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stern Crime

Aussagepsychologe Max Steller: Die Kunst der Lüge und wie man sie enttarnt

Es ist leichter, die Wahrheit zu sagen, als die Unwahrheit. Vor allem, wenn Profis die Fragen stellen. So wie Aussagepsychologe Max Steller. Seine Gutachten helfen, Schuldige zu finden - und Fehlurteile zu verhindern.

Guten Tag, Herr Steller. Heute schon gelogen?

Ich hatte noch keine Gelegenheit.

Der Experte in Sachen Wahrheit und Glaubwürdigkeit lügt also selbst?

Jeder Mensch lügt. Aus Höflichkeit. Aus Konvention. Wie geht’s? Gut! Stimmt aber vielleicht gar nicht, nur möchte ich jetzt nicht darüber reden. Wie gefällt dir das Kleid? Das sieht super aus! Dass es am Hintern etwas aufträgt, das sage ich nicht. Ist das Lügen? Ein bisschen schon. Aber bewusst die Unwahrheit gesagt, eine Geschichte erfunden – da fällt mir keine Situation ein, in der ich das heute schon getan hätte. Lügen ist viel zu anstrengend. Man könnte auch sagen: Ich bin zu faul zum Lügen.

Wieso ist Lügen anstrengend?

Es ist doch schon schwer, einen Bericht abzuliefern über das, was man wirklich erlebt hat. Und noch schwerer ist es, sich eine Geschichte auszudenken, bei der man sich jede Kleinigkeit merken muss, damit man nicht durcheinanderkommt beim Lügen.

Wer lügt, muss schlau sein und sich konzentrieren?

Auf jeden Fall. Erfolgreiches Lügen bedarf einer erhöhten geistigen Leistung. Das kann nicht jeder. Vor allem dann, wenn erfahrene Kriminalisten ermitteln. Ich erinnere da an einen spektakulären Fall, der Ostern 2008 viel Aufsehen erregte. Ein Mann warf von einer Autobahnbrücke einen Holzklotz auf einen vorbeifahrenden BMW ...

... und der Holzklotz durchschlug die Windschutzscheibe und tötete die Beifahrerin.

Ja, eine schreckliche Geschichte, die beiden Kinder saßen hinten im Auto, ihre Mutter war auf der Stelle tot. Obwohl die Kripo mit Hochdruck arbeitete, verliefen viele Spuren im Sande. Bis die Polizei zwei Wochen nach der Tat ankündigte, dass alle erwachsenen Männer, die in der Gegend gemeldet waren, eine Speichelprobe abgeben sollten, weil auf dem Holzklotz DNA, vermutlich des Täters, sichergestellt worden war. Und dieser Täter einen Fehler machte.

Welchen?

Er versuchte eine komplizierte Lüge, in der er sich selbst verhedderte. Als schon bekannt war, dass alle Männer untersucht werden sollten, meldete er der Polizei, er habe beim Überfahren der Autobahnbrücke mit dem Fahrrad einen Holzklotz, der im Weg war, beiseitegeräumt, damit sich niemand verletzen könne; vielleicht habe er so Spuren hinterlassen. Gleichzeitig erwähnte er noch, er habe eine Felge und einen Ast, die ebenfalls im Weg lagen, beiseitegeräumt. Die DNA-Analyse von Anhaftungen am Holzklotz war unergiebig, aber mit der etwas verworrenen Geschichte um Felge und Ast hatte der Mann Täterwissen offenbart. Für eine erfolgreiche Lüge hätte er diese Gegenstände nie erwähnen dürfen, denn es gab sie, was aber nur der Täter wissen konnte.

Woran können Sie feststellen, ob jemand lügt?

