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Bergung vor Giglio: "Costa Concordia" wird schwimmtüchtig gemacht

Seit 2012 vergammelt das Wrack der "Costa Concordia" vor der Insel Giglio. Nun steht das Kreuzfahrtschiff vor dem Abtransport. Vorher muss es schwimmfähig gemacht werden - eine heikle Aktion.

Zweieinhalb Jahre nach der "Costa Concordia"-Katastrophe haben die letzten Vorbereitungen zum Abtransport des riesigen Wracks begonnen. Vor der Mittelmeer-Insel Giglio wollte ein Team aus Hunderten Spezialisten den 290 Meter langen Kreuzfahrtkoloss am Montag zunächst um zwei Meter anheben. Innerhalb von einer Woche soll das Schiff zum Abtransport bereit sein und zum Verschrotten in den Hafen von Genua geschleppt werden. Bei der Havarie der "Costa Concordia" vor Giglio waren im Januar 2012 insgesamt 32 Menschen gestorben, darunter zwölf Deutsche.

"Die kritischste Phase ist sicherlich die, wenn das Schiff von den Plattformen gelöst wird", erklärte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli. Dieser Vorgang glückte den Einsatzkräften jedoch am Montag reibungslos. Danach sollte die "Costa Concordia" beim sogenannten Aufschwimmen zunächst 30 Meter aufs Meer hinausgeschleppt und dort befestigt werden. In den kommenden Tagen will das internationale Team dann die letzten der 30 Schwimmkästen aus Stahl in Position bringen, bevor diese mit Luft gefüllt werden und dem Kreuzfahrtriesen so den nötigen Auftrieb für den Abtransport geben. Statt der bisher 30 Meter soll das Schiff dann einen Tiefgang von etwa 17 Metern haben.

Schiff soll schon Montag stabilisiert sein

"Ich habe großes Vertrauen, dass unsere Bergungsspezialisten dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss bringen werden", sagte Michael Thamm, Vorstandschef der Reederei "Costa Crociere", der Nachrichtenagentur dpa. "Noch nie hat es eine ähnliche Aktion gegeben." Die Bergungsarbeiten kosten die Reederei alles in allem etwa 1,5 Milliarden Euro.

Das Projekt wird aus einem Kontrollraum auf dem Wrack von Nick Sloane und seinem Team gesteuert. "Das Wetter ist gut. Das müssen wir nutzen, um das Lösen von den Plattformen umzusetzen. Wir hoffen, dass sich das Schiff bis heute Abend stabilisiert hat", kündigte Sloane an. Das Verfahren ist nicht ohne Risiko, immer wieder wird es unterbrochen, um den Zustand des Schiffs und eine mögliche Belastung des Meers zu überprüfen. Umweltschützer befürchten, das Wrack könnte auseinanderbrechen oder schädliche Flüssigkeiten verlieren.

Nach dem erfolgreichen Aufschwimmen soll die "Costa Concordia" etwa 350 Kilometer weit durch das Mittelmeer bis nach Genua geschleppt werden. Bei einer Geschwindigkeit von knapp vier Stundenkilometern braucht der Koloss dafür mehrere Tage. Zwei Jahre soll dann das Verschrotten des Schiffs noch dauern. Bis zu 80 Prozent der Materialien sollen nach Angaben der Verantwortlichen recycelt werden.

ono/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?