VG-Wort Pixel

Waldbrände Mindestens 62 Tote bei Feuerinferno in Portugal

Bewohner blicken auf einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Mega Fundeira in Portugal
Bewohner des Dorfes Mega Fundeira blicken auf einen der Waldbrände, die von dem Blitzeinschlag in Portugal ausgelöst wurden
© Miguel Riopa/AFP
Ein Blitzeinschlag löste einen der schlimmsten Waldbrände in Portugals Geschichte aus. Tausende Rettungskräfte versuchen das Feuer zu löschen, trotzdem steigt die Zahl der Toten immer weiter.

Portugal wird von einem der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Landes erschüttert. Schon jetzt sind so viele Menschen gestorben, wie noch nie durch einen Waldbrand auf portugiesischen Boden. Die Zahl der Toten wird von der Ministern für öffentliche Sicherheit, Constança Urbano de Sousa, auf derzeit 62 geschätzt. 

Inzwischen sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Lusa rund 2000 Rettungskräfte mit 620 Fahrzeugen im Einsatz, um das Feuer in den Griff zu bekommen.

Über 60 Menschen wurden verletzt. Die portugiesische Regierung ordnete eine mehrtägige Staatstrauer an, die bis Dienstag andauern soll.

Autofahrer wurden von den Flammen eingeschlossen

Ein Blitzeinschlag hatte den verheerenden Brand laut Polizei in der Region Pedrógão Grande ausgelöst. Die Gegend liegt knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Das Feuer breitete sich wegen starker Winde rasch aus und wurde für mehrere Autofahrer auf einer Nationalstraße zur Todesfalle, als das Feuer ihre Wagen einschloss. Bilder zeigten völlig ausgebrannte Autos.

Viele Opfer verbrannten bis zur Unkenntlichkeit, auch mehrere Dörfer wurden von den Flammen eingekesselt, Dutzende Häuser zerstört.

Portugal rechnet mit weiteren Todesopfern

Ministerpräsident António Costa sagte: "Die Tragödie schockiert uns durch ihre Dimension." Er sprach den Opfern sein tiefes Mitgefühl aus und dankte den unermüdlich gegen das Inferno kämpfenden Feuerwehrleuten. "Sie verdienen unsere allergrößte Hochachtung."

Einige betroffene Dörfer konnten wegen der Flammen zunächst nicht erreicht werden, weshalb mit weiteren Opfern gerechnet wurde. Es ist der Waldbrand mit den meisten Todesopfern in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern wurde immer wieder von der starken Rauchentwicklung beeinträchtigt. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten zusätzlich die Löscharbeiten. In der Region ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von deutlich über 30 Grad.

Schweigeminute beim Confed-Cup

Beim Confed-Cup in Russland wurde mit einem Moment des Schweigens vor der Partie Portugal gegen Mexiko (2:2) der Todesopfer gedacht. Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen trugen im russischen Kasan Trauerflor. Das Leiden stand den Betroffenen der Region ins Gesicht geschrieben. "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles", erzählte eine ältere Frau unter Tränen dem TV-Sender RTP. Ein Mann sagte: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen."

Zu Beginn war die Feuerwehr nach Angaben von Augenzeugen völlig überfordert - und kaum präsent. Die EU sagte Portugal Hilfe zu. Auf Bitte des Landes würden Löschflugzeuge organisiert. Frankreich habe drei Maschinen zugesagt. Zudem helfe Spanien mit zwei Flugzeugen. 

sve DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker