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Hochwasser in Deutschland Unwetter in Bayern: Bob- und Rodelbahn Königssee zerstört

Hochwasser in Deutschland: Unwetter in Bayern: Bob- und Rodelbahn Königssee zerstört
Im Video: Angela Merkel und Malu Dreyer im Katastrophen-Gebiet.









Am Sonntag besuchten Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, das Katastrophengebiet. Dabei machten sie sich vor allem ein Bild von der Lage in dem Eifelort Schuld, wo die Aufräumarbeiten auf Hochtouren laufen. Gemeinsam versprachen sie schnelle Hilfe und eine enge Abstimmung zwischen Bund und Land.
Merkel: "Es ist erschreckend. Ich will fast sagen, die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die angerichtet ist. Und es ist das, was ich allerdings sehen konnte, auch unglaublich beruhigend, wie die Menschen zusammenhalten, wie sie einander helfen, welche Solidarität da ist.”
“Wir stehen an ihrer Seite. Bund und Land werden gemeinsam handeln, um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen. In dieser wunderschönen Gegend. Und das heißt, dass wir kurzfristig schnell handeln müssen. Das heißt aber auch, dass wir einen langen Atem brauchen."
Dreyer: "Unsere Struktur ist belastbar und wir werden nicht ruhen, bis wirklich die Menschen, die Vermissten gefunden werden. Dass wir tatsächlich vor Ort unterstützen bei den Aufräumarbeiten. Aber wir sind uns alle sicher, dass wir viele Wochen, Monate arbeiten müssen, um diesen Landstrich wieder so in einen Zustand zu bringen, wie er einmal war. Das gilt auch für die anderen betroffenen Regionen." 
Merkel kündigte an, im August noch mal vorbeikommen zu wollen. Bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW sind allein in Deutschland mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Jedoch ist es noch viel zu früh, um zu wissen, wie hoch die Gesamtschäden sind.
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Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die News zum Hochwasser in Deutschland im stern-Ticker: 

21.55 Uhr: Lage in Traunstein und Berchtesgadener Land entspannt sich

In den vom Hochwasser strak betroffenen Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein in Bayern entspannt sich laut Informationen des Bayerischen Rundfunks die Lage inzwischen wohl zusehends. Die Pegelstände gehen zurück. Bewohner einer evakuierten Siedlung in Schönau am Königsee konnten nach einer geologischen Prüfung eines Hangs am Abend zum Teil in ihre Wohnungen zurück. In anderen am Samstag überfluteten Bereichen ist das allerdings noch nicht möglich.

19.41 Uhr: Laschet will mehr Schutz gegen Wetterextreme

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert als Konsequenz aus der Hochwasserkatastrophe mehr Vorsorge gegen Extremwetter. "Wir müssen Dämme bauen, Rückhaltebecken, Wasserreservoirs, Flächen renaturieren - Schutz nicht nur am Rhein, sondern auch an den großen und den vielen kleinen Flüssen überall im Land", sagte Laschet am Sonntagabend laut Redemanuskript in einer Fernsehansprache im WDR. "Kurz: Natur, Umwelt, Leib und Leben schützen - quasi das Immunsystem unserer Heimat stark machen, damit wir besser gegen Wetterextreme gewappnet sind."

Die Häufigkeit und die Wucht solcher Katastrophen seien auch eine Folge des Klimawandels, bekräftigte Laschet. "Den müssen wir hier und weltweit schneller und konsequenter bekämpfen. Das Klima gewährt keinen Aufschub."

Gleichzeitig bedankte sich Laschet bei allen Helfern und versprach der CDU-Kanzlerkandidat schnelle Hilfen durch die Politik: "Als Land tun wir alles, um jetzt die direkten Auswirkungen der Katastrophe in den Griff zu bekommen." Er kündigte ein Treffen mit Vertretern der betroffenen Städte und Gemeinden im Laufe der Woche an, "um zu beraten, wie wir die Finanzhilfen ausgestalten, um schnell unsere Heimat wiederaufzubauen." Der Wiederaufbau werde Jahre dauern.

18.50 Uhr: Polizei in NRW erreicht mehr als 700 Vermisste nach Unwettern

Bei der Suche nach Opfern der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei mehr als 700 Vermisste telefonisch erreicht. Damit sei eine Vielzahl der Vermisstenmeldungen, die bei der Polizei Köln eingegangen waren, aufgeklärt worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. In Rheinbach bargen die Einsatzkräfte am Mittag eine weitere Leiche, damit steigt die Zahl der Todesopfer im betroffenen Rhein-Sieg-Kreis auf neun.

Rund 250 Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks waren am Sonntag im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen im Einsatz, um nach weiteren Vermissten zu suchen. Derzeit werden laut Polizei in der Region noch etwa 150 Menschen vermisst. 

18.43 Uhr: Nach Hochwasser-Katastrophe: Löcher im Mobilfunknetz werden repariert

Deutschlands drei Mobilfunk-Netzbetreiber kommen beim Wiederaufbau ihres Netzes in den Hochwasser-Katastrophengebieten voran. Von den rund 150 betroffenen Stationen seien inzwischen wieder zwei Drittel in Betrieb, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers Telefónica (o2) am Sonntag. Von der Deutschen Telekom hieß es, dass mittlerweile mehr als die Hälfte der 130 ausgefallenen Mobilfunkstandorte wieder am Netz seien.

In den meisten Fällen waren die Antennen der Netzbetreiber ausgefallen, weil die Stromversorgung unterbrochen war. "Viele der noch ausgefallenen Stationen befinden sich an Orten, die noch nicht wieder zugänglich sind", sagte der Telefónica-Sprecher. Es seien vier mobile Stationen im Einsatz, zehn weitere stünden bereit.

Bei Vodafone waren am Sonntag noch ein Sechstel der Mobilfunkstationen in den deutschen Hochwasser-Katastrophengebieten nicht am Netz, wie ein Firmensprecher berichtete. Bei Anlagen in umliegenden Gebieten sei die Reichweite erhöht worden, um eine "Basisversorgung" zu ermöglichen. Bei einer solchen Basisversorgung ist die Leistung etwas schwächer als sonst üblich, aber immerhin ermöglicht sie mancherorts wieder Verbindungen.

Hochwasser in Deutschland: Unwetter in Bayern: Bob- und Rodelbahn Königssee zerstört

17.50 Uhr: Altmaier für genaue Aufarbeitung möglicher Fehler im Katastrophenschutz

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier fordert eine umfassende Aufarbeitung etwaiger Fehler beim Katastrophenschutz bei der Flutkatastrophe in Westdeutschland. "Es muss, sobald wir die unmittelbare Hilfe geleistet haben, auch geschaut werden: Gibt es Dinge, die nicht gut gelaufen sind, gibt es Dinge, die schief gelaufen sind? Und dann muss korrigiert werden", sagte der CDU-Politiker am Sonntag in einem Politiktalk der "Bild"-Zeitung. "Es geht nicht um Schuldzuweisungen, es geht um Verbesserungen für die Zukunft."

Altmaier sagte, anders als bei früheren Hochwasserkatastrophen hätten die Menschen diesmal nicht Stunden oder Tage gehabt, um sich vorzubereiten. Deshalb müsse man darüber reden: "Haben wir ausreichend Vorsorge getroffen, um solche Ereignisse rechtzeitig zu erkennen?" In Bayern, Österreich und an anderen Orten gebe es ja bereits ähnliche Geschehnisse. "Das ist ein wichtiger Warnschlag, ein Warnsignal für uns alle", so Altmaier.

17.50 Uhr: Schulen und Kitas im Berchtesgadener Land bleiben geschlossen

In den Hochwassergebieten in Oberbayern bleiben am Montag die Schulen und Kitas geschlossen. Es werde eine Notbetreuung geben, teilte das Landratsamt Berchtesgadener Land am Sonntag mit. Ob die Einrichtungen in den Orten Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee auch am Dienstag geschlossen bleiben müssten, sei noch nicht absehbar.

Dies diene zum einen der Sicherheit der Kinder, hieß es als Begründung. Vor allem sollen aber die passierbaren Straßen frei gehalten werden, damit die Einsatzkräfte mit ihren schweren Geräten reibungslos durchkommen könnten.

16:40 Uhr: Bob- und Rodelbahn Königssee zerstört

Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das schwere Unwetter in der Nacht zerstört worden. Thomas Schwab, Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, der Schaden gehe in die Millionen. "An einen Bahnbetrieb in diesem Winter ist nicht zu denken. Wir hoffen, dass wir die Bahn bis Oktober 2022 wieder hinbekommen", sagte Schwab. Der Zugang sei derzeit beschwerlich, für die Aufräumungsarbeiten schweres Gerät vonnöten.

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Teile der ältesten Kunsteisbahn der Welt wurden von den Wassermassen weggerissen und zerstört. Am Nachmittag wollte sich Landrat Bernhard Kern ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen. "Es tut unendlich weh!", schrieb der mehrmalige Rodel-Weltmeister und Olympiasieger Felix Loch in den Sozialen Netzwerken neben einem Foto der schwer demolierten Rennstrecke. Sein Herz sei gebrochen, ergänzte der Berchtesgadener und äußerte die Hoffnung, dass sich niemand verletzt habe. Die frühere Rodlerin und Bobfahrerin Susi Erdmann schrieb bei Facebook mit einem weinenden Smiley: "Unfassbar... Meine ehemalige Heimbahn am Königssee wird einfach weggespült."

16.21 Uhr: Hilfsbereitschaft füllt Lager

Die Hilfsbereitschaft angesichts der Not der Anwohner in den Hochwasser-Gebieten ist groß, die Lager mit Sachspenden sind voll. Die Kreise Euskirchen und Rhein-Erft in Nordrhein-Westfalen erklärten am Sonntag, Sachspenden gebe es derzeit genug. "Es besteht vielerorts das Problem, dass zusätzliche Spenden nicht verwaltet und gelagert werden können", erklärte der Kreis Euskirchen. Hilfsangebote sollten nicht unkoordiniert, sondern im direkten Kontakt mit Betroffenen erfolgen. Beide Kreise richteten Konten für Hochwasser-Hilfen ein und baten um Geldspenden.

Das Deutsche Rote Kreuz in Köln berichtete am Sonntag, weitere Sachspenden würden zunächst nicht mehr angenommen. Eine für 50 Wagen konzipierte Fahrzeughalle sei gut gefüllt. "Wir hatten nicht gedacht, dass wir innerhalb von zwei Tagen so viele Sachspenden entgegennehmen dürfen", sagte ein DRK-Mitarbeiter. Nun müssten die Gaben erst einmal sortiert und dafür Abnehmer gefunden werden.

