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Berlin: Anrufer verleumdet Kneipengast – und löst Ebola-Alarm aus

Die Angst vor Ebola grassiert auch in Deutschland. In Berlin wurden die Behörden schon mehrfach alarmiert. Zuletzt wurde ein Mann anonym am Telefon verdächtigt - der Anruf löste einen Großeinsatz aus.

Die Ebola-Epidemie wütet in den Ländern Westafrikas. Am schlimmsten sind Liberia, Sierra Leone und Guinea betroffen. Laut den jüngsten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation sind bislang 4033 Menschen an der Seuche gestorben. Bis auf neun Tote kamen alle Opfer aus den drei Staaten. Auch wenn es zwei Infektionen in Spanien und in den USA gegeben hat, die mutmaßlich durch Fehlverhalten bei der Behandlung von Infizierten geschahen, besteht für Amerika und Europa wenig Grund zur Panik. Das kann man behaupten, ohne die Seuche zu verharmlosen.

Dennoch gibt es Menschen, bei denen offensichtlich der Anblick eines Afrikaners schon Panik auslöst oder die die Angst der Menschen ausnutzen, um einen üblen Scherz zu machen. So geschah es jetzt offensichtlich in Berlin. Wie mehrere Berliner Zeitungen übereinstimmend berichten, meldete sich ein Mann bei der Feuerwehr und berichtete über einen Gast in einer Wilmersdorfer Kneipe, der angeblich an der Infektionskrankheit leide.

Behörden geben schnell Entwarnung

Der Anruf löste einen Großeinsatz aus. Als Rettungskräfte und Seuchenexperten der Feuerwehr eintrafen, war der mutmaßlich infizierte Gast verschwunden. Die Absperrung des Lokals wurde vorsorglich aufrechterhalten. Wenig später konnte der Gast, ein Mann aus Nigeria, in seiner Wohnung gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden, wo seine Untersuchung zur Entwarnung führte. Die Kneipengäste wurden routinemäßig von einer Amtsärztin untersucht, das gehört in solchen Fällen zu den vorgeschriebenen Maßnahmen. Danach war der Spuk vorbei.

Vor wenigen Wochen hatte es schon einmal einen Ebola-Verdachtsfall in einem Job-Center in Prenzlauer Berg gegeben. Dort gab es aber aber einen berechtigten Verdacht. Wie sich herausstellte, litt die verdächtigte Frau unter Malaria. Dennoch hatte die Berliner Feuerwehr das Job-Center abgeriegelt, zwischen 600 und 800 Menschen mussten stundenlang in dem Gebäude ausharren.

Für den Anrufer kann es teuer werden

Für den anonymen Anrufer kann die Geschichte teuer werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass er in böser Absicht gehandelt hat, droht ihm nicht nur ein Strafverfahren. Aller Voraussicht nach dürften ihm auch die Kosten für den Feuerwehr-Einsatz auferlegt werden. Dabei kann schnell eine fünfstellige Summe zusammenkommen.

tis