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Nordkaukasus: Polizeichef bei Bombenanschlag getötet

Zwei Tage nach den Terroranschlägen in der Moskauer Metro sind bei neuen Selbstmordattentaten diesmal im Konfliktgebiet Nordkaukasus nahe Tschetschenien mindestens neun Menschen getötet worden.

Zwei Tage nach den Terroranschlägen in der Moskauer Metro sind bei neuen Selbstmordattentaten diesmal im Konfliktgebiet Nordkaukasus nahe Tschetschenien mindestens neun Menschen getötet worden. Das teilte das russische Innenministerium am Mittwoch mit. Zwei Männer sprengten sich demnach in der Stadt Kisljar in der russischen Teilrepublik Dagestan in die Luft. Mindestens einer der Täter soll eine Polizeiuniform getragen haben.

Wie das regionale Innenministerium mitteilte, löste der Fahrer eines Wagens die Detonation aus, nachdem er den Verdacht von Polizisten erregt hatte und deswegen gestoppt wurde. Als sich Polizisten und Anwohner am Explosionsort versammelten, näherte sich ein zweiter Attentäter in einer Polizeiuniform und löste eine zweite Detonation aus.

Unter den Toten befindet sich auch der Polizeichef des Orts. Zwei Tage zuvor hatten zwei Selbstmordattentäterinnen in der Moskauer U-Bahn 39 Menschen in den Tod gerissen. Für die Tat wurden Rebellen aus dem Nordkaukasus verantwortlich gemacht. Zu der Region zählen unter anderem Dagestan und Tschetschenien.

Der russische Innenminister Raschid Nurgalijew ordnete scharfe Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Gebäuden im Nordkaukasus an. Am Montag hatten zwei Selbstmordattentäterinnen in der Moskauer Metro 39 Menschen in den Tod gerissen. Der Inlandsgeheimdienst FSB machte Terroristen aus dem Nordkaukasus für das Blutbad verantwortlich. Am Tatort in Dagestan liegen auch Dienststellen des Innenministeriums und des Geheimdienstes FSB, wie Nurgalijew sagte.

Im Nordkaukasus kommt es immer wieder zu schweren Anschlägen islamistischer Untergrundkämpfer, die für einen unabhängigen Gottesstaat kämpfen. Die Islamisten hatten gedroht, den "Krieg" auch ins russische Kernland zu tragen.

In dem Konfliktgebiet Nordkaukasus starben allein 2009 bei Kämpfen russischer Sicherheitskräfte, krimineller Banden und islamistischer Rebellen mehr als 1000 Menschen, unter ihnen auch viele Zivilisten. Der Kreml versucht seit Jahren, Ruhe in die Region zu bringen. In dem Gebiet, wo auch die Unruhe-Republiken Tschetschenien und Inguschetien liegen, sind 23.000 Sicherheitskräfte stationiert.

APN, DPA / DPA