15.16 Uhr: Söder und Scholz im bayerischen Hochwassergebiet

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sind im Hochwassergebiet in Südostbayern eingetroffen. Sie wurden nach Angaben eines Sprechers zunächst in Berchtesgaden von Landrat und Einsatzleiter über die aktuelle Situation informiert. Anschließend wollten sie sich auch in Schönau am Königssee ein Bild von der Lage machen. Dort ist am Nachmittag auch ein Pressetermin geplant, an dem auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) teilnehmen will.

15.07 Uhr: Nach Hochwasser-Katastrophe: Mobilfunknetz noch immer mit Lücken

Die Telekommunikationsunternehmen kommen nun beim Wiederaufbau der Netzversorgung voran, nachdem der Mobilfunk in den Hochwasser-Regionen teilweise ausgefallen war. Von den rund 150 betroffenen Stationen seien inzwischen wieder zwei Drittel in Betrieb, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers Telefónica (o2).

In den meisten Fällen waren die Antennen aus, weil die Stromversorgung unterbrochen war. Etwa 50 Stationen sind noch außer Betrieb. "Viele der noch ausgefallenen Stationen befinden sich an Orten, die noch nicht wieder zugänglich sind", sagte der Sprecher. Es seien vier mobile Stationen im Einsatz, zehn weitere stünden bereit.

Bei Vodafone waren am Sonntag noch ein Sechstel der Mobilfunkstationen in den deutschen Hochwasser-Katastrophengebieten nicht am Netz, wie ein Firmensprecher berichtete. Bei der Telekom sind ebenfalls noch Funklöcher in den Hochwassergebieten vorhanden. Es gebe Mobilfunkstandorte und Kabel, an die man für die Reparatur noch nicht heran komme oder aus Gefahrengründen nicht heran dürfe, sagte ein Firmensprecher. Zahlreiche Standorte seien inzwischen aber wieder am Netz.

14.57 Uhr: Dreyer: Wir werden nicht ruhen, bis die Menschen gefunden werden

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) geht von einem "Kraftakt auf lange, lange Zeit" aus, bis der Wiederaufbau in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten bewältigt ist. "Es wird lange dauern, bis die Leute wieder sagen können: Ich erkenne meine Heimat wieder", sagte sie bei einem Besuch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Adenau.

Vorrang habe nun die Suche nach den noch immer Vermissten. "Wir werden nicht ruhen, bis die Menschen, die vermisst werden, gefunden werden", versprach sie. Auch Merkel sagte, die Rettungsarbeiten hätten "absoluten Vorrang".

14.49 Uhr: Merkel: Politik muss "das Klima mehr in Betracht ziehen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz mehr Anstrengungen beim Klimaschutz versprochen. "Wir sehen, mit welcher Gewalt die Natur agieren kann", sagte Merkel in der Eifelgemeinde Adenau. "Wir werden uns dieser Naturgewalt entgegenstemmen - kurzfristig, aber auch mittel- und langfristig." Es bedürfe einer Politik, "die die Natur und das Klima mehr in Betracht zieht, als wir das in den letzten Jahren gemacht haben".

Die Kanzlerin hatte sich zuvor ein Bild von den vom Hochwasser besonders betroffenen Gebieten gemacht. Gegen Mittag besuchte sie die Eifelgemeinde Schuld, die von der Flutkatastrophe verwüstet worden war. Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt. Begleitet wurde Merkel unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

14.40 Uhr: Kanzlerin in Katastrophengebiet - "Gespenstische Bilder"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch in den vom Hochwasser schwer getroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz schnelle Hilfe angekündigt. "Wir stehen an Ihrer Seite, Bund und Land", sagte sie in Adenau im Kreis Ahrweiler. Bund und Land würden dabei Hand in Hand arbeiten.

Sie sei gekommen, um sich ein reales Bild von den surrealen, "gespenstischen Bildern" vor Ort zu verschaffen, sagte Merkel. "Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist."

Begleitet wurde die Kanzlerin unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt. Zudem wurden in Nordrhein-Westfalen nach derzeitigem Stand 46 Todesopfer registriert.

14.32 Uhr: Gelacht während Steinmeier-Rede: "Auch der Landrat macht Fehler"

Nach Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat auch der Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock (CDU), den Eindruck eines heiteren Gesprächs in der Hochwasser-Stadt Erftstadt während des Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bedauert. Rock erklärte am Sonntag, sollte er damit die Gefühle von Menschen verletzt haben, entschuldige er sich dafür ausdrücklich. "Auch der Landrat ist nur ein Mensch und macht Fehler", sagte er in einer Pressemitteilung.

In einer persönlichen Erklärung betonte der Landrat am Sonntag, man habe sich in einer sehr anstrengenden und auch emotional aufgeladenen Situation befunden. "Ich habe gestern mit Betroffenen geweint, aber auch in einer kurzen Situation gelacht", sagte er. Diese kurze Situation sei von Kameras eingefangen worden.