Wir Aussagepsychologen erkennen eher die Wahrheit als die Lüge. Die Wahrheit hat ihre eigene Logik. Die Wahrheit kann man vorwärts und rückwärts erzählen oder von der Mitte aus nach vorn oder hinten. Die Wahrheit zu erzählen ist leichter als zu lügen, und deswegen sind geistige Kapazitäten frei, um auch Randdetails zu erwähnen, Nebensächlichkeiten, Besonderheiten, sogar Widersprüchliches. Was wirklich passiert ist, das haben wir nicht nur verstandesmäßig gespeichert, das haben wir auch gefühlt. Da hatten wir Angst oder waren verwirrt oder irritiert, oder wir waren erleichtert. Und diese Gefühle und Gedanken werden oft miterzählt. Solche Inhalte nennen wir Realkennzeichen. Um sie zu erkennen, bedarf es guter polizeilicher Vernehmungen oder Befragungen durch aussagepsychologische Sachverständige.

Zwei, drei Befragungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft und dann vielleicht noch durch Sie oder Ihre Kollegen: Das ist mühsam. Es gibt Leute, die sagen, sie könnten das schneller, indem sie die Körpersprache lesen: die Art, wie jemand zwinkert, die Beine aufstellt, die Arme hält. Sie achten auf das Rotwerden, Schwitzen, Hampeln ...

Das ist Scharlatanerie, zumindest im Gerichtsprozess. Da sieht einem einer nicht in die Augen. Na und? Vielleicht ist er schüchtern. Vielleicht, ja ganz sicher, ist die ganze Sache ihm unangenehm. Vielleicht hält er die Arme immer so. Das beweist doch nichts.

Was ist mit Maschinen, die den Puls messen oder …

Das halte ich für Unsinn.

Der Lügendetektor lügt?

Der Lügendetektor ist ein Apparat, weiter nichts. Er entdeckt keine Lügen, auch wenn er so heißt. Er kann nur körperliche Reaktionen messen. Dass ein bestimmtes Messergebnis auf den Wahrheitsgehalt einer Aussage schließen lässt, ist Interpretation. Wir erschrecken, schwitzen, zittern oder werden blass, weil uns eine bestimmte Situation stresst, überfordert, einschüchtert. Aber warum? Vielleicht stresst mich die Vernehmung auf dem Revier. Ich erlebe das ja nicht jeden Tag. Ein zutreffender Verdacht stresst einen Menschen, außer vielleicht den Gewohnheitsverbrecher, der bleibt ganz cool. Ein falscher Verdacht stresst aber auch, vielleicht sogar noch mehr.

Nicht jeder, der nicht die Wahrheit sagt, lügt. Man kann sich irren. Man kann Sachen vergessen, missverstehen, falsch interpretieren.

Wie recht Sie haben! Unser Leben wird zum Beispiel sehr geprägt von sogenannten Scheinerinnerungen. Davon, nicht mehr genau zu wissen, ob man etwas erlebt oder gehört oder gelesen hat. Man erinnert sich nur noch an den Inhalt und gibt diesen als eigene Erfahrung weiter. Und je öfter man ihn erzählt, desto bildhafter wird die Erzählung und damit auch die vermeintliche Erinnerung.

Und irgendwann vermischt sich alles ...

... wie Wasser aus verschiedenen Quellen, das zusammenfließt. Und es ist kaum noch möglich, das Gehörte vom Erlebten zu unterscheiden. Probieren Sie es doch selbst aus: Vor allem auf Familienfesten wird immer gern von früher erzählt. Zum Beispiel, dass Sie als Kind dies und das gemacht haben sollen oder wie die Oma und die Tante mit dem Kasperle-Theater in den Weihnachtsbaum gefallen sind, als Sie drei Jahre alt waren. Sie selbst haben gar keine Erinnerung daran, die detaillierte Erinnerung von Erwachsenen an Erlebnisse in der Kindheit beginnt nämlich erst ab einem Alter von fünf, sechs Jahren, eher mit den ersten beiden Schuljahren. Aber je mehr Sie davon hören, wie Sie gewesen sein sollen oder was damals geschehen sein soll, desto mehr integrieren Sie das Gesagte in Ihre vermeintliche Erinnerung. Das kann dann so anschaulich werden, dass Sie denken, es selbst über all die Jahre erinnert zu haben.

Man kann sich also selbst nicht trauen?

Richtig. Kann man nicht. Überspitzt lässt sich sagen: Unser Gedächtnis ist gar nicht gut zum Behalten geeignet.

Sondern?

Sondern zum Überleben. Es sammelt Erfahrungen, es verdichtet, es produziert Prototypen und Schemata. Nur so kommen wir klar. Und so entstehen auch bei Zeugenaussagen allerlei Mischformen: Da kann eine Aussage zu einem Teil falsch sein aufgrund einer Scheinerinnerung, zu einem anderen Teil ist sie bewusste Unwahrheit. Die Scheinerinnerungen machen jedenfalls die Suche nach der Wahrheit noch schwieriger. Eine Aussage, die auf einer Scheinerinnerung beruht, ist gefühlte Wahrheit, sie ist nicht mehr durch ihre Qualität von einer wahren Aussage zu unterscheiden. Die aussagende Person hat ja alles, was sie berichtet, scheinbar erlebt, sie muss also nichts erfinden, sie kann sich auf ihre eigene „Erinnerung“ beziehen. Nur dass es nicht die eigene Erinnerung ist, sondern Gelesenes, Erzähltes, Vorgestelltes, im schlimmsten Fall Suggeriertes.

Hört sich gefährlich an ...

Ist es auch. Scheinerinnerungen können in der gerichtlichen Praxis ähnlich verheerende Wirkungen haben wie Lügen. Bei Sexualdelikten zum Beispiel nehmen sie zu. Durch die gehäuften Berichte über sexuellen Missbrauch entwickeln manche Menschen falsche Vorstellungen und „erinnern“ Ereignisse, die nicht geschehen sind. Eine Scheinerinnerung hat oftmals dieselben traumatischen Folgen wie ein erlebter Missbrauch. Und vor Gericht gibt es dann ein weiteres ganz reales Opfer: den unschuldig Beschuldigten.

Wie schaffen Sie es dann, die Lügner auszusieben?

Wir beurteilen nicht die Glaubwürdigkeit eines Menschen, suchen also nicht „die Lügner“. Sondern wir fragen uns, ob eine bestimmte Aussage glaubhaft ist oder nicht. Mit anderen Worten: Kann die betreffende Aussage auch anders als durch einen realen Erlebnishintergrund zustande gekommen sein?

Wie gehen Sie vor, wenn es nur die Aussage gibt und keine anderen Beweise?

Eine Glaubhaftigkeitsbegutachtung beruht auf drei Säulen. Die erste ist die Qualität der Aussage: Wie konsistent ist sie, wie detailreich, wie bildhaft, wie konstant? Was nicht heißt, dass sie chronologisch erzählt werden muss und dass man nicht auch Dinge vergessen kann, die einem später oder durch Nachfragen wieder einfallen. Wenn einer durcheinanderredet, und es passt alles zusammen, dann ist die Aussage glaubhaft.

Haben Sie ein Beispiel?

Es gab in Berlin eine lange Zeit Ableger der Nürnberger Stadtindianer-Kommune, in der ganz offenbar Kinder sexuell missbraucht wurden. Ein Junge erzählte in seiner Begutachtung durch mich über anale Penetrationen. Seine Schilderung bezog sich auf einen Mann mit Glatze in Wohnung A und auf einen anderen mit Locken in Wohnung B, gemeinsam war man noch in Wohnung C. Und er sprang immer hin und her, zwischen den Männern, den Wohnungen, den Missbräuchen, den Matratzen, es war ein einziges Kuddelmuddel. Ich bin damals zwischen Berlin und Hamburg gependelt und habe mir beim Autofahren wieder und wieder die Tonaufnahme der Befragung angehört. Es passte alles zusammen, kein Widerspruch in der Handlungszuordnung, die blieb immer konstant. Wenn der Junge gelogen hätte, hätte er erst einmal chronologisch die Taten erfinden und sie dann durcheinander erzählen müssen, ohne selbst durcheinanderzukommen. Das ist fast unmöglich. Im Falle einer Lüge hätte der Junge ein kleines Genie gewesen sein müssen.

