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Angeblicher Fund: Illegale Schatzsucher graben in Polen nach Nazigold

Seit Tagen sind Schatzsucher in Aufregung: Befindet sich in einem Stollen in Niederschlesien ein Zug mit dem legendären Nazi-Goldschatz? Angesichts illegaler Grabungen spricht Polens Regierung eine deutliche Warnung aus.

In einem alten Bergwerk ist ein schummriger Tunnel mit einer Reihe Loren zu sehen

Unter Walbrzych liegt ein ganzes System von Bergwerksstollen ähnlich diesem Schacht im örtlichen Bergwerksmuseum (Archivbild von 2011). Befindet sich dort das legendäre Nazi-Gold?

Die polnische Regierung hat Schatzsucher vor möglichen Minen im sagenumwobenen "Nazi-Zug" gewarnt. In dem versteckten Zug, von dessen Existenz er überzeugt sei, könnten sich "gefährliche Stoffe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs" befinden, erklärte der nationale Denkmalkonservator Pjotr Zuchowski am Donnerstag.

Nach dem Bekanntwerden von Informationen über die Entdeckung des Zuges in der Region von Walbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien sei dort eine "verstärkte Aktivität von Schatzsuchern" zu beobachten. "Ich habe selbst schon gesehen, dass am Wochenende Leute aus ganz Polen (entlang der vermuteten Strecke des Zuges) graben", sagte ein Lokalhistoriker am Donnerstag im Rundfunksender "Radio Wroclaw". Zuchowski rief dazu auf, alle Nachforschungen solange einzustellen, bis der "Fund" offiziell gesichert sei.

Finder wollen anonym bleiben

Am Vortag hatte der Vize-Bürgermeister von Walbrzych, Zygmunt Nowaczyk, offiziell die Existenz des "Nazi-Zugs" bestätigt. Dieser befinde sich auf dem Gelände der Stadt, der genaue Fundort blieb geheim. Ein Deutscher und ein Pole hatten vor einer Woche über ihren Anwalt Jaroslaw Chmielewski mitteilen lassen, sie hätten Hinweise auf einen 120 bis 150 Meter langen gepanzerten Zug. Seine beiden Mandanten seien "überwältigt von dem Mediensturm" über ihren Fund. Sie wollten sich nach wie vor nicht zu erkennen geben. Die Männer hatten einen Finderlohn in Höhe von zehn Prozent gefordert - ob sie tatsächlich eine Belohnung erhalten, muss voraussichtlich Polens Schatzministerium entscheiden.

In der Nähe von Walbrzych gibt es eine ganze Reihe unterirdischer Stollen, die die Nazis unter dem Codenamen "Riese" hatten bauen lassen. Geschützt vor Luftangriffen der Alliierten sollten dort ursprünglich Waffen produziert werden. Ein Teil der Stollen ist heute für Touristen offen. Das Tunnelsystem zieht aber auch viele Schatzsucher an.

Ein Zug voller Gold?

Die Berichte über den Fund heizten in Polen die Gerüchte um einen Nazi-Zug voller Gold und Schmuck an, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in der Region verschwunden sein soll. Nowaczyk stellte klar, dass der "Fund" unabhängig von seinem Wert dem polnischen Staat gehöre.

tkr/AFP/DPA
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