14:27 Uhr: Kramp-Karrenbauer bei Soldaten in NRW: "Alle sind tief betroffen"

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich nach einem Besuch im schwer vom Hochwasser getroffenen Erftstadt in Nordrhein-Westfalen bestürzt gezeigt. "Es fehlen mir ein bisschen die Worte", sagte die CDU-Ministerin dem Radiosender WDR5 am Sonntag. Sie habe mit Soldatinnen und Soldaten gesprochen, die vor Ort im Hilfseinsatz seien. Darunter sehr einsatzerfahrene, die beim Oderhochwasser oder viel im Ausland waren. "Alle haben mir gesagt, so etwas wie hier haben sie noch nie erlebt, alle sind tief betroffen", sagte Kramp-Karrenbauer.

14:10 Uhr: Weitere Häuser im Berchtesgadener Land evakuiert

Weitere Häuser im Hochwassergebiet des Berchtesgadener Landes müssen evakuiert werden. Das betreffe einen Teilbereich an der Königsseer Ache, teilte das Landratsamt mit. Wie viele Menschen betroffen seien und was wo genau drohe - also Hochwasser oder ein Hangabrutsch - konnte eine Sprecherin noch nicht sagen. Die Entscheidung sei erst vor kurzem getroffen worden.

Die betroffenen Menschen würden direkt kontaktiert. "Wichtig ist, auf die Anweisungen der Einsatzkräfte zu achten, zügig das betroffene Gebiet zu verlassen und sich zum angeordneten Sammelpunkt zu begeben."

Zuvor wurden 135 Menschen in Sicherheit gebracht. Denn in Schönau am Königssee droht ein Hangabrutsch, ein Geologe sei vor Ort, um die Lage zu bewerten, so das Landratsamt.

13.46 Uhr: Nordrhein-Westfalen verzeichnet weiteres Todesopfer durch Unwetter

Nordrhein-Westfalen verzeichnet ein weiteres Todesopfer durch die Unwetterkatastrophe. "Die Zahl ist auf 46 gestiegen", sagte eine Sprecherin des Landesinnenministeriums. Insgesamt liegt die Zahl der bestätigten Todesopfer in Deutschland damit bei 157.  In Rheinland-Pfalz wurden bislang 110 Tote gezählt, in Bayern kam mindestens ein Mensch bei Überschwemmungen ums Leben. Zahlreiche Menschen werden in Westdeutschland noch vermisst.

13.29 Uhr: Papst betet für Flut-Betroffene - Forderung nach Frieden in Kuba

Papst Franziskus hat für die Menschen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden gebetet, die schwer von den Überschwemmungen getroffen wurden. "Der Herr möge die Verstorbenen aufnehmen und die Familien trösten", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag vor Hunderten Gläubigen auf dem Petersplatz. Außerdem solle er den Einsatz aller unterstützen, um denen zu helfen, die schwere Schäden erleben mussten.

Papst Franziskus betete nach seinem mehr als einwöchigen Krankenhausaufenthalt das Angelus-Gebet wieder von seinem Arbeitszimmer im Apostolischen Palast aus. Am vergangenen Sonntag sprach der 84-Jährige das Gebet in der Poliklinik Agostino Gemelli, wo er sich von einer Darmoperation erholt hatte.

13.12 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel im Eifel-Katastrophengebiet eingetroffen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonntag zu einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz eingetroffen. Gegen Mittag war Merkel in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden war. Die Kanzlerin wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, hieß es im Vorfeld. Begleitet wurde sie unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüßte Merkel. Fernsehbilder zeigten sie auf einer Brücke im Gespräch mit Einsatzkräften. Für den Nachmittag war ein Pressestatement in Adenau geplant. Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt.

Hochwasser in Deutschland: Unwetter in Bayern: Bob- und Rodelbahn Königssee zerstört

13.03 Uhr: Bob- und Rodelbahn Königssee schwer beschädigt - "Tut unendlich weh"

Die heftigen Unwetter im Berchtesgadener Land haben auch die Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt. Teile der Weltcup-Bahn wurden von den Wassermassen weggerissen und zerstört, wie auf Bildern und Videos zu sehen war. Der Landkreis Berchtesgadener Land als Inhaber äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Details und der Schwere der Beschädigung auf der mehr als 1500 Meter langen Traditionsbahn in Schönau am Königssee.

"Es tut unendlich weh!", schrieb der mehrmalige Rodel-Weltmeister und Olympiasieger Felix Loch in den Sozialen Netzwerken neben einem Foto der schwer demolierten Rennstrecke. Sein Herz sei gebrochen, ergänzte der Berchtesgadener und äußerte die Hoffnung, dass sich niemand verletzt habe. Die frühere Rodlerin und Bobfahrerin Susi Erdmann schrieb bei Facebook mit einem weinenden Smiley: "Unfassbar... Meine ehemalige Heimbahn am Königssee wird einfach weggespült."

13.01 Uhr: Hilfsbereitschaft füllt Lager - NRW-Kreise eröffnen Spendenkonten

Die Hilfsbereitschaft angesichts der Not der Anwohner in den Hochwasser-Gebieten ist groß. Die Lager mit Lebensmittel- und Kleiderspenden seien gut gefüllt, berichteten die Kreise Euskirchen und Rhein-Erft in Nordrhein-Westfalen. Beide Kreise haben Konten für Hochwasser-Hilfen eingerichtet und bitten um Geldspenden. Sachspenden gebe es derzeit genug. "Die Räume sind begrenzt, momentan reicht das, was da ist", sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises. Auch der Kreis Euskirchen erklärte, die kommunalen Anlaufstellen seien ausreichend versorgt. Der Bedarf sei gedeckt. "Es besteht vielerorts das Problem, dass zusätzliche Spenden nicht verwaltet und gelagert werden können."

