Trauerfeier für getötete Sprengmeister "Großes geleistet, um Mitmenschen zu schützen"


Rund 700 Menschen haben am Dienstag von den drei Sprengmeistern Abschied genommen, die während eines Einsatzes getötet wurden.

Eine Woche nach der Explosion einer Zehn-Zentner-Bombe in Göttingen haben Angehörige, Kollegen und Freunde bei einer Trauerfeier Abschied von den drei getöteten Sprengstoffexperten genommen. Das Unglück habe "schlagartig vor Augen geführt, wie gefährlich die Arbeit der Kampfmittelbeseitiger ist", sagte der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Dienstag in der hannoverschen Marktkirche vor 500 Trauergästen.

Die Verstorbenen hätten "Großes geleistet, um ihre Mitmenschen vor den tödlichen Spätfolgen des Krieges zu schützen", betonte der CDU-Politiker. "Sie starben im Einsatz für andere Menschen; sie verdienen ein Andenken in Ehren", sagte er.

An der Trauerfeier nahmen auch Ministerpräsident Christian Wulff und Kollegen der Kampfmittelräumer aus europäischen Nachbarländern teil. Die getöteten Sprengstoffexperten wurden 38, 52 und 55 Jahre alt. Sie hatten bereits Hunderte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt.

Die genaue Ursache des Unglück in Göttingen ist unterdessen weiterhin unklar. Die Göttinger Polizei geht davon aus, dass der als besonders gefährlich geltende Säurezünder der Bombe diese zur Explosion brachte. Ungeklärt ist ist aber, was den Zündmechanismus 65 Jahre nach Abwurf der Bombe wieder in Gang setzte. "Es ist höchst ungewiss, ob eine genaue Klärung noch möglich ist", sagte Polizeisprecher Joachim Lüther.

Die Befragung aller Zeugen habe keine Hinweise auf eine Bewegung oder Erschütterung der Bombe erbracht, sagte Lüther weiter. Auch die Analyse der Bombenreste habe zu keinen neuen Erkenntnissen geführt. "Es gibt keine Hinweise auf eine andere Ursache, als eine plötzliche Explosion des Zünders", sagte er. Die Ermittlungen würden voraussichtlich in einigen Tagen abgeschlossen.

APN/DPA DPA

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