Und solche Genies sind sicher nicht häufig.

Damit sind wir bei der zweiten Säule, das ist die Aussageperson. Wir fragen uns: Wäre sie intellektuell in der Lage, eine komplexe Geschichte zu erfinden, zu schildern, entsprechende Nachfragen zu beantworten und zwar konstant durch mehrere Befragungen? Wenn jemand mit geringer Intelligenz eine detailreiche Aussage zeitlich und lokal immer wieder gleich einordnet, dann erkennt man, dass es zu schwer für ihn gewesen wäre, so etwas zu erfinden. Wenn ein hochgebildeter Mensch, der seinen Lebensunterhalt beispielsweise als Journalist bestreitet, sich an bestimmte Details nicht oder falsch oder immer wieder anders erinnert, dann muss man genauer hinsehen, dann stimmt in der Aussage etwas nicht. Generell geht es um den Vergleich von Aussagequalität und Lügenkompetenz.

Und die dritte Säule?

Die dritte Säule ist die Aussagegeschichte. Ich erinnere an den Fall „Pascal“. 13 Menschen waren wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Mordes angeklagt. Ins Rollen kam der Fall durch die Aussage eines in seiner Entwicklung zurückgebliebenen Jungen, der von seiner Pflegemutter, die es sicher gut gemeint hat, zu einem eventuellen Missbrauch suggestiv befragt wurde. Der Junge griff die Fragen und Vorgaben der Pflegemutter auf und erzählte allabendlich neue Geschichten, die ihm Aufmerksamkeit und Zuwendung garantierten. Es endete schließlich damit, dass er seine eigene Mutter und weitere Personen nicht nur des Missbrauchs an sich selbst, sondern auch des Missbrauchs an dem verschwundenen fünfjährigen Pascal in der Tosa-Klause beschuldigte. In Wirklichkeit hat er den Pascal wahrscheinlich gar nicht gekannt. Es waren Aussagen, die aus gutachterlicher Sicht auf Suggestion beruhten.

Gibt es das heute häufiger als früher?

Opfer von Sexualdelikten werden heute ernst genommen, und das ist gut. Das war lange Zeit anders, da hat man den Opfern die Schuld gegeben, Minirock und so, Sie kennen das alles. Aber nun sind wir dort gelandet, wo wir einem vermeintlichen Opfer nahezu blindlings glauben und es sofort breite Unterstützung erhält. Und es gibt viele wohlmeinende, aber ahnungslose Therapeuten und Kinderschützer, die „verdrängte Erinnerungen“ hervorholen wollen, mit zweifelhaften Methoden. Dadurch ist die Gefahr groß, dass wir Menschen zu Tätern erklären, die in Wirklichkeit Opfer falscher Anschuldigungen sind.

Was kann man machen, um das zu verhindern?

Man muss Aussagen und Anschuldigungen nach den entsprechenden Standards überprüfen. Wenn ich ein Kind oder auch einen Erwachsenen begutachte, der angibt, Opfer eines sexuellen Missbrauchs oder einer Vergewaltigung geworden zu sein, dann sitze ich dieser Person nicht voller Emotionen gegenüber. Als Gutachter habe ich die Aufgabe, rational zu sein, zu prüfen. Deswegen bin ich nicht unfreundlich, aber ich bin wachsam. Unausgesprochen stelle ich mir fortwährend die Frage: ‚Kann es auch anders gewesen sein, als du es mir gerade erzählst?‘ … Sie gucken mich jetzt so skeptisch an. Als würden Sie denken, ich sei ein Täterschützer.

Sind Sie einer?

