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News des Tages: Schweden will Alter von Flüchtlingen per Gerichtsmedizin bestimmen

Berlin bestellt Nordkoreas Botschafter ein +++ Schweden schickt minderjährige Flüchtlinge ab 2017 zur Alterskontrolle +++ Gericht kippt Burkini-Verbot in Touquet +++ Google testet Burrito-Lieferung mit Drohnen +++ Die Nachrichten des Tages.

Die Hand eines Flüchtlingsmädchens

Die Hand eines Flüchtlingsmädchens: In Schweden sollen junge Migranten ab dem kommenden Jahr mit Methoden der Gerichtsmedizin auf ihr Alter untersucht werden.

Die Nachrichten des Tages im stern-Newsticker:

+++ 18.15: Schweden schickt minderjährige Flüchtlinge ab 2017 zur Alterskontrolle +++

Schweden führt im kommenden Jahr Alterskontrollen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein. Wie das Nationale Gerichtsmedizinische Institut am Freitag in Stockholm mitteilte, sollen die medizinischen Tests Anfang 2017 beginnen. Die Gerichtsmediziner sollen mit einer Röntgen-Untersuchung der Weisheitszähne und des Kniegelenks feststellen, ob minderjährige Flüchtlinge wirklich jünger als 18 Jahre sind.

Es gebe zwar keine Diagnosemethode, um das Alter eines Menschen genau zu bestimmen, sagte der Gerichtsmediziner Elias Palm vor Journalisten. Aus der geplanten Untersuchung könnten aber zumindest "ungefähre Rückschlüsse" gezogen werden.

Die Altersbestimmung soll fällig werden, wenn ein minderjähriger Asylbewerber sein Alter nicht belegen kann und der zuständige Sachbearbeiter seine Angaben in Zweifel zieht. Der Test ist allerdings freiwillig. Flüchtlinge, die die Untersuchung ablehnen, riskieren aber, als Erwachsene eingestuft zu werden.

Schweden hat mehr minderjährige Flüchtlinge aufgenommen als alle anderen europäischen Länder. 2015 kamen mehr als 35.000 allein reisende Jugendliche in das nordeuropäische Land. 90 Prozent waren Jungen, von denen die meisten keine Ausweispapiere hatten.

+++ 17.48 Uhr: VW-Ingenieur bekennt sich nach Strafanzeige im Abgasskandal schuldig +++

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte hat sich in den USA nach einer ersten Strafanzeige ein ehemaliger VW-Mitarbeiter schuldig bekannt. Das teilte das US-Justizministerium am Freitag mit. Der Mann habe zudem eine Einigung unterzeichnet, der US-Regierung bei den weiteren Ermittlungen zu helfen. Der Ingenieur habe zugegeben, am Konzernsitz in Wolfsburg Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein, bei der mit Betrugs-Software zur Manipulation von Emissionstests US-Behörden und Kunden hinters Licht geführt worden seien. 

+++ 17.34 Uhr: Anklage fordert Haft für 18-Jährige nach Tod von Baby +++

Eine 18-Jährige, deren Baby unmittelbar nach der heimlichen Geburt erstickte, soll nach dem Willen der Anklage für drei Jahre und drei Monate in Jugendhaft. Die Abiturientin habe das Mädchen vorsätzlich umgebracht und sei des Totschlags schuldig zu sprechen, forderte die Staatsanwältin vor dem Berliner Landgericht. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Die Todesumstände seien ungeklärt geblieben, argumentierte er. Die Richter wollen ihr Urteil am 16. September verkünden.

Die junge Frau hatte nach ihrer verheimlichten Schwangerschaft im Dezember 2015 in der elterlichen Wohnung unbemerkt ein Mädchen zur Welt gebracht. "Sie wollte das Baby nicht und hat es aktiv erstickt", sagte die Anklägerin. Die 18-Jährige aus einem "soliden und harmonischen Elternhaus" habe ihr sorgenfreies Leben mit guten Noten in der Schule, Auslandsaufenthalten, Sport und Freunden nicht aufgeben wollen. Systematisch habe sie während der Schwangerschaft gelogen und ihre Eltern auf Abstand gehalten.

