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Westpazifik: In Fischerhütte abgetrieben: Teenager nach 49 Tagen aus Seenot gerettet

Er hat Einsamkeit, Hunger, Durst und Todesangst überlebt: Ein Teenager aus Indonesien ist nach 49 Tagen in einer schwimmenden Fischerhütte aus dem Westpazifik gerettet worden.

Glückliches Ende einer wochenlangen Odysse im Westpazifik: Ein indonesischer Teenager trieb 49 Tage lang allein in einer Fischerhütte über das Meer, bevor er schließlich von einem vorbeifahrenden Schiff gerettet wurde.

Aldi Novel Adilang habe auf einer schwimmenden Fischfalle 125 Kilometer vor der Küste seiner indonesischen Heimatinsel Sulawesi gearbeitet, berichtet die "Jakarta Post". Diese Rumpon genannten Konstruktionen sehen aus wie Bambusflöße mit winzigen Hütten darauf. Sie werden durch Bojen gesichert und sind mit einem langen Seil am Meeresboden verankert.

Heftige Winde reißen Aldilangs Floß los

Adilang musste sich auf dem Rumpon sechs Monate lang um den Betrieb von Lampen kümmern, mit deren Hilfe in der Nacht Fische angelockt werden, wie sein Vater der Zeitung erzählte. Es sei ein einsamer Job, den der 19-Jährige ausgeübt habe, seit dem er 16 war. Nur einmal in der Woche sei ein Mitarbeiter seines Auftraggebers vorbeigekommen, um die Fische aus den Fallen zu holen und frische Nahrung, Wasser und Treibstoff vorbeizubringen.

KJRI OSAKA BANTU KEPULANGAN ALDI YANG HANYUT DI PERAIRAN GUAM Sdr. Aldi Novel Adilang (19 thn), penjaga lampu di...

Gepostet von Indonesian Consulate General Osaka - 在大阪インドネシア共和国総領事館 am Donnerstag, 13. September 2018

Am 14. Juli hätten heftige Winde das Floß losgerissen und weit hinaus in den Ozean getrieben, berichtet die "Jakarta Post". Da es sich bei der Konstruktion nicht um ein Boot handelte, sei es weder mit einem Motor noch mit Rudern ausgerüstet gewesen. Aldilang habe nur Proviant für einige Tage gehabt. Als dieser aufgebraucht war, habe er Fische gefangen und, nachdem sich auch sein Gasvorrat erschöpft hatte, Holz von seiner Hütte verbrannt, um die Fische zu kochen. Getrunken habe er, indem er Wasser aus seiner vom Meer feuchten Kleidung geschlürft habe, in der Hoffnung, so weniger Salz zu sich zu nehmen.

Rettung beinahe gescheitert

Zehn Schiffe seien an dem Floß vorübergefahren, bevor der unter panamaischer Flagge fahrende Frachter "Arpeggio" Aldilang gerettet habe, erzählte ein Diplomat der indonesischen Botschaft in Osaka, Japan, der Zeitung. Zunächst habe die Besatzung den mit seiner Kleidung winkenden Schiffbrüchigen nicht bemerkt. Dann habe der 19-Jährige den Kapitän mit einem Funksignal auf sich aufmerksam machen können.

Die Wellen seien allerdings so hoch gewesen, dass der Frachter Schwierigkeiten gehabt habe, sich Aldilang zu nähern. Nachdem das Schiff ihn viermal umkreist hatte, habe die Besatzung dem 19-Jährigen schließlich ein Seil zugeworfen, das allerdings das Floß nicht erreicht habe. "Aldi beschloss dann, ins Meer zu springen, um das Seil zu greifen, während die Wellen und der Wind ihn hin und her warfen", sagte der Diplomat. Nach Wochen auf See sei der junge Mann bereits sehr schwach gewesen und habe das Tau beinahe wieder verloren. "Aber die Schiffsbesatzung hat es geschafft, seine Hand zu ergreifen", erzählte der Diplomat.

Schiffskoch schneidet Gerettetem die Haare

Am 31. August, mehr als eineinhalb Monate nach dem Beginn seiner Odysse, wurde Aldilang schließlich in den Gewässern vor der Insel Guam an Bord der "Arpeggio" gezogen. Rund 2000 Kilometer hatte er auf seinem kleinen Bambusfloß zurückgelegt.

Er habe geglaubt, dass er  "da draußen sterben würde", sagte der Gerettete dem Bericht zufolge dem lokalen Nachrichtenportal "Tribun Manado". Einmal habe er sogar an Suizid gedacht und überlegt, ins Meer zu springen. Doch dann sei ihm der Rat seiner Eltern eingefallen, in Zeiten der Not zu beten. Er habe eine Bibel an Bord gehabt, und so habe er gebetet.

An Bord der "Arpeggio" wurde Aldilang mit frischer Kleidung und Essen versorgt und der Schiffskoch schnitt ihm sogar Haare. Da der Frachter auf dem Weg nach Japan war, übergab der Kapitän den Geretteten am 6. September im Hafen von Tokuyama an indonesische Konsulatsbeamte aus Osaka. Zwei Tage später landete der Teenager wieder in Indonesien. Jetzt sei Aldilang wieder bei seiner Familie und bei guter Gesundheit, sagte der Diplomat. "Aldis Geschichte ist in der Tat dramatisch, und wir sind allen - dem Kapitän des Schiffes und den japanischen Behörden, die sehr hilfreich waren, um Aldis Rückkehr zu gewährleisten, sehr dankbar."

Überlebender Schiffbrüchiger José Salvador Alvarenga  fotografiert in der Naehe von Malibu Beach, Kalifornien, November 2015
mad
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?