Viele Täter sitzen aufgrund von Gerichtsurteilen ein, bei denen meine Gutachten eine Rolle gespielt haben. Umgekehrt konnte ich oft helfen, „falsche“ Täter vor ungerechtfertigten Strafen zu bewahren oder sie aus dem Gefängnis herauszuholen. Falsche Verurteilungen bei Sexualdelikten kommen immer wieder vor. Das ist ein Kollateralschaden des Opferschutzes. Ich bin dagegen, dass man Personen, die andere beschuldigen, in Polizei- und Justizprotokollen sogleich als Opfer oder Geschädigte bezeichnet. Sie sind zunächst einmal Anzeigende beziehungsweise Zeugen, Belastungszeugen. Mit ihrer vorschnellen Bezeichnung als „Geschädigte“ oder „Opfer“ schafft man Fakten, die vielleicht gar keine sind.

Wenn Sie also jemanden begutachten, der angibt, Opfer einer Vergewaltigung geworden zu sein, dann glauben Sie das erst einmal nicht. Prinzipiell.

Wie Sie es formulieren, hört es sich grob an. Aber die Antwort lautet: ja. Das ist die Nullhypothese, der Grundgedanke unserer Methode. Nicht der Beschuldigte muss seine Unschuld beweisen, sondern es ist umgekehrt. Die Schuld muss bewiesen werden. Die meisten echten Opfer kommen damit übrigens gut zurecht. Sie erkennen die Situation, wissen, dass sie befragt und überprüft werden. Sie stellen sich darauf ein, versuchen, die Tränen zu unterdrücken.

Echte Opfer weinen nicht?

Sagen wir so: Tränen sind kein Beweis. Und jemand, der wirklich Opfer geworden ist, versucht, die schlimmen Gefühle eher fernzuhalten, als sie vorzuzeigen.

Auch Kinder?

Kinder erkennen die Ernsthaftigkeit einer Befragung durch Polizei oder Gutachter. Sie geben sich in der Regel Mühe und können ihre Zeugenaufgabe gut erfüllen. Ich halte nichts davon, in Begutachtungen, also zum Zwecke der Wahrheitsfindung, mit Kindern zu spielen. Eine polizeiliche oder gutachterliche Befragung ist kein Spiel. Spiel stößt die Fantasie an. Das ist kontraproduktiv bei der Suche nach der Wirklichkeit, der Wahrheit. Es ist Unsinn, über Spiel, also sozusagen „spielerisch“ herauszufinden, was das Kind „eigentlich“ sagen will.

Kann man mit Worten besser lügen als mit Gesten?

Die Lüge besteht ja aus Worten, Gestik und Mimik gehören natürlich dazu und müssen zu den Worten passen. Wenn einer erzählt, seine Mutter sei ermordet worden, und er feixt dabei, dann haben wir einen seltsamen Eindruck und werden skeptisch. Jemand, der lügen will, muss auch daran denken, wie er authentisch wirkt. Er muss seine Gestik und Mimik dem Inhalt der Lüge anpassen, was wiederum zeigt, dass Lügen eine schwierige Aufgabe ist, eine anspruchsvolle geistige Leistung.

Glauben Sie schönen, gebildeten, hochgestellten Personen eher als Kleinkriminellen, Armen oder Dicken?

Niemand kann sich davon frei machen, dass optische Eindrücke und auch Vorurteile die eigene Urteilsbildung beeinflussen. Man muss wissen, dass es so ist, und permanent gegensteuern. Dazu dient die aussagepsychologische Begutachtungsmethodik.

Sie haben ein Buch geschrieben, dessen Titel lautet: „Nichts als die Wahrheit? Warum jeder unschuldig verurteilt werden kann“. Ist das nicht ein bisschen übertrieben?

Leider nein. Ich erinnere an die Massenprozesse wegen vermeintlichen sexuellen Kindesmissbrauchs aus den 90er Jahren. Fehlurteile wurden dort vermieden, aber sozusagen in letzter Sekunde. Vorher hatten die Ermittlungen und die Prozesse längst verheerende Wirkungen gehabt, Leben zerstört. Nun denken Sie bitte nicht: Das ist doch lange her. Nein, Opa erzählt hier nicht von der Vergangenheit und längst gewonnenen Schlachten. Aus meiner Gutachterpraxis weiß ich, dass solche Fehler immer wieder gemacht werden. Die Standards der Glaubhaftigkeitsbegutachtung von Belastungszeugen, auf die jeder Beschuldigte laut Bundesgerichtshof ein Anrecht hat, werden oft nicht eingehalten – manchmal sind sie nicht einmal bekannt. Das ist nicht gut.