Die Angeklagte hatte unter Tränen ausgesagt und eine Tötungsabsicht bestritten. Unmittelbar nach der Geburt habe sie ein Handtuch über das Kind gelegt, es aber nicht angefasst. Sie habe "dieses Etwas" nicht als ihr Kind wahrgenommen.

Weil es der 18-Jährigen sehr schlecht ging, hatt ihre Mutter den Notarzt alarmiert - ohne Kenntnis von der Geburt wenige Stunden zuvor. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass die Schülerin gerade entbunden hatte. Gegen sie wurde Haftbefehl erlassen. Nach fünf Wochen kam sie gegen Auflagen frei und konnte ihr Abitur machen.

+++ 16.48 Uhr: 37-Jähriger versteckt Drogen im Körper und stirbt +++

Beim Versuch, Drogen im Körper zu schmuggeln, ist ein 37-Jähriger in Bamberg zu Tode gekommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, hatte der Mann vergangene Woche mit einem 35 Jahre alten Komplizen in Tschechien 80 Gramm der Droge Crystal gekauft. Um diese zurück nach Bamberg zu bringen, verpackten sie die Droge in kleinen Portionen in Kunststoffbeuteln und schluckten sie. Mindestens eines der Päckchen war vermutlich undicht: Bei einem Treffen mit Bekannten kollabierte der 37-Jährige daraufhin und starb kurze Zeit später im Krankenhaus.

Der 35 Jahre alten Komplize muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung und wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft prüfen, ob die Bekannten Hilfe unterlassen haben: Diese hatten erst den Notruf gewählt, als der 37-Jährige schon kollabiert war. Außerdem hatten sie die Rettungskräfte nicht über dessen gefährlichen Mageninhalt informiert.


+++ 15.56 Uhr: "Spreepark"-Familie: Sohn kommt aus Haft in Lima frei +++

Der in Peru zu 20 Jahren Gefängnis verurteilte Marcel Witte, Sohn des früheren Betreibers des Berliner Spreeparks, wird nach Deutschland überstellt. Das bestätigte die Familie. Marcel Witte saß in Lima seit 2003 wegen des geplanten Schmuggels von 167 Kilogramm Kokain in einem Mast des Fahrgeschäfts "Fliegender Teppich" ein, er bestreitet seine Schuld. 

Witte sei bereits auf dem Weg nach Deutschland. Dort muss er womöglich noch eine Reststrafe verbüßen. Nach der Spreepark-Pleite war die Familie mit einigen Karussells nach Lima übergesiedelt, 2003 sollte es zurückgehen. Der Schmuggel sollte bis zu 700.000 Dollar bringen. Als Verantwortlicher gilt Vater. Er hatte kurz vor dem Start der Aktion einen Herzinfarkt und wurde nach Deutschland geflogen, wo er später verurteilt wurde und mehrere Jahre in Haft saß. 

 Durch einen Tipp war es zum Zugriff der Polizei in Lima gekommen. Da der Sohn als Geschäftsführer des dortigen Freizeitparks fungierte, wurde er verhaftet. Der Vater betonte stets, sein Sohn habe nichts mit dem geplanten Schmuggel zu tun gehabt. 

Wittes Muter hatte unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) appelliert, eine rasche Lösung für die Rückkehr von Marcel Witte nach Deutschland zu finden. Besonders der SPD-Menschenrechtsexperte Frank Schwabe setzte sich für eine Lösung ein, damit Witte zurück nach Deutschland kommen konnte. Witte war in dem berüchtigten Gefängnis Sarita Colonia inhaftiert, er war mehrfach schwer krank. In dem Gefängnis ist Gewalt unter Inhaftierten an der Tagesordnung.


