäre das schwierig für mich. Ich bin froh, dass der momentan nur Kamele im Sinn hat.

Was halten Sie von den Massen, die sich mittlerweile Ihren Berg hinaufschleppen?

Hillary: Ich bin kein Anhänger der Kommerzialisierung der Berge. Die Leute lassen sich hinaufführen. Im Khumbu-Eisfall sind 60 Aluminium-Leitern und Tausende Meter Seil installiert. Am Hillary Step hängen mindestens drei Seile. Das gab es bei uns nicht. Wir liebten die Berge, und sie waren eine Herausforderung. Eine, an der man auch scheitern konnte. Allein der Versuch, Schwierigkeiten zu meistern, war sehr befriedigend. Wir wollten nicht einfach in anderer Leute Fußstapfen treten.
Messner: Sie waren verantwortlich für sich und Tenzing, verantwortlich für jede Bewegung. Heute sind mit großen Eisäxten die Stufen gehauen, Sauerstoffflaschen stehen bereit, Seile gibt es wie im Klettergarten. Klar, es ist immer noch gefährlich, aber die Leute geben die Verantwortung an einen Führer ab oder an den Organisator. Oder an die Sherpas.

Sie sagten einmal, dass ein Berg ohne Gefahr nichts wert sei. Denken Sie auch so, Sir Edmund?

Hillary: Absolut. Wenn die Herausforderung fehlt, wenn da nichts ist, was Furcht einflößt, dann ist da kein richtiger Reiz.

Was Sie vollbracht haben, war sicher heroisch. Welchen Sinn hatte es?

Hillary: Muss alles, was wir tun, einen Sinn haben? Aber bitte: Mehr aus sich herauszuholen, als man selbst für möglich gehalten hat, der Erste zu sein, der eine Herausforderung meistert - das ist doch sehr befriedigend.

Hätten Sie gern früher gelebt, Herr Messner?

Messner: Ich glaube, die beste Zeit war der Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Als Amundsen den Pol erreichte, als Mallory sich an den Everest wagte. Eine wunderschöne Zeit, wir hätten wohl beide gern damals gelebt. Sie hatten Glück, Sir Ed, Sie haben den richtigen Moment erwischt, um als Erster den "dritten Pol" zu erreichen. 1953 hatte der Everest wirklich eine Bedeutung wie Nord- oder Südpol, auch wenn er heute durch die kommerziellen Expeditionen langweilig wird.

Jetzt im Jubiläumsjahr herrscht wieder besonderer Andrang.

Hillary: Das ist verrückt. Im vergangenen Mai war ich in Kathmandu. Da haben es von jeder Seite gerade 15 Teams versucht. Unter solchen Bedingungen wollte ich nicht bergsteigen. Gut, ich kann das sowieso nicht mehr. Aber auch in meinen großen Tagen wollten wir am Berg lieber allein sein.
Messner: Ganz für sich oben zu sein ist immer noch das Höchste. Oder mit Freunden, mit niemandem sonst.
Hillary: Unglaublich, dieser Run auf die Berge. Als Tenzing und ich den Everest bestiegen, waren wir überzeugt, dass Bergsteigen eine Sache für wenige ist. Und nun macht das auch der Rest der Welt.
Messner: Auch 1978 ahnte keiner von uns, welche Entwicklung das Bergsteigen nehmen würde.

Der Rekord am Mount Everest liegt derzeit bei 88 Gipfelstürmern an einem Tag. Gibt es keine Möglichkeit der Beschränkung?

Hillary: Ich war entsetzt, als ich das las. Ich habe schon vor langer Zeit mit der Regierung über eine mögliche Regulierung gesprochen, so wie das auch Reinhold getan hat. Sie hören eine Zeit lang auf dich. Aber der Reiz des Geldes aus dem Ausland ist dann doch zu groß.

Die Millionärsgattin Sandy Hill Pitman hat 65.000 Dollar für ihr Gipfelglück bezahlt und sich von den Sherpas die Modezeitschrift 'Vogue' ins Basislager bringen lassen. Was sagen Sie dazu?

Hillary: Ich bin nicht sehe beeindruckt. Ich habe mal eine der ersten zahlenden Gruppen getroffen. Darunter war ein sehr arroganter Gentleman aus den USA. Der hatte auch 65.000 Dollar bezahlt. Er hatte zwei zusätzliche Führer und meinte, die würden ihn da schon hinaufbringen.

Was haben Sie ihm gesagt?

Hillary: Ich habe nichts gesagt.

Tenzings Enkel will im Basislager auf knapp 6000 Meter Höhe ein Internetcafé aufmachen. Wie finden Sie das?

Hillary: Oh, dazu habe ich keine Meinung. Wir hatten das nicht, und uns ging es gut. Messner: Bei uns kamen höchstens mal Groupies ins Basecamp. Gab es das bei Ihnen auch, Sir Edmund?
Hillary: Ich bin kein Rockstar.