12.48 Uhr: Kramp-Karrenbauer besucht Soldaten in NRW-Katastropheneinsatz

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will noch am Sonntag Soldaten im Katastropheneinsatz in Nordrhein-Westfalen besuchen. Die Ministerin wolle sich im schwer betroffenen Erftstadt einen Einblick in die Einsatzlage verschaffen und mit Männern und Frauen der Bundeswehr sprechen, sagte ein Sprecher ihres Ministeriums am Mittag. Eine öffentliche Erklärung für die Presse sei nicht geplant.

Die Bundeswehr hatte im Erftstadter Ortsteil Blessem bei den Bergungs- und Rettungsarbeiten geholfen - auch mit einem Bergepanzer und drei Transportpanzern Fuchs. Insgesamt waren am Sonntag 800 Soldaten mit etwa 110 Fahrzeugen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung unterwegs.

11.36 Uhr: Sinkende Pegelstände in Wassenberg - aber keine Entwarnung

Nach dem Bruch eines Damms der Rur gibt es noch keine Entwarnung im nordrhein-westfälischen Wassenberg. Zwar seien sinkende Wasserpegel in allen Ortsteilen zu beobachten und die Wassermassen könnten zunehmend wieder über die Kanalisation aufgenommen werden. Im teilweise unter Wasser stehenden Stadtteil Ophoven könnten aber weitere Dammbrüche noch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, teilte die Stadt mit.

"Die Lage ist recht unüberschaubar", sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagmorgen. Etwa 700 Bewohner von Ophoven an der Grenze zu den Niederlanden hatten in der Nacht zum Samstag ihre Häuser verlassen müssen. Man prüfe derzeit, welche Bewohner in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren dürfen. Einige Straßen konnten wieder genutzt und an das Stromnetz angeschlossen werden, hieß es bei der Stadt.

Auch in der Ortschaft Ohe sei die Stromversorgung überwiegend wiederhergestellt, die Menschen durften teilweise wieder in ihre Wohnungen zurück. Die Vorwarnung für eine Evakuierung in den Ortschaften Effeld und Steinkirchen wurde aufgehoben. Es wurde dringend darum gebeten, von nicht notwendigen Besuchen in den Hochwassergebieten abzusehen.

11:32 Uhr: Hochwasser im Südwesten klingt langsam ab

Nach Hochwasser und Überschwemmungen in Baden-Württemberg entspannt sich die Lage allmählich. Die Wasserstände an Hoch- und Oberrhein und am Bodensee seien zwar weiter auf einem hohen Niveau, teilte die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) mit. Das Hochwasser klinge aber ab. Am Rhein-Pegel Maxau bei Karlsruhe wurde am frühen Samstagabend mit 8,65 Metern der Scheitelwert erreicht. Das entspricht einem Hochwasser, wie es im statistischen Mittel nur alle zehn Jahre vorkommt.

11.31 Uhr: Olympia-Mannschaft gedenkt in Tokio Opfern der Hochwasserkatastrophe

Die deutsche Mannschaft hat im olympischen Dorf in Tokio den Opfern der Hochwasserkatastrophe in der Heimat mit einer Schweigeminute gedacht. Ein Foto der Aktion twitterte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und schrieb auf dem offiziellen Kanal: "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen." Auf einem Foto sind dazu die bereits nach Japan gereisten Athleten und andere Delegationsmitglieder vor der deutschen Unterkunft zu sehen.

10.48 Uhr: Lage in Hallein in Österreich weiter angespannt - Millionenschaden

Die Lage in Hallein in Österreich ist nach den sintflutartigen Regenfällen weiter angespannt. Die Behörden seien dabei, tiefer gelegene Teile der Stadt gegen eine neuerliche Überflutung zu sichern, sagte ein Sprecher. Mehrere Dutzend Bewohner einer Siedlung in einem Stadtteil mussten vorsorglich ihre Wohnungen räumen.

Zugleich seien Aufräumarbeiten in der Altstadt im Gange. "Wir gehen von einem Millionenschaden aus", so der Stadtsprecher. Einige Gebäude sowie Teile der Infrastruktur seien schwer beschädigt. Zum Glück werde nach bisherigen Erkenntnissen niemand vermisst oder sei verletzt worden.

10.39 Uhr: Hochwasserzentrum gibt Entwarnung für Nebenflüsse der Oberen Elbe

Nach heftigem Regen mit Überschwemmungen hat das Landeshochwasserzentrum in Sachsen Entwarnung für die Nebenflüsse der Oberen Elbe gegeben. "Mit dem Nachlassen der Niederschläge ab den Nachtstunden beruhigte sich die Lage, und die Wasserführung in den Fließgewässern fiel deutlich", teilten die Experten mit. Nur noch am Pegel der Wesenitz in Bischofswerda wurde demnach in der Region Alarmstufe 1 erreicht. In den Unterläufen von Kirnitzsch, Lachsbach und Wesenitz fielen die Wasserstände deutlich.