Ich stehe vor Gericht, und jemand beschuldigt mich. Ich war es nicht. Was soll ich tun?

Erzählen Sie dort sehr genau Ihre Sicht. Holen Sie sich einen guten Verteidiger, aber erst mal keinen Gutachter, das könnte nach hinten losgehen.

Warum das denn? Ich denke, Sie können mir helfen?

Kann ich auch. Aber es ist besser, wenn das Gericht mich beauftragt. Sonst bin ich als „Ihr“ Gutachter schon verbraucht. Bleiben Sie besonnen, und vor allem: Notieren Sie alles Wichtige, dokumentieren Sie jeden Schritt. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Gedächtnis oder den Glauben, jederzeit alles rekonstruieren zu können. Außerdem benötigen Sie dann ein wenig Vertrauen, dass Sie in einem eventuell langwierigen Prozess letztlich erfolgreich sein werden. Der Lügner macht in der Regel irgendwann einen Fehler, der ihn entlarvt.

Wie im Prozess gegen den Wetter-Moderator Jörg Kachelmann wegen Vergewaltigung und Körperverletzung, der mit einem Freispruch endete?

Der hat das im Prinzip schon richtig gemacht, er ist ja ein Kämpfer.

Und wenn ich doch der Täter war? Was sollte ich tun, damit man meine Version glaubt?

Netter Versuch!

Nach so vielen Jahren der Beschäftigung mit Wahrheit und Lüge kann Ihnen bestimmt keiner mehr etwas vormachen. Das ist ja auch im Alltag von großem Vorteil, oder?

Das glauben nur Sie. Ich bin im Grunde ein weichherziger Mensch und nicht immer im Dienst. Gebrauchtwagenhändler haben mich in der Vergangenheit reihenweise reingelegt, ich kaufe nur noch Neuwagen.

Würde diese Theorie Funktionieren ( Die Entstehung eines Universums aus einem schwarzen Loch )?
(Der Anfang der Theorie von mir ist unter dem Text der der nachvollzieungs hilfe mit einem 🙃 gekennzeichnet). Ich bin ein recht analysierendender und über mehrere Richtungen hinterfragender Menschen. Eine Theorie die mir in den sin Kamm aber die ich aus eigenemen Ermessensen erst zu grob und simple Fand aber Recht gut mit gängigenen Theorienen Einhergeht wie die (finde ich zu Erprobt stopende) Urknall Theorie, deren Ausbau wo sie durch ein höher dimensiodimensionales Schwarzes Loch aus ging und auch etwas von der multiversums Theorie. 🙃 Meine (mir imer noch zu vorkommende) Theorie geht davon das Der Urknall eine Explosion im und nicht des raumes ist, das ein extrem massereiches Schwarzes Loch das aufgrund des von mangelndem Nachschub Explodierte und durch diese kinetische Energie wie in der Urknall Theorie den Inhalt freisete. aber die Expansion des universums nicht die Ausbreitung des Raumes ist sondern viel ehr eine Zerstreuung Des Inhaltes in einem Raum stattfindet, vergleichbarear mit anderen Explosionen die Inhalt freizusetzenen. PS. ist zwar recht grob für meine persönlichpersönlichen Verhältnisse- (mache meist komplexere, effizientere und schlusvolgerungs fähigere Theorien und ist mir selber etwas schwammig ist eine meinens erachtens funktionell ergänzung zum Thema Uhrknall ) -und und verändertrt im grunde nur etwas den Blickwinkel gängiger Theorien aber in einen effektivenen und nachvollziehbaren weg. Diese Theorie ist Vorwiegend mit sipelerer hrangehensweise aufgebaut als meine anderen und dementsprechend mir etwas Unwohl sie zu veröffentlichen aber im Grunde eine meiner Meinung legitime logische Ergänzung. Was meint ihr?
Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?