Aber Sie wurden nach Ihrem Gipfelerfolg in der Londoner Gesellschaft von einer Champagner-Party zur nächsten gereicht.

Hillary: Ja, es gab auch jede Menge Angebote. Eine Dame schickte ihr Bild und schrieb: "Wenn Sie mich nicht heiraten wollen, schicken Sie das Foto bitte zurück." Ich habe es eiligst eingetütet und zurückexpediert.

Haben Sie viel Geld mit Ihrer Erstbesteigung verdient?

Hillary: Nicht unbedingt. Alle Mitglieder der Expedition sollten partizipieren, das war die Vorgabe von John Hunt. Ich war damit einverstanden. Wenn wir Lesungen machten, wurde geteilt. Am Ende blieben jedem 25 Dollar pro Lesung. Es waren zwar unzählige Lesungen. Aber Reichtümer kamen dabei nicht zusammen.

Wovon haben Sie gelebt?

Hillary: Ich hatte mein Buch 'High Adventure' geschrieben, das sich gut verkaufte. Davon lebten meine Frau und meine Kinder. Außerdem war ich Berater des amerikanischen Camping-Ausrüsters Sears. Ich habe auch deren Zelte getestet. Mit dem Verdienst ging ich sehr sparsam um. Irgendwann stieg der Dollar beträchtlich, und ich brachte alles zu einem guten Kurs nach Neuseeland. Ich bin nicht reich, aber mir geht es ganz gut.

Gefragt sind Sie doch immer noch?

Hillary: Ich mache noch viele Lesungen. Ich reise sehr viel.
Messner: Hillary-Lesungen sind sehr, sehr unterhaltsam.
Hillary: Letztes Wochenende bin ich nach Melbourne geflogen und habe ein Wohltätigkeitsdinner für 450 Leute gegeben. Tags darauf in Sydney habe ich vor 650 Gästen gelesen. Als wir zurück waren, habe ich in Auckland Preise für den 'Sportler des Jahres' überreicht. Und so geht es weiter und weiter, ich weiß nicht, wie ich das stoppen kann.

Vermutlich hält Sie das jung.

Hillary: Ich bin jedenfalls sehr schwer geworden dabei. Ich fand es absolut widerlich, so dick zu sein. Dann habe ich einfach weniger gegessen und getrunken. Nun habe ich zum Glück 40 Pfund abgenommen. Ich wiege aber trotzdem noch 108 Kilo.

Aber Sie sind gesund?

Hillary: Ja, erst gestern war ich beim Arzt, und er sagte fast etwas enttäuscht: "Ich kann nichts tun für Sie, bei Ihnen ist alles in Ordnung."
Messner: Sie sehen gut aus.
Hillary: Kann sein, aber in den vergangenen Jahren sind meine Probleme mit der dünnen Höhenluft zusehends schlimmer geworden. Letztes Mal in Nepal habe ich schon bei knapp 3000 Metern Probleme bekommen. Ich kann kaum mehr höher gehen als Kathmandu.
Messner: Das ist normal, Sie sind jetzt 83.
Hillary: Es ist halt traurig für mich. Ich kann nicht mehr hoch zu meinem Khumbu Hospital, das gerade vergrößert und renoviert wurde. Ich wollte mit Hubschrauber und Sauerstoffmaske hin. Aber die Ärzte rieten davon ab.

Werden Sie zu den Jubiläumsfeiern der Erstbesteigung nach Kathmandu reisen oder der Einladung der Queen nach London folgen?

Hillary: Es war eine schwere Entscheidung. Aber wir haben seit so vielen Jahren so viele gute Freunde bei den Sherpas, dass meine Frau und ich entschieden, nach Kathmandu zu fahren. Tags darauf nimmt mich ein sehr vermögender amerikanischer Freund in seinem Privatflugzeug mit nach London, wo die Queen für alle überlebenden Mitglieder der damaligen Expedition ein großes Fest geben wird. Es sind noch sechs.

Denken Sie manchmal an den Tod?

Hillary: Mir ist bewusst, dass ich älter werde und der Tod jederzeit kommen kann. Aber mir liegt sehr daran, dass meine Stiftung fortgeführt werden kann. Ich bin noch immer derjenige, der das meiste Geld sammelt, etwa 500 000 Dollar im Jahr. Aber wir haben schon mal einen Sherpa-Ausschuss gegründet, der die Aktivitäten im Himalaya regelt.

Lebt dort Ihre Seele?

Hillary: Ich habe eine tiefe Zuneigung zu den Menschen der Everest-Region. Aber hier in Auckland ist mein Zuhause. Wenn ich sterbe, möchte ich verbrannt werden, und meine Asche soll über dem Golf von Hauraki verstreut werden, wo neulich noch der America's Cup stattfand.

