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Nahe Barcelona Software-Entwickler McAfee tot in spanischem Gefängnis gefunden – Hintergründe noch unklar

McAfee-Gründer tot in spanischer Zelle aufgefunden
News im Video: McAfee-Gründer tot in spanischer Zelle aufgefunden – Anwalt spricht von Suizid.




Der Gründer des Sicherheitssoftware-Herstellers McAfee, John McAfee, ist tot in seiner Gefängniszelle in Barcelona aufgefunden worden. Offenbar habe er sich selbst erhängt, nachdem ein spanisches Gericht seiner Auslieferung an die USA zugestimmt hatte, sagte sein Anwalt am Mittwoch. Der 75-Jährige habe es trotz Berufungsmöglichkeiten nach etwa neun Monaten Haft nicht mehr ausgehalten. Die Behörden kündigten eine Untersuchung an. Dem britisch-amerikanischen Programmierer werden in den USA Steuervergehen vorgeworfen. Er war im Oktober 2020 am Flughafen von Barcelona festgenommen worden. In einer Auslieferungsanhörung erklärte McAfee, die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert. Der Software-Pionier hatte sein Unternehmen 2011 an Intel verkauft und war danach nicht mehr in die Geschäfte verwickelt.
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"Durchgeknallt" ist ein Wort, das oft fällt, wenn es um John McAfee geht. In den 80er Jahren war er einer der ersten Computerviren-Jäger, danach machte er eher als Draufgänger Schlagzeilen. Nun ist er in Spanien gestorben.

Der Software-Entwickler und Antiviren-Pionier John McAfee ist laut Medienberichten tot in einem spanischen Gefängnis aufgefunden worden. Die Leiche des 75 Jahre alten Multimillionärs aus den USA sei am Mittwochnachmittag in einer Zelle der Haftanstalt Brians 2 etwa 30 Kilometer nordwestlich von Barcelona entdeckt worden, berichteten zuverlässige spanische Medien wie "El País", "El Mundo" und "La Vanguardia" unter Berufung auf die Justizbehörden und die Polizei von Katalonien. Ein Gefängnis-Sprecher bestätigte auf Anfrage diese Information.

Bericht: Behörden gehen von Suizid aus

In den USA war McAfee zuletzt unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Betrugs mit Kryptowährungen und Verschwörung zur Geldwäsche angeklagt. Im Oktober wurde er auf Betreiben der US-Behörden auf dem Flughafen El Prat in Barcelona festgenommen. Er saß seitdem in der Nähe der katalanischen Hauptstadt hinter Gittern. Erst am Mittwoch hatte die spanische Justiz grünes Licht für eine Auslieferung McAfees in die USA gegeben.

John McAfee
Anti-Viren-Pionier John McAfee wurde tot in einem spanischen Gefängnis nahe Barcelona gefunden
© Alan Diaz / DPA

Die Todesursache sei noch nicht zweifelsfrei ermittelt worden, hieß es. Den Medienberichten zufolge gehen die Behörden von Suizid aus. Eine Autopsie solle Gewissheit bringen. Dem Antiviren-Guru drohten in den USA bei einer Verurteilung jahrelang Gefängnis und hohe Geldstrafen.

John McAfee – vom Software-Millionär zum Draufgänger

McAfee gehörte zu den Mitgründern der Antiviren-Branche. In den 1980er Jahren gründete er die nach ihm benannte Firma McAfee und wurde zum Software-Millionär. Vor der großen Karriere verlief McAfees Leben äußerst schwierig: Er wuchs in einem zerrütteten Haushalt auf, mit einem gewalttätigen Vater, der sich das Leben nahm, als er 15 Jahre alt war, wie McAfee einem Reporter des Magazins "Wired" erzählte. Zeitweise konsumierte er große Mengen Kokain und Alkohol.

Schon als Unternehmer neigte McAfee zum großen Auftritt. Kurz nach der Gründung des Unternehmens stopfte er ein Wohnmobil mit Computern voll und fuhr damit bei Kunden vor. Diese "mobile Virenbekämpfungseinheit" sollte sie beeindrucken, war aber eher Show, wie McAfee später einräumte. Jahre später verschlug es McAfee ins zentralamerikanische Belize, wo er ein großes bewachtes Anwesen baute, mit jungen Geliebten prahlte und letztlich bei einer Razzia aufflog, weil er verbotene Waffen besaß.

Nachdem McAfees Unternehmen in den 1990er Jahren an die Börse ging, stieg er aus dem Unternehmen aus. Sein Vermögen wurde danach zeitweise auf mehr als 100 Millionen Dollar geschätzt. 2012 sorgte McAfee in Belize für Schlagzeilen, als nach einem Mord an seinem Nachbarn nach ihm gefahndet wurde und er durch den Dschungel vor der Polizei floh.

les DPA

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