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Explosionen in Fukushima und Nachbeben Angst vor Super-GAU in Japan


Japan kommt nicht zur Ruhe: In der Atomanlage Fukushima 1 kam es zu Explosionen in einem weiteren Reaktor. Kurz zuvor hatte ein schweres Nachbeben vor der Küste Angst vor einer neuen Tsunami-Welle ausgelöst.

Nur zwei Tage nach dem Atomunfall in der japanischen Anlage Fukushima 1 haben Explosionen in einem weiteren Reaktor erneut die Angst vor einer atomaren Katastrophe geschürt. Vor der Küste des Landes ereignete sich ein schweres Nachbeben, in dessen Folge die Behörden kurzzeitig eine Tsunami-Warnung herausgaben. Wegen der Vorfälle im Land brach der Börsenindex ein, die Zentralbank pumpte 15 Billionen Yen (131,6 Milliarden Euro) in den Geldmarkt.

Nach Angaben der Atombehörde des Landes und des Kraftwerkbetreibers Tepco ereigneten sich zwei Explosionen, vermutlich Wasserstoffexplosionen, in Reaktor 3 der Anlage. Fernsehbilder zeigten dicke, weiße Rauchsäulen über dem Reaktor. Bereits am Samstag hatte es in dem Akw eine Explosion gegeben, durch die das Gebäude rings um Reaktor 1 zerstört worden war. Nach den Explosionen vom Montag erklärte Tepco aber, der Reaktorbehälter sei intakt. Regierungssprecher Yukio Edano erklärte zudem, die Wahrscheinlichkeit des Austritts von Radioaktivität an der Anlage sei "gering". Nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji wurden neun Menschen bei den Explosionen verletzt.

Kurz zuvor, um 10.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MEZ), hatte sich ein schweres Nachbeben vor der Küste ereignet. Die US-Erdbebenwarte (USGS) gab die Stärke mit 5,8 an. Das Epizentrum lag demnach vor der Küste, rund 150 Kilometer nordöstlich von Tokio entfernt. Der Fernsehsender NHK berichtete unter Berufung auf Beobachtungen der Feuerwehr per Helikopter, in Folge des Nachbebens rolle eine Tsunami-Welle auf das Land zu, die bis zu drei Meter hoch sein könne. Daraufhin gaben die örtlichen Behörden eine Tsunami-Warnung heraus, hoben sie wenig später aber auf. Das meteorologische Institut konnte die Angaben eines drohenden Tsunamis nicht bestätigen, obgleich ein Sprecher einräumte, dass einige Messgeräte durch das schwere Beben vom Freitag und den anschließenden Tsunami beschädigt wurden.

In dem Atomkraftwerk Onagawa sank nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) der Grad der Radioaktivität indes wieder auf ein normales Niveau. Zuvor war für das Akw im Nordosten des Landes, in dem es gebrannt hatte, wegen überhöhter Radioaktivität der atomare Notstand ausgerufen worden. Untersuchungen der japanischen Behörden an der Anlage hätten nun aber ergeben, dass aus keinem Reaktor Radioaktivität ausgetreten sei. Tepco plante angesichts des Ausfalls zahlreicher Kraftwerke, ganze Regionen einschließlich des Großraums um die Hauptstadt Tokio vom Stromnetz zu nehmen, verschob diese Maßnahme aber erneut, um zunächst den Bedarf der Bevölkerung sicherzustellen.

Die Börse in Tokio verzeichnete am Montag kurz nach der Öffnung bereits deutliche Kursverluste. Der japanische Nikkei-Index brach um mehr als sechs Prozent ein und rutschte unter die wichtige Marke von 10.000 Punkten. Auch die Aktien japanischer Autobauer wie Toyota und Nissan gaben deutlich nach. Die japanische Zentralbank pumpte zunächst sieben Billionen Yen in den Geldmarkt des Landes und erhöhte diese Rekordsumme danach zwei Mal auf insgesamt dann 15 Billionen Yen. Es würden "alle möglichen Maßnahmen" ergriffen, um die Stabilität der Finanzmärkte sicherzustellen, sagte ein Sprecher der Zentralbank.

Die Polizei gab die Zahl der Toten durch die Naturkatastrophen unterdessen mit fast 1600 an, es wird aber wegen der zahlreichen Vermissten mit weitaus mehr Opfern gerechnet.

cas/AFP AFP

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