10.37 Uhr: Scholz kündigt Soforthilfe für Flutopfer von mehr als 300 Millionen Euro an

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat eine Soforthilfe von mehr als 300 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe angekündigt. Am Mittwoch wolle er dem Bundeskabinett den Plan für die Soforthilfe vorlegen, sagte Scholz der "Bild am Sonntag". Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach sich für eine "Corona-Flut-Pauschale" von 10.000 Euro aus, die Unternehmen erhalten sollen, die doppelt getroffen wurden - etwa Geschäfte oder Hotels.

Scholz sagte der Zeitung, beim vorherigen Flutdesaster sei eine Soforthilfe des Bundes von "deutlich mehr als 300 Millionen Euro" nötig gewesen: "Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht." Altmaier sagte der "Bild am Sonntag", bei der Flutkatastrophe handle es sich "auch um einen Notfall der sozialen Marktwirtschaft, denn die Existenzgrundlage von vielen Unternehmen in den Tourismus- und Weinanbaugebieten ist zerstört." Oft seien das Geschäfte, Restaurants oder Hotels, die schon von Corona mit am stärksten betroffen waren. "Hier müssen wir dringend helfen, denn es geht in vielen Fällen um die nackte Existenz." Er erwarte aber von den Versicherungen, jetzt schnell die Schadenssummen auszuzahlen, und von den Geschäftspartnern getroffener Unternehmen, größtmögliche Kulanz zu zeigen.

10.26 Uhr: Söder und Herrmann fahren ins bayerische Hochwassergebiet

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) wollen am Nachmittag ins Hochwassergebiet in Südostbayern fahren. Das verlautete am Vormittag aus Regierungskreisen in München. Die beiden Politiker wollten sich in der vom Hochwasser betroffenen Region ein Bild von der Lage machen, hieß es. Ort und Zeit waren zunächst offen.

10.02 Uhr: Menschen in Erftstadt suchen Angehörige - 70 Fahrzeuge geborgen

In der vom Hochwasser besonders betroffenen Ortschaft Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden laut Angaben der Stadt bei der am Samstag eröffneten "Personenauskunftsstelle" 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. 16 davon kämen aus Erftstadt.

Unter den Gesuchten seien auch Bewohner einer Altenpflegeeinrichtung, die am Samstag evakuiert werden musste. Viele Menschen wüssten nicht, wo ihre Angehörigen sein könnten, weil etwa das Telefonnetz zusammengebrochen war, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Sonntag.

Den Angaben der Stadt zufolge konnten Einsatzkräfte bislang 70 Fahrzeuge bergen, 25 stünden noch im Wasser. Bislang wurden keine Menschen in den Autos und Lastwagen entdeckt. Zwei Fahrzeuge konnten Helfer bislang nicht sichten, weil sie unter einen Lkw lagen.

9.57 Uhr: 130 Menschen wegen Hochwassers in Sicherheit gebracht

Rund 130 Menschen mussten wegen des Hochwassers im Berchtesgadener Land aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Darunter seien 80 Menschen aus einer Siedlung in Schönau am Königssee, die angesichts von "geologischen Problemen" weggebracht wurden, sagte Landrat Bernhard Kern in Bad Reichenhall. Was genau damit gemeint war, sagte Kern nicht. Unklar war, ob die Siedlung länger gesperrt werden muss oder ob die Sperrung bald wieder aufgehoben werden kann. Der Bahnverkehr zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden sei eingestellt, so Kern. Auch Straßen seien "extremst in Mitleidenschaft gezogen" worden.

9.36 Uhr: 890 Hilfskräfte im Hochwassergebiet im Einsatz

890 Hilfskräfte sind im vom Hochwasser betroffenen oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land derzeit im Einsatz. Inzwischen gebe es viel Unterstützung aus anderen Regionen, sagte Landrat Bernhard Kern (CSU) auf einer Pressekonferenz in Bad Reichenhall. Die örtlichen Hilfskräfte seien seit Samstagabend im Dauereinsatz.

Der Landkreis hatte nach starken Regenfällen den Katastrophenfall ausgerufen. Der Fluss Ache trat über die Ufer und Hänge rutschten ab. Der Einsatzleiter sprach von dramatischen Szenen. Es habe bis zu 500 Einsätze gegeben. Häuser hätten evakuiert werden müssen, weil diese vom Einsturz bedroht seien. Menschenleben seien in Gefahr gewesen. Die Lage bleibt angespannt, denn die nächste Regenfront ist bereits angekündigt.

9.27 Uhr: Landrat: Zwei Tote im Berchtesgadener Land - eine natürliche Ursache

Zwei Todesopfer hat es im vom Hochwasser betroffenen oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land gegeben. Landrat Bernhard Kern (CSU) erklärte am Morgen auf einer Pressekonferenz in Bad Reichenhall, dass ein Opfer allerdings an einer natürlichen Ursache verstorben sei. Aber auch das könne mit dem Unwetter zusammenhängen, sagte Kern.

9.08 Uhr: Experten sollen Lage an der Steinbachtalsperre neu bewerten

An der von einem Bruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen fließt das Wasser langsamer ab als erwartet. Deshalb sollen Experten die noch immer angespannte Lage am Staudamm neu bewerten, wie die Bezirksregierung Köln auf Twitter mitteilte. Die ursprünglich geplante Prognose, am Sonntagnachmittag gegen 15 Uhr Entwarnung geben zu können, kann den Angaben zufolge deshalb nicht gehalten werden.

Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Der Wasserstand sinke aber langsamer als erwartet, hieß es. Entwarnung könne erst gegeben werden, wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei. Bis dahin bestehe weiter akute Dammbruchgefahr.

8:01 Uhr: Versicherungsbranche kritisiert mangelnde Anpassung an Klimafolgen

Die Versicherungsbranche fordert nach den verheerenden Fluten im Westen Deutschlands die Politik zum Umdenken auf. "Klimafolgenanpassung kommt vielerorts zu kurz", sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der "Welt am Sonntag". Noch immer werde in Überschwemmungsgebieten gebaut, würden Flächen ungehindert versiegelt und stauten sich auf kommunaler Ebene Investitionen in Präventionsmaßnahmen. "Hier gilt es umzusteuern, sonst setzt sich eine Spirale aus weiteren Katastrophen und steigenden Schäden in Gang, die erst teuer und irgendwann unbezahlbar wird", sagte Asmussen. Es zeichne sich ab, dass das aktuelle Jahr eines der schadenträchtigsten der jüngeren Vergangenheit werde.

7:35 Uhr: Pegel in Passau steigen - Polizei schleppt vorsorglich Autos ab

Im bayerischen Passau steigen die Wasserstände der Flüsse stündlich weiter an. Die Polizei schleppte vorsorglich Autos an Parkplätzen an der Donau ab, wie eine Sprecherin am Sonntag sagte. Anwohner hätten trotz Hochwasserwarnungen versäumt, ihre Fahrzeuge umzuparken. "Wenn wir sie nicht abschleppten, dann schwimmen die Dinger bis Österreich", sagte die Polizeisprecherin. Der Pegel der Donau war nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes im Laufe des Samstags um fast zwei Meter auf 7,80 Meter gestiegen. Der Wasserstand der Inn stieg in den vergangenen zwölf Stunden von 3,30 auf 5,40 Meter. 

7:27 Uhr: Hochwasserkatastrophe in Ahrweiler - mindestens 110 Menschen tot

Nach der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Reinland-Pfalz hat sich die Zahl der Todesopfer bis Sonntagmorgen auf 110 erhöht. Ebenso wurden 670 Personen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl der Toten und Verletzten könnte sich aber weiter erhöhen. In einer Vielzahl der umliegenden Gemeinden gibt es auch weiterhin weder Strom noch Telefonempfang. Ebenso sind weiterhin eine Vielzahl der Straßen im Ahrtal gesperrt.

6:25 Uhr: Zahl der Unwetter-Toten in Deutschland steigt auf 156

Die Zahl der Todesopfer durch die Unwetterkatastrophe in Deutschland ist nochmals deutlich gestiegen und liegt nun bei 156. Wie das Polizeipräsidium in Koblenz am frühen Sonntagmorgen mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz um weitere zwölf auf 110. Die Behörde äußerte die Befürchtung, "dass noch weitere Todesopfer hinzukommen". Zahlreiche Menschen in Rheinland-Pfalz sowie in Nordrhein-Westfalen galten weiterhin als vermisst. 

In NRW waren bis Samstagabend 45 Tote gezählt worden. Zudem kam mindestens ein Mensch bei Überschwemmungen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land ums Leben.

5:25 Uhr: Lage an Steinbachtalsperre bleibt kritisch

Kritisch blieb die Lage an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen in NRW. Es drohe weiterhin "akute Überflutungsgefahr" durch Versagen des Absperrdammes, warnte die Kölner Bezirksregierung. Zwar pumpten Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks dort Wasser ab. Laut Bezirksregierung kann eine Entwarnung aber erst bei einer Zweidrittel-Entleerung der Talsperre gegeben werden. Nach vorsichtiger Schätzung könne diese am Sonntagnachmittag erreicht sein.

4:03 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel besucht von Unwetter schwer getroffenes Eifeldorf Schuld

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht zusammen mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) das schwer von der Unwetterkatastrophe getroffene Eifeldorf Schuld. Nach Angaben der Landesregierung in Mainz sind im Anschluss an den Besuch um 14.30 Uhr Pressestatements geplant. In Schuld im Landkreis Ahrweiler waren mehrere Häuser komplett von den Wassermassen fortgerissen worden, zahlreiche weitere wurden stark beschädigt. 

3:32 Uhr: Starkregen setzt Teile Österreichs unter Wasser

Sintflutartige Regenfälle haben in der Nacht zum Sonntag weitere Teile Österreichs erfasst. Sowohl in Salzburg als auch in Tirol und der Bundeshauptstadt Wien waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, wie die Agentur APA meldete. Im Stadtgebiet von Hallein sei Zivilschutzalarm ausgelöst worden, ebenso wie in Mittersill im Pinzgau sowie in Kufstein in Tirol. In der Stadt Salzburg wurde der Hochwasserschutz entlang der Salzach aufgebaut. Allerorts beobachteten die Krisenstäbe die Pegelstände von Bächen und Flüssen.

In Hallein überfluteten die Wassermassen Teile der Altstadt. Ein Bach hatte sich am Abend zu einem reißenden Strom entwickelt, bestätigte die Polizei am Samstag entsprechende Videos, die im Internet zu sehen waren. Nach Angaben der Feuerwehr lagen am späten Abend keine Meldungen über Vermisste, Verletzte oder gar Tote vor. Menschen, die in ihren Häusern eingeschlossen waren, seien mit Hilfe von Booten oder Lastwagen geborgen worden, sagte Landesfeuerwehr-Kommandant Günter Trinker.

