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Nach Atlantik-Überquerung: Klima-Protest in den USA: Greta will vorm Weißen Haus streiken

Mit Trump wolle sie keine Zeit verschwenden, hat Greta Thunberg unlängst gesagt. Einen Auftritt vor seiner Haustür lässt sie sich jedoch nicht nehmen. Auch andere Klima-Aktionen sind an diesem Freitag geplant – die nicht immer friedlich bleiben dürften.

Greta Thunberg auf dem Weg zur «Society for Ethical Culture», um an einer Paneldiskussion teilzunehmen

Greta Thunberg auf dem Weg zur "Society for Ethical Culture", um an einer Paneldiskussion teilzunehmen

DPA

Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg will sich am Freitag (17 Uhr) vor dem Weißen Haus in Washington an einem Schulstreik für mehr Klimaschutz beteiligen. Ähnliche Protestaktionen in New York waren in den vergangenen zwei Wochen deutlich kleiner ausgefallen als in Europa, wo es einen regelrechten Hype um die 16-Jährige gibt. Thunberg ist in den USA sehr viel unbekannter. 

Sie ist nach einer Atlantik-Überquerung auf einer Segelyacht seit Ende August in den USA, wo sie an einer Reihe von Terminen teilnehmen will. Unter anderem steht der Jugend-Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York an, kurz darauf auch der UN-Klimagipfel der Staats- und Regierungschefs. In Washington wird sie am Montag von Amnesty International ausgezeichnet. 

Unterstützung für Klimastreik New Yorker Schulkinder

In der Woche darauf will sie zusammen mit Hunderten anderen jungen Menschen in New York auf die Straße gehen. Kommende Freitag soll es eine große Demonstration für mehr Klimaschutz in der US-Metropole geben. Die New Yorker Schulkinder haben dafür eine offizielle Streik-Erlaubnis bekommen: Die Schulbehörde, die für mehr als 1700 öffentliche Schulen in der Ostküstenmetropole verantwortlich ist, erklärte am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, sie werde "das Fehlen der Schüler, die am 20. September für das Klima streiken, entschuldigen". 

Auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio stellte sich hinter die Aktion. "New York City steht an der Seite der jungen Leute. Sie sind unser Gewissen. Wir unterstützen den Klimastreik am 20. September", erklärte der Demokrat auf Twitter. Die Kundgebung findet im Vorfeld des UN-Klimagipfels statt, der am 23. September in New York beginnt. Greta Thunberg soll sie anführen.

Das Bewusstsein für die Umwelt scheint in den USA dabei erst langsam zu wachsen: Es werde dort bislang noch anders über den Klimawandel gesprochen als in Schweden, sagte Thunberg am Mittwoch (Ortszeit) in der "Daily Show" von Talkmaster Trevor Noah. Während der Klimawandel ihr in den USA wie eine Art Glaubensfrage vorkomme, werde er in ihrer Heimat "eher wie eine Tatsache" behandelt. 

Zu den bekanntesten Klimaleugnern zählt US-Präsident Donald Trump. Dass Thunberg mit ihm zusammentrifft, scheint ausgeschlossen: Sie hatte vor ihrer Reise in die Vereinigten Staaten gesagt, sie wolle keine Zeit auf Treffen mit Trump verschwenden. Trump bezweifelt, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird. 

"Malizia 2": Greta Thunberg vor New York angekommen

Klimaaktivisten wollen Flughafen Heathrow lahmlegen

Unterdessen haben auch andere Klimaaktivisten angekündigt, protestieren zu wollen. So haben mehrere Menschen vor, am Wochenende das wichtigste Luftdrehkreuz Europas lahmzulegen. Die Aktivisten der Gruppe Heathrow Pause planen, am Freitag ferngesteuerte Drohnen rund um den Airport Heathrow aufsteigen zu lassen und so den Flugverkehr massiv zu stören. Die Protestaktion sollte eigentlich schon am Freitagmorgen mit der morgendlichen Öffnung des Flughafens um 4.30 Ortszeit starten, die ersten Maschinen aus Asien konnten jedoch planmäßig landen.

Die Polizei hatte am Donnerstag fünf Anführer der Gruppe wegen "Verdachts der Verschwörung zur öffentlichen Ruhestörung" festgenommen. Offizielles Ziel der Kampagne ist es, den Bau einer dritten Start- und Landebahn für den Flughafen Heathrow zu verhindern und den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis zum Jahr 2025 auf Null zu senken.

Die Vorschriften in Heathrow sehen eine Einstellung des Flugbetriebs vor, sobald im Umkreis von fünf Kilometern um den Airport eine Drohne gesichtet wird. Die Aktivisten wollen allerdings nur Mini-Drohnen in Bodennähe aufsteigen lassen, um Unfälle auszuschließen. Stündlich sollen neue Drohnen aufsteigen, so dass der Flughafen ständig geschlossen bleiben muss.

mik / DPA / AFP