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Vermisste Fünfjährige aus Stendal: Facebook hilft bei der Suche nach der kleinen Inga

Mit Lautsprechern und Suchscheinwerfern, mit Waldpatrouillen und Facebook: Hunderte Helfer suchen in Sachsen-Anhalt die vermisste fünfjährige Inga. Wo ist das kleine Mädchen?

Einsatzkräfte suchen in einem Waldgebiet bei Wilhelmshof, einem Ortsteil von Stendal, das vermisste Mädchen Inga

Einsatzkräfte suchen in einem Waldgebiet bei Wilhelmshof, einem Ortsteil von Stendal, das vermisste Mädchen Inga

Hunderte Polizisten, Feuerwehrleute und Helfer von Deutschem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk suchen nach der vermissten fünf Jahre alten Inga. Die Einsatzkräfte durchkämmten am Montag mit Fährtenhunden große Waldgebiete von Wilhelmshof, einem kleinen Ortsteil von Stendal in Sachsen-Anhalt. Dort war das Kind am Samstagabend spurlos verschwunden.

Die Gegend bei Stendal wurde am Dienstag von einer Hundertschaft Polizisten zum wiederholten Male durchkämmt, sagte Polizeisprecher Marc Becher in Magdeburg. Zudem würden die Bewohner, Patienten und Mitarbeiter einer nahe gelegenen Klinik erneut befragt. Konkrete Spuren gebe es trotz der seit Tagen im Hochbetrieb laufenden Suchaktionen nicht. "Wir haben nicht den kleinsten Hinweis auf den Verbleib des Kindes." Je eher eine Spur gefunden wird, desto besser. "Mit jeder Stunde, die verstreicht, wird die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie quietschvergnügt wieder auftaucht", sagte der Polizeisprecher.

"Im Radius von fünf Kilometern haben wir inzwischen jeden Ast umgedreht", sagte Becher. Bisher vergeblich. "Aber wir geben nicht auf." Was dem Mädchen passiert sein könnte? Dazu haben die Ermittler noch keinen konkreten Anhaltspunkt. "Wir haben noch keine Tendenzen, unsere Suchmaßnahmen laufen in alle Richtungen", sagte eine Polizeisprecherin.

Am Samstagabend zuletzt gesehen: Die fünf Jahre alte Inga G.

Am Samstagabend zuletzt gesehen: Die fünf Jahre alte Inga G.

Suche nach Inga im 3500 Hektar großen Wald

Die vermisste Fünfjährige aus Schönebeck bei Magdeburg war am Wochenende mit ihrer Familie zu Besuch in Wilhelmshof gewesen. Der Ort ist umgeben von Wald. Etwa ein Dutzend Häuser stehen hier, schätzt ein Sprecher der Stadt Stendal, dazu eine Pflegeeinrichtung für Suchtkranke und Behinderte.

Zusammen mit anderen Mädchen hatte Inga nach ersten Erkenntnissen im Wald Holz für ein Lagerfeuer gesammelt, war am Samstagabend jedoch nicht zurückgekommen. Bereits am Sonntag hatte die Polizei mit Hunderten Helfern weite Teile des gut 3500 Hektar großen Waldes durchsucht. Lautsprecherwagen fuhren regelmäßig Waldwege ab, beschrieb Polizeisprecher Becher. Um die 100 Menschen im Ortsteil Wilhelmshof seien am Montag befragt worden, Bewohner, Mitarbeiter und Besucher der Einrichtung. Die Familie des kleinen Mädchens wurde von Spezialisten des Kriseninterventionsteams betreut.

Anwohner aus Stendal und der Umgebung nutzen unterdessen Facebook, um sich einzubringen. In der Gruppe "Was los in Stendal?" mit mehr als 3600 Mitgliedern verabreden sie sich zu Suchaktionen. "Wenn nötig durchkämmen wir auch morgen wieder die Wälder" steht in einem Eintrag geschrieben. Einige besorgte Bürger versuchen auch Mitfahrgelegenheiten zu bilden, um zum Gebiet zu gelangen, in dem das Mädchen gesucht werden soll.

Die Polizei erhofft sich auch hilfreiche Tipps aus der Bevölkerung. "Wir sind weiterhin über jede Art von Hinweis dankbar", sagte Becher. Inga ist etwa 1,20 Meter groß, hat blonde, zum Zopf gebundene Haare und blaue Augen. Zudem hat sie eine große Zahnlücke.

mka/DPA / DPA