In Kufstein werden die Menschen aufgefordert, Gebäude nicht zu verlassen und sich in höhere Stockwerke zurückzuziehen. Im Stadtgebiet erreichte das Wasser der Zulaufbäche des Inns bereits die Straßen. Wegen möglicher Erdrutsche wurde ein Teil der Felbertauernstraße gesperrt.

In Wien sorgten starker Regen und Gewitter für Hochbetrieb bei den Feuerwehren. Meist wurden die Feuerwehrleute wegen überfluteter Keller oder Unterführungen gerufen, bis zum Sonntagmorgen berichtete die Berufsfeuerwehr von über 500 Einsätzen.

3:18 Uhr: Gebirgsbach nahe Oberstdorf durch Holzmassen gefährlich angestaut

Der heftige Regen hat in den Allgäuer Alpen nahe Oberstdorf in einem Tal zu einem bedrohlichen Anschwellen eines Baches geführt. Im Stillachtal habe sich durch querliegendes Holz das Wasser gefährlich angestaut, sagte der Kommandant der Oberstdorfer Feuerwehr, Peter Vogler, in der Nacht zum Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Sollte sich diese natürlichen Sperre plötzlich lösen, könne es eine Flutwelle in Richtung Oberstdorf geben.

Die Feuerwehr stelle zum Schutz Betonbarrieren beim Langlaufstadion südlich des Ortskerns von Oberstdorf (Landkreis Oberallgäu) auf. Sie sollen mögliche Wassermassen umleiten. Rund 60 Feuerwehrleute seien im Einsatz, sagte Vogler. Einige von ihnen befänden sich unmittelbar an der durch die sogenannte Verklausung entstandene Staustelle des Gebirgsbaches Stillach.

1:31 Uhr: Landkreis Berchtesgadener Land ruft Katastrophenfall aus

Nach sintflutartigem Regen war die Feuerwehr im Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern seit Samstagabend mit rund 500 Einsatzkräften im Dauereinsatz. Der Landkreis hat aufgrund des Unwetters den Katastrophenfall ausgerufen. Zwei Menschen starben in dem Hochwassergebiet. Es sei bei einem Todesfall aber noch unklar, ob der dieser in Zusammenhang mit dem Hochwasser stehe, sagte die Sprecherin des Landratsamt Berchtesgadener Land, Alexandra Rothenbuchner.

Die Lage sei dramatisch, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein. Das Wasser schieße aus den Bergen, gleichzeitig stiegen die Pegelstände des Flusses Ache an. Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im äußersten Südosten Bayerns. Dort trat das Wasser stellenweise über die Ufer und überflutete Straßen. Hänge rutschten ab. Einzelne Häuser mussten deshalb geräumt werden, sagte Rothenbuchner. "Es kommen ständig Notrufe rein", sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim.

Medien berichteten von Rekord-Pegelständen an der Ache - bis 22.00 Uhr lagen sie schon bei etwa 3,75 Metern. Bilder zeigen Straßen, die sich in reißende Bäche verwandeln. Menschen waten knietief im Wasser. Alle paar Hundert Meter sei die Feuerwehr im Einsatz, berichtet ein Augenzeuge. Traktoren räumten Schutt beiseite. Zum Teil stehe das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch.

Ebenso ist in Chamerau in der Oberpfalz der Roßbach wegen Starkregens über die Ufer getreten. Ein Gebäude sei mit Sandsäcken vor den Wassermassen geschützt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Im gesamten Landkreis gab es fünf weitere Einsätze der Feuerwehr aufgrund von vollgelaufenen Kellern oder überschwemmten Straßen.

0:19 Uhr: Regenmassen sorgen für Überflutungen in Sachsen

Immense Regenfälle haben am Samstag in Teilen Sachsens heftige Überschwemmungen verursacht. In der Sächsischen Schweiz waren mehrere Ortslagen von Städten und Gemeinden nicht mehr erreichbar. Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch, informierte das Landratsamt. Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Decin wurde gesperrt. "Die Situation ist angespannt, aber beherrschbar", erklärte das Lagezentrum des Innenministeriums in Dresden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Auskunft des Landeshochwasserzentrums hatte es im Einzugsgebiet der Kirnitzsch und der Sebnitz innerhalb von 24 Stunden teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. In Lichtenhain-Mittelndorf seien es 110 Liter, in Weifa 104 Liter gewesen. Daraufhin waren die Wasserstände zahlreicher Flüsse rapide angeschwollen. So wurde an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten, in den Unterläufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen "extremen Wasserstandsanstieg" gegeben. "Es sind starke Überschwemmungen zu erwarten", hatten die Experten am Abend gewarnt.

Die regionale Leitstelle in Dresden sprach von mehr als 250 Einsätzen seit dem Nachmittag. In der Sächsischen Schweiz seien Straßen und Keller überflutet worden sowie Hänge abgerutscht. Neben kleineren Flüssen, die extrem angeschwollen seien, habe sich das viele Wasser an Hängen hinab den Weg gebahnt, hieß es. Von Verletzten oder größeren Evakuierungen war vorerst nichts bekannt.

kng DPA AFP

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