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Frankreich: Kinderleiche in Lkw gefunden - 43 Tote bei Busunglück

Tragisches Ende eines Seniorenausflugs: Ein Bus kollidiert in Südwestfrankreich mit einem Lastwagen und geht in Flammen auf - eine tödliche Falle für mehr als 40 Menschen. Stunden nach dem Unfall wird auf dem Beifahrersitz des Lkw eine Kinderleiche gefunden.

Ein verletzter Mensch wird nach dem Busunglück in Frankreich medizinisch versorgt

Acht Menschen konnten sich aus dem brennenden Bus retten, vier von ihnen schwerverletzt

Beim Zusammenstoß eines Busses mit einem Lastwagen in Südwestfrankreich sind mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Der Bus mit einer französischen Seniorengruppe und der Holztransporter prallten den Behörden zufolge am Freitagmorgen östlich von Bordeaux auf einer Landstraße frontal zusammen. Sie gingen sofort in Flammen auf. Mehrere Menschen überlebten den tödlichsten Verkehrsunfall in Frankreich seit 33 Jahren verletzt. Zunächst waren die Behörden von 42 Toten ausgegangen, doch auf dem Beifahrersitz des Lkw wurde eine Kinderleiche entdeckt.

Das Unglück ereignete sich auf der Landstraße 17 im bekannten Weingebiet Saint-Emilion auf dem Gebiet der Gemeinde Puisseguin. "Offenbar hat der Lastwagen(fahrer) die Kontrolle über das Fahrzeug verloren", sagte der Bürgermeister von Puisseguin, Xavier Sublett, dem Radiosender RTL. "Er hat sich quer auf die Straße gestellt. Der Bus(fahrer) hat den Unfall kommen sehen und hat versucht, ihn zu verhindern." Der Busfahrer habe den Zusammenstoß nicht verhindern, aber noch den Türöffnungsmechanismus betätigen können.


Busfahrer überlebte

Ein vom Nachrichtensender BFMTV veröffentlichtes Zeugenfoto zeigte einen komplett ausgebrannten Bus. Rund 60 Feuerwehrleute eilten mit etwa 20 Einsatzfahrzeugen zu der Unglücksstelle, auch Hubschrauber waren im Einsatz. Für die Angehörigen der Opfer wurde eine psychologische Krisenzelle eingerichtet.
An Bord des Busses befanden sich 48 Passagiere und der Busfahrer. Vier Menschen wurden bei dem Unfall schwer verletzt, wie der Präfekt des Départements Gironde, Pierre Dartout, sagte: Zwei erlitten Schädelbrüche, zwei weitere schwere Verbrennungen. Vier weitere Menschen wurden leicht verletzt. Unter den Toten ist auch der Lastwagenfahrer. Über den Busfahrer hieß es zunächst, er sei unter den Toten. Jedoch überlebte er das Unglück leicht verletzt, wie Bürgermeister Sublett vor Journalisten vor Ort sagte.

Der Bus war nur kurz vor dem Unfall in der Gemeinde Petit-Palais-et-Cornemps zu einem Ausflug gestartet. An Bord waren Mitglieder eines Seniorenvereins.


Hollande: "Furchtbare Tragödie"

Frankreichs Staatschef François Hollande sprach am Rande eines Griechenland-Besuchs von einer "furchtbaren Tragödie". Die Regierung sei "vollkommen mobilisiert", sagte Hollande in Athen. Regierungschef Manuel Valls sprach den betroffenen Familien über den Kurznachrichtendienst Twitter sein Beileid aus. Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies machten sich umgehend auf den Weg zur Unglücksstelle, ebenso der Bürgermeister von Bordeaux, der frühere Premierminister Alain Juppé.

Es ist der tödlichste Straßenverkehrsunfall in Frankreich seit mehr als 30 Jahren. 1982 waren bei einem Busunglück im ostfranzösischen Beaune 53 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 44 Kinder.

Bundespräsident Gauck kondoliert

Bundespräsident Joachim Gauck hat in einem Kondolenzschreiben an den französischen Staatschef François Hollande seine Anteilnahme ausgesprochen. "Die Nachricht von dem furchtbaren Busunglück nahe Bordeaux, bei dem so viele Ihrer Landsleute auf so tragische Weise ums Leben gekommen sind, erfüllt mich mit großer Bestürzung und tiefer Trauer", schrieb Gauck nach Angaben des Bundespräsidialamts in Berlin. "Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen, denen wir Kraft wünschen für die Bewältigung des schrecklichen Verlustes, den sie erlitten haben".

tim/fin / DPA / AFP