Reinhold Messner plant ein Bergmuseum. Wie würden Sie sich darin gern verewigt sehen: als Gentleman, als der Sie bereits in den Geschichtsbüchern stehen?

Hillary: Bestimmt nicht. Ich bin überhaupt kein Gentleman. Ich würde mich dort gern als das sehen, was ich bin: ein rauer, alter Neuseeländer.

Interview: Joachim Rienhardt / print
CO2-Paket2019
Habe mir gerade mal die heutige Koalitionsregelung durchgelesen. GAS soll angeblich bepreist werden, wie Flüssig- & Feststoff-Energien. Frage A: ERD-GAS soll laut früheren Aussagen KEIN bzw. KAUM "Abgase" erzeugen. Erdgas-Auto-Anlagen-Werbe-Slogan: "unser Abgas ist reines Wasser" Frage B: Wir haben Fernwärme (angeblich zu 100% aus RUSSEN-ERD-GAS) ZUDEM sind "unsere" Genossenschafts-Wohnbauten (angeblicher "Neubau" in 1989/90/91 (Erstbezug-Timeline 1991 bis 1992) und voll nach WEST-Standard gedämmt und entsprechend baurechtlich von Westbehörden abgenommen worden. Die Balkondämmungs-VOB-Baugewähr lief bspw. in "unserem" Block in 2006 ab. Die Anzahl der Blocks "unserer" Wohn-Genossenschaft beträgt rund 10 Blocks, die "zusammen in den NK abgerechnet werden" (und auf die m2 der Einzelnen Wohnungen "anteilmäßig umgelegt" werden). FAKTUM: Die jährlichen Heizkosten-VERBRÄUCHE liegen "bei uns" rund 50% niedriger als bei der Landeseigenen-Wohngesellschaft., auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Diese haben zur Außen-Sanierung nur "dick Farbe" auf die "dünn verputzten" Kieselstein-Fertigplattenbauten (aus gleicher Bauzeit) aufgetragen. Die Heizkostenstatistik stammt von den Grundsicherungsämtern, die die Miet- & NK von "Bedürftigen" ersatzweise übernehmen. Die Landes-Wohnbaugesellschaften gelten als Treiber der Miet- & NK. Hiermit wurde der Mietspiegel (laut Zahlen der BBU) "preistreibend beeinflusst". FRAGE C: Diese "neue Preistreiberei" NUN, mit der CO2-Bepreisung ab 2019 sowie die "Sanierung der früheren Minmal-Sanierung" wird auch "unseren Mietspiegel" drastisch weiter manipulieren, obwohl es 1. bei "uns" gar keinen "frischen" Handlungsbedarf gibt ! (vollsaniert, GAS-Fernwärme) 2. wir auch den Anbieter NICHT wechseln können, weil der wir Ferngas-Heizung-bestimmt sind, durch Baurecht. 3. weil die Landes-Wohnbausgesellschaft, das, was im eigentlichen Sinn KEINE Sanierung darstellt, als solche definiert (und auf den deren Mietpreis umlegt) ... (Unsinnsbeispiel): so schaffen die gerade die Müllschächte ab und kassieren dafür einen "WohnWerte-Aufschlag" bei den NK, der den Mietspiegel fürden gesamten Nahbereich anhebt. ... (Sanierungs-spielchen): ein Bekannter von mir musste, weil lediglich seine Block-Außenwände "bunt saniert" wurden, 400 Euro (Erstbezug nach Sanierung) für die selbe Wohnung monatlich mehr bezahlen. Er widersprach der Mieterhöhung und es ging vor Gericht. Das Gericht folgt der Landes-Wohnbaugesellschaft und deren Argument, der Bekannte würde schließlich "massiv Enegie einsparen" !!! .... das traf natürlich bis heute (5 Jahre später) niemals zu. Neben den Mietzusatzkosten (KM) sowie den Heizkostensteigerungen (NK) - bei gleichem, extrem hohen Verbrauch - wurde er doppelt bestraft. ... und der Mietspiegel sagt, der "graue" Ghetto-Bezirk sei nun ein "buter und gut sanierter" Luxus-Wohnbestandsbereich ! FRAGE D: demnach macht es auf KEINEN Sinn mehr, ERD-GAS-Taxen & -Busse einzusetzen, nur Wasserstoff- oder E-KFZ ????? SCHLUSSFRAGE: was passiert, wenn diese hohen NEUKOSTEN für die Verbraucher, durch die CO2-Bepreisung wieder einmal ein TEURER NULLEFFEKT -- ohne unabhängige Kontrolle und ohne Strafbewehrung wird ?? Ein 50 Milliarden-Märchen ... das bereits in Stufe 1 (bis 2022) scheitert ?? Vermutlich werden wieder die PRIVATEN Wohnanbieter und PRIVAT-Organisierten Wohn-Genossenschaften die LOOSER sein. Sowie die Verbraucher als Ganzes.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.