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Illegales "Pflegeheim" in den USA Selbsternannter Pastor soll acht Menschen mit Behinderungen in seinem Keller eingesperrt haben

Polizisten in den USA werden mehr gefilmt den je
Im Keller habe die Polizei acht Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen vorgefunden (Symbolbild)
© AlessandroPhoto / Getty Images
Er habe ihre Finanzen kontrolliert und ihnen Medikamente vorenthalten: Ein US-amerikanischer, selbsternannter Pastor soll acht Menschen mit Behinderungen in seinem Keller eigeschlossen haben.

Ein 55 Jahre alter US-Amerikaner und seine 54-jährige Frau sollen in der Nähe von Atlanta eine illegale "Pflegeeinrichtung" in ihrem Keller betrieben haben. Polizeiangaben zufolge sperrte das Paar acht Menschen mit Behinderung zeitweise ein.

"Im Wesentlichen gegen ihren Willen eingesperrt"

Der örtlichen Polizeibehörde zufolge flog das Ganze erst auf, als am 13. Januar der Rettungsdienst zu einem der "Patienten" gerufen wurde, der einen Krampfanfall erlitten hatte. Als die Sanitäter in dem Wohnhaus in der Kleinstadt Griffin eine verriegelte Kellertür fanden, hätte sie umgehend die Polizei benachrichtigt.

Im Keller hätten die Beamten acht Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen im Alter zwischen 25 und 65 Jahren vorgefunden. Die Ermittlungen hätten später ergeben, dass das Ehepaar das Haus vor 14 Monaten gemietet und als "persönliches Pflegeheim" genutzt hätte. Die Menschen seien "im Wesentlichen gegen ihren Willen eingesperrt" worden. In dieser Zeit habe das Ehepaar die Kontrolle über die Finanzen und Sozialleistungen der Pflegebedürftigen übernommen und ihnen teilweise Medikamente sowie die medizinische Versorgung vorenthalten.

"Es ist erschreckend und abstoßend zu sehen, in welchem Ausmaß diese Personen von Menschen ausgenutzt wurden, die eine Vertrauensstellung innehatten", so die Polizei in einer Pressemitteilung.

Ehepaar wegen Freiheitsberaubung angeklagt

Der 55-jährige Tatverdächtige habe die Einrichtung unter dem Deckmantel einer Kirche betrieben und von sich selbst behauptet, Pastor zu sein. Sowohl er als auch seine Frau wurden wegen Freiheitsberaubung angeklagt, so die Polizei. Ihre "Patienten" seien in "geeigneten" Unterkünften untergebracht worden.

In einer Erklärung gegenüber CBS habe der Anwalt des Angeklagten erklärt, dass sein Mandant alle Vorwürfe bestreitet. Die Angaben der Polizei seien "voller Fehlinformationen". Außerdem habe er kein Pflegeheim, sondern eine christliche Einrichtung, die "Obdachlosen und Mündeln Unterkunft und Verpflegung bietet", betrieben.

Quellen: Pressemitteilung City of Griffin Police Department auf Facebook; "BBC"; "The Independent"

yks

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