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Gewalt gegen die Opposition Eier-Protest: Menschen in Myanmar posten Bilder von Ostereiern gegen brutale Militärgewalt

Sehen Sie im Video:  557 Tote – Menschen in Myanmar posten Bilder von Ostereiern gegen Militärgewalt




In Myanmar haben Demonstrierende Ostereier zum Symbol ihres Widerstandes gegen die Militärregierung gemacht. Obwohl das Land überwiegend buddhistisch geprägt ist, verbreiteten Menschen am Sonntag in den sozialen Medien Fotos von Ostereiern mit Slogans gegen den Putsch am 1. Februar. Auch auf Kundgebungen forderten zahlreiche Demonstrierende die Rückkehr zur Demokratie. Im ganzen Land seien Menschen weiter im Streik, um für ein Ende der Diktatur, für Demokratie und Menschenrechte zu kämpfen, teilte die Gefangenenhilfsorganisation AAPP mit, die sich um einen Überblick über die Zahl der Festnahmen und der Opfer bei den Protesten bemüht. Bewaffnete Einheiten des Militärregimes in Myanmar hatten örtlichen Quellen zufolge am Samstag erneut das Feuer auf oppositionelle Demonstranten eröffnet und fünf Menschen getötet. "Sie feuerten ununterbrochen mit Blendgranaten und scharfen Schüssen", teilte ein Demonstrant der Nachrichtenagentur Reuters via Messaging-App mit. Vor seinen Augen sei ein Mensch von einer Kugel in den Kopf getroffen worden. Auch in den Städten Bago und Thaton wurde jeweils ein Mann erschossen, wie das Bago Weekly Journal online berichtete. Nach AAPP-Angaben wurden seit dem Putsch 557 Menschen getötet. Dennoch gehen in vielen Städten jeden Tag Leute auf die Straße, oft in kleinen Gruppen. Weil das Regime regelmäßig gewaltsam gegen Demonstrationen vorgeht und das Internet weitgehend abgeschaltet hat, geht die Oppositionsbewegung zunehmend zu kleineren, kurzfristigen Straßenprotesten über und kommuniziert etwa per SMS, Telefon oder Funk. Das Vorgehen des Militärregimes ist international auf scharfe Kritik gestoßen, etwa von den USA, EU-Staaten und Vertretern der Vereinten Nationen. Bundesaußenminister Heiko Maas rief dazu auf, einen Bürgerkrieg in Myanmar abzuwenden. Die Militärs hätten Myanmar innerhalb weniger Wochen an den Rand einer Katastrophe getrieben, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. China, das enge Beziehungen zu seinem Nachbarland pflegt, hat sich hingegen zurückhaltend geäußert. Zuletzt wurden auch Sorgen vor einem Bürgerkrieg und einem Zerfall der staatlichen Ordnung in Myanmar laut.
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Obwohl Myanmar überwiegend buddhistisch ist, haben die Menschen Fotos von Ostereiern in sozialen Medien geteilt. Es geht ihnen darum, ein weiteres Zeichen im Kampf gegen den Militärputsch und das brutale Vorgehen der Armee zu setzen.

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