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Sechsjähriger Bruder noch vermisst: Fünfjähriges Mädchen tot in der Saale gefunden

Es ist ein Alptraum für Eltern: Die Kinder gehen alleine zum Spielen und kommen nicht zurück. In Weißenfels macht sich ein Geschwisterpaar zum Spielplatz auf. Das Mädchen wird später tot im Fluss entdeckt, sein Bruder bleibt zunächst verschwunden.

Zwei Geschwister sind beim Spielen in Weißenfels (Achsen-Anhalt) verschwunden - das Mädchen wurde tot in der eiskalten Saale entdeckt, vom Bruder fehlte zunächst jede Spur. Ein Verbrechen schließen die Ermittler bisher aus, wie Polizeisprecher Ralf Karlstedt am Sonntag in Halle sagte. Die Stadt blies nach dem Fund der toten Fünfjährigen den Karnevalsumzug ab und organisierte eine Gedenkfeier.

Die Mutter hatte ihre fünf und sechs Jahre alten Kinder am Samstagnachmittag gegen 15.50 Uhr bei der Polizei als vermisst gemeldet, weil die Geschwister nicht wie vereinbart auf einem Spielplatz waren - keine 250 Meter vom Wohnhaus entfernt. Das hatten sie nach Auskunft der 43-Jährigen gegen 15.00 Uhr verlassen.

Sofort leitete die Polizei eine umfangreiche Suchaktion ein. Kurz nach 23.00 Uhr entdeckten Beamte die bekleidete Fünfjährige nahe eines Wehrs tot im Fluss. Von der teils mit Eisschollen bedeckten Saale, die an dieser Stelle schnell fließt, seien es bis zum Zuhause der Kinder nur wenige hundert Meter, sagte der Polizeisprecher.

Fieberhafte Suche nach verschwundenem Bruder

Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera, Taucher, Fährtenhunde und zahlreiche Polizisten waren seither im Einsatz, um den weiter vermissten Sechsjährigen zu finden. "Von dem Jungen haben wir nach wie vor keine Spur", sagte Karlstedt am Sonntag.

Mutter und Vater der Familie leben getrennt, der Vater ebenfalls in Weißenfels, einer 41 000-Einwohner-Stadt im Süden Sachsen-Anhalts. Nach Polizeiangaben hat die Familie neben dem Sechsjährigen und der Fünfjährigen drei weitere Kinder, die auch bei der Mutter in einem kleinen, grauen Einfamilienhaus leben. Die Familie wurde nach dem Fund des toten Mädchens psychologisch betreut.

Die Todesursache der Fünfjährigen stand zunächst nicht fest. Womöglich werde die Leiche obduziert, sagte Karlstedt. Der Polizeisprecher rechnete nicht damit, dass gegen die Mutter wegen Verdachts auf Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt wird, weil der Spielplatz vom Wohnhaus nicht weit entfernt sei.

Statt des geplanten Karnevalsumzugs werde es am späten Sonntagnachmittag ein Gedenken der Bürger in der Marienkirche der Kleinstadt geben, sagte Oberbürgermeister Robby Risch. "Es ist ein Trauma." Zwar sei denkbar, dass sich der Junge in der Nacht versteckt habe. "Große Hoffnung gibt es leider nicht."

Angelika Röpcke, DPA / DPA
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