+++ 15.52 Uhr: Pariser Ermittler vereiteln mutmaßlich radikalislamischen Anschlag +++

In Paris ist ein mutmaßlich radikalislamischer Anschlag vereitelt worden. Frankreichs Präsident François Hollande sagte, es sei eine "Gruppe zerschlagen" und ein Anschlag verhindert worden. Zuvor waren drei Frauen und ein Mann festgenommen worden, deren Hauptverdächtige nach Angaben aus Ermittlerkreisen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue schwor. 

Bei der Fahndung nahmen Ermittler nach Medienberichten einen weiteren Mann fest, der mit einer der Frauen liiert sein soll. Polizisten hatten am Wochenende ein Auto mit mehreren Gasflaschen und drei Behältern mit Diesel-Treibstoff in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame im Herzen von Paris entdeckt. Die Polizei nahm in den vergangenen Tagen bereits vier Verdächtige fest, zusammen wurden damit acht Personen gefasst. 

+++ 14.43 Uhr: Explosion am Himmel erschreckt Zyprioten +++

Über Zypern ist vermutlich ein kleiner Himmelskörper explodiert. Viele Bewohner sahen in der Nacht zum Freitag einen stark leuchtenden, hellblauen Streifen am Himmel und hörten einen lauten Knall. Allem Anschein nach handele es sich um einen Meteoroiden, der in der Atmosphäre explodiert ist, berichtet das Staatsradio (RIK) unter Verweis auf Regierungskreise. Auf Zypern riefen in der Nacht viele Bürger die Polizei an und berichteten von einer Art Rakete. Die Behörden haben laut Staatsradio noch keine Überbleibsel des Meteoroiden gefunden. 

Die Europäische Weltraumorganisation Esa hat die Explosion zwar nicht selbst gemessen, hält einen Meteoroiden als Ursache aber für sehr wahrscheinlich. "Das kommt gar nicht so selten vor", sagte Meteoroiden-Experte Gerhard Drolshagen. Anhand der beschriebenen Phänomene tippe er auf ein etwa zehn bis zwanzig Zentimeter großes Objekt mit einem Gewicht von einigen Kilogramm.

+++ 14.13 Uhr: Marina Weisband trat heimlich aus Piratenpartei aus +++

Die ehemalige politische Geschäftsführerin der Piraten, Marina Weisband, ist aus der Partei ausgetreten. Diesen Schritt habe sie klammheimlich schon vor einem Jahr getan, sagte sie dem Wochenendmagazin der "taz". "Die Partei hat sich nicht zum Positiven verändert", so die 28-Jährige. Weil sie den Piraten nicht schaden wolle, habe sie ihren Austritt nicht öffentlich gemacht.

Ein Polit-Comeback schloss Weisband nicht aus - dann aber in einer anderen Partei. "Das Label Piraten ist verbrannt", sagte sie. Übrig geblieben seien konservative Menschen, die das Internet in den Grenzen von 1990 wollten. Weisband arbeitet nun im von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten "Aula"-Projekt, das Online-Beteiligung in die Schulen bringen will. Die Piratenpartei feiert am Samstag ihr zehnjähriges Bestehen.

+++ 13.45 Uhr: Gericht kippt Burkini-Verbot in Touquet +++

Das Verwaltungsgericht in Lille hat das Burkini-Verbot im Badeort Le Touquet aufgehoben. Das Verbot verletze "grundlegende Freiheitsrechte", heißt es in dem Urteil, das die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte. Geklagt hatte die Liga für Menschenrechte. Der von den Konservativen regierte nordfranzösische Badeort teilte nach dem Urteil mit, er nehme das Urteil zur Kenntnis, bereite aber für Montag ein neues Verbot des Ganzkörperbadeanzugs vor, das die Gerichtsentscheidung berücksichtige.

Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht hatte die Burkini-Verbote Ende August in einem Grundsatzurteil für unrechtmäßig erklärt. Der Staatsrat in Paris hatte sich konkret mit dem Burkini-Verbot des Badeorts Villeneuve-Loubet befasst. Dieses stelle eine "schwere und offensichtlich illegale Verletzung der grundlegenden Freiheitsrechte dar". Als Grundsatzentscheidung ist dieses Urteil für alle Verwaltungsgerichte des Landes bindend. Das bedeutet nicht, dass alle anderen Burkini-Verbote automatisch aufgehoben sind - Kläger können sich aber auf das Grundsatzurteil beziehen, wenn sie gegen Verbote vorgehen. Das Verwaltungsgericht der korsischen Stadt Bastia hatte am Dienstag einen Eilantrag einer Menschenrechtsorganisation gegen das Burkini-Verbot der Gemeinde Sisco allerdings abgelehnt.

+++ 13.41 Uhr: Fifa eröffnet neues Ethikverfahren gegen Blatter +++

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands Fifa hat ein neues Verfahren gegen dessen früheren Präsidenten Joseph Blatter eröffnet. Wegen Zahlungen von Gehältern und Boni werde auch gegen den ehemaligen Generalsekretär Jérôme Valcke und Ex-Finanzchef Markus Kattner ermittelt, teilte der Fußballweltverband mit. 


+++ 13.15 Uhr: Goldschmuggel in Babywindel: Zoll stellt Schmuck sicher +++

Schmuck in einer Windel: Ein ziemlich außergewöhnliches Versteck hat eine 65-jährige Frau gewählt, um am Frankfurter Flughafen drei Halsketten aus Gold am Zoll vorbeizuschmuggeln. Bei der Kontrolle des Gepäcks eines Fluges aus den Vereinigten Arabischen Emiraten waren den Beamten am 31. August mehrere Goldarmbänder am Handgelenk der Frau aufgefallen, wie das Hauptzollamt in Frankfurt mitteilte. Bei einer Kontrolle der Handtasche der Frau fanden die Beamten dann die Windel, die augenscheinlich nicht leer war. Bevor sie die Windel öffneten, fertigten sie jedoch ein Röntgenbild an.

+++ 12.27 Uhr: Opferzahl nach Zugunglück in Spanien steigt +++

Bei dem schweren Zugunglück im Nordwesten Spaniens ist die Zahl der Toten auf vier gestiegen. Insgesamt seien 50 Menschen verletzt worden, sagte der stellvertretende Bürgermeister des Ortes O Porriño, wo der Zug entgleist war, dem Fernsehsender 24Horas. Einer der Verletzten schwebe in Lebensgefahr. Der Unfall hatte sich am Morgen aus noch ungeklärter Ursache in der Provinz Pontevedra ereignet. In dem Zug sollen laut Bahnbetreiber Renfe 60 Menschen gewesen sein.

+++ 12.11 Uhr: Türkische Zeitung "Zaman" stellt wegen Drohungen Betrieb in Deutschland ein +++

Die regierungskritische türkische Zeitung "Zaman" stellt ihren Betrieb in Deutschland ein. Die Entscheidung sei schweren Herzens getroffen worden, sagte Geschäftsleitungsmitglied Süleyman Bag dem Magazin "defacto" des Hessischen Rundfunks. "Unsere Abonnenten werden besucht, sie werden bedroht, dass sie - wenn sie weiter abonnieren - Schwierigkeiten bekommen würden", begründete Bag den Schritt. Die Zeitung wolle aber weder, "dass Kollegen zu Schaden kommen noch unsere Abonnenten, die uns die Treue halten". Laut HR wird der deutsche Ableger der Zeitung zum 30. November eingestellt.

Die Zeitung "Zaman" war bis zur staatlichen Übernahme das Flaggschiff der Bewegung von Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Führung für den Umsturzversuch Mitte Juli verantwortlich macht. Nach dem gescheiterten Militärputsch hatte die Regierung bereits zahlreiche kritische Journalisten ins Visier genommen und dutzende Haftbefehle ausgestellt.

+++ 12.08 Uhr: Flüchtlingszahlen steigen leicht an +++

Nach mehreren Monaten Stagnation sind im August etwas mehr Flüchtlinge in Deutschland angekommen. Im Erfassungssystem (Easy) wurden nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 18.143 Neuankömmlinge registriert - in den Monaten Mai, Juni und Juli seien es jeweils rund 16.000 gewesen. Zum Vergleich: Im August 2015 wurden mehr als 104.000 Personen in dem System erfasst. In diesem Jahr seien es seit Jahresbeginn 256.567 Menschen, so das Ministerium.

Deutlich höher ist die Zahl der förmlichen Asylanträge: Allein im August wurden fast 90.000 Anträge neu gestellt - eine Steigerung um 118 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Viele Flüchtlinge hatten monatelang warten müssen, bis ihr Asylantrag zur Bearbeitung aufgenommen werden konnte. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beabsichtige nun, "bis Ende September allen Menschen, die 2015 nach Deutschland kamen, die Möglichkeit zum Asylantrag gegeben zu haben".

In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden insgesamt 577.065 Asylanträge gestellt. Entschieden hat das Bundesamt über 392.833 - 62,4 Prozent der Betroffenen dürfen zumindest vorläufig in Deutschland bleiben.

+++ 11.50 Uhr: Bundesregierung bestellt Nordkoreas Botschafter ein +++

Wegen des neuen nordkoreanischen Atomtests hat die Bundesregierung den Botschafter des kommunistischen Landes einbestellt. Regierungssprecher Steffen Seibert verurteilte den Test in Berlin "mit aller Entschiedenheit". Nordkorea versuche offensichtlich, "in unverantwortlicher Weise eine weitere Destabilisierung in Nordostasien herbeizuführen". Zugleich forderte Berlin die Regierung in Pjöngjang auf, den verschiedenen UN-Resolutionen Folge zu leisten.

Das streng abgeschottete Land hatte zuvor seinen fünften und bislang stärksten Atomsprengkörper getestet. Nach dem vorigen Test im Januar hatten die Vereinten Nationen ihre Sanktionen verschärft. Deutschland gehört zu den vergleichsweise wenigen Ländern, die zu Nordkorea diplomatische Beziehungen unterhalten.

+++ 11.45 Uhr: Hacker-Attacke auf Saar-CDU? +++

Die saarländische Polizei ermittelt wegen eines Cyber-Angriffs auf Mitglieder der Landes-CDU. "Im Raum steht die versuchte Ausspähung von Daten beziehungsweise Computerspionage", sagte ein Sprecher des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken.
Bei der Präsidiums-Dienststelle für Cybercrime sei deshalb eine Sonderkommission eingerichtet worden.

Der "Saarbrücker Zeitung" zufolge wird in Sicherheitskreisen vermutet, dass es sich um denselben Angreifer handelt wie bei der Attacke auf den Bundestag im Mai 2015. Damals waren nach Einschätzung von Experten vermutlich russische Hacker mit staatlichem Hintergrund aktiv. Der Polizeisprecher konnte dazu nach eigenen Angaben nichts sagen. Laut der Zeitung hatten Spitzenpolitiker der Saar-CDU am 24. August und danach eine angebliche Mail von einem deutschen Nato-Mitarbeiter erhalten, die über einen Link auf eine mit Schadsoftware infizierte Internetseite führte. Kanzleramtsminister Peter Altmaier, der CDU-Landesvize, sei nicht betroffen gewesen.

+++ 11.22 Uhr: Auto rast auf Sardinien in Menschenmenge +++

Ein Autofahrer hat in Italien die Kontrolle über seinen Wagen verloren und ist in eine feierende Menschenmenge gerast.
Mindestens 31 Personen wurden bei dem Unfall auf der Insel Sardinien in der Nacht zum Freitag verletzt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Die Bewohner des Ortes Nule hatten sich für ein Fest auf dem zentralen Platz der Stadt versammelt. Die Verletzten, darunter auch mehrere Kinder, wurden in Krankenhäuser gebracht. Niemand schwebte in Lebensgefahr, wie lokale Medien berichten.

Nach der Unglücksfahrt, deren Ursache noch unklar ist, ging die wütende Menge auf den Mann los, er wurde verprügelt und sogar mit einem Messer verletzt. Auch er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei leitete die Ermittlungen ein.

+++ 11.11 Uhr: EU kippt geplante 90-Tage-Beschränkung beim Roaming +++

Nach heftiger Kritik von Verbraucherschützern gibt die EU-Kommission ihre Pläne auf, das Verbot von Roaming-Gebühren auf 90 Tage im Jahr zu beschränken. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ordnete eine Überarbeitung an, wie die Brüsseler Behörde mitteilt. Eigentlich sollen Roaming-Gebühren in der EU ab Mitte 2017 ganz entfallen; die nun verworfenen Pläne der Kommission sahen aber doch eine zeitliche Einschränkung vor.

+++ 10.45 Uhr: Mehrere Tote bei Zugunglück in Spanien +++

Bei einem Zugunglück im Nordwesten Spaniens sind nach vorläufigen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und einige weitere verletzt worden. Der Zug sei in Galicien in der Nähe der Stadt Vigo entgleist, teilten die örtlichen Behörden mit. Die Bahngesellschaft Renfe sprach von mehreren Toten und gab an, in dem Zug seien etwa 60 Fahrgäste unterwegs gewesen.

+++ 9.49 Uhr: Extremsportler Hannes Arch stirbt bei Hubschrauberabsturz +++

Der österreichische Extremsportler Hannes Arch ist bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Der 48-Jährige hatte in der Nacht zum Freitag einen Transportflug zu einer Hütte im Großglocknergebiet in Kärnten unternommen, als es nach Angaben der Polizei zu dem Unfall kam. Er wurde noch an der Unfallstelle für tot erklärt. Ein zweiter Insasse erlitt schwere Verletzungen.

"Es war ein angemeldeter Nachtsichtflug, das Wetter war gut", sagte ein Ermittler der Polizeistation Heiligenblut. Die Unfallursache sei noch unklar. Der Hubschrauber sei auf rund 2300 Höhenmetern an einer Felswand zerschellt und in steilem Gelände liegengeblieben. Mehr als 40 Bergretter und drei Notärzte stiegen drei Stunden lang zu den Opfern auf.

Am Donnerstag hatte der Red-Bull-Pilot auf Facebook noch ein Bild aus den Alpen gepostet. Der gebürtige Steirer war auch häufig Gast auf Society-Veranstaltungen. Seit einigen Jahren war er mit dem deutschen Model Miriam Höller liiert, die als Stuntfrau arbeitet und sich kürzlich bei einem Einsatz beide Beine gebrochen hatte.

+++ 9.38 Uhr: Zwei Euro mehr Kindergeld? +++

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will nach Angaben des "Spiegel" das Kindergeld um zwei Euro pro Monat erhöhen. So sollen auch Geringverdiener profitieren, wenn im nächsten Jahr die Steuern leicht gesenkt werden, meldet das Magazin unter Berufung auf den Gesetzentwurf, den der CDU-Politiker kommende Woche ins Kabinett einbringen wolle.

Die Bürger sollen durch Anhebung von Freibeträgen und durch Tarifkorrekturen um rund 6,3 Milliarden Euro in den nächsten beiden Jahren entlastet werden. Laut "Spiegel" soll der Grundfreibetrag 2017 um 170 Euro steigen, ein Jahr später um weitere 200 Euro. Der Kinderfreibetrag werde im ersten Schritt um 110 Euro erhöht, im zweiten um 100 Euro. Um die sogenannte kalte Progression zu bekämpfen, sollen für alle Steuersätze die Einkommensgrenzen steigen. 2017 würden sie um 0,7 Prozent angehoben, 2018 noch einmal um rund 1,5 Prozent, meldet der "Spiegel".

+++ 9.35 Uhr: Österreich prüft Verschiebung der Präsidentenwahl +++

Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) lässt nach einer Reihe von Pannen mit Wahlkarten eine Verschiebung der für den 2. Oktober angesetzten Bundespräsidentenwahl prüfen. "Die Rechtslage wird genau geprüft und Anfang nächster Woche wird der Innenminister Details bekanntgeben", hieß es aus dem Ministerium. Zuletzt waren zahlreiche Briefwahlkarten im Umlauf, die aufgrund