Piraten-Überfall Deutsche Seeleute auf gekapertem Frachter


Überfall im Indischen Ozean: Piraten haben etwa 740 Kilometer vor der Küste Somalias ein deutsches Schiff gekapert. An Bord des 20.000-Tonnen-Frachters befinden sich 24 Seeleute, darunter auch mehrere Deutsche. Im Auswärtigen Amt wurde ein Krisenstab zusammengestellt

Somalische Piraten haben im Indischen Ozean einen deutschen Frachter in ihre Gewalt gebracht. Wie ein Verantwortlicher der Schifffahrtsbehörden in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mitteilte, wurde der 20.000-Tonnen-Frachter "Hansa Stavanger", der für die Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg fährt, rund 400 Seemeilen (740 Kilometer) von der Küste Somalias zwischen Kenia und den Seychellen gekapert. Die Hamburger Staatsanwaltschaft eröffnete am Montag ein Verfahren gegen Unbekannt ein. Die Behörde ermittelt wegen eines Angriffs auf den Seeverkehr.

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte am Montag, dass es sich um einen deutschen Frachter handele und auch, dass mehrere Deutsche an Bord sind. Laut Hamburger Staatsanwaltschaft befinden sich 24 Besatzungsmitglieder mehrerer Nationen auf dem Schiff, darunter fünf deutsche Staatsangehörige. Das Bundeskriminalamt sei mit den Ermittlungen beauftragt worden.

Im Auswärtigen Amt ist ein Krisenstab eingerichtet worden. Ziel sei eine rasche Lösung des Falls. Man wolle Leib und Leben der Besatzung nicht gefährden, heiß es. Ob die in der Region eingesetzte deutsche Marine die Verfolgung des Schiffes aufnehmen kann, war am Montag unklar.

In den vergangenen Monaten waren deutsche Frachter bereits mehrfach Ziel von Piratenüberfällen. Ende März war der Frachter "MV Longchamp" mitsamt seiner Besatzung nach zwei Monaten wieder freigekommen. Das deutsche Versorgungsschiff "Spessart", das im Zuge der EU-Mission "Atalanta" in den Golf von Aden entsandt wurde, war Ende März von Piraten beschossen worden.

Vor der Küste Somalias griffen Piraten am Samstag zudem ein israelisches Schiff an. Sie beschossen das Schiff und versuchten, es zu kapern, wie der Direktor der Reederei mitteilte. Dies misslang jedoch den Angaben zufolge, weil die Besatzung der "Africa Star" die Decks mit Stacheldraht gesichert hatte. Der Reeder sagte, sein Unternehmen habe das israelische Außenministerium und die Nato alarmiert, die ein britisches Flugzeug zum Ort des Angriffs geschickt habe.

AFP/DPA/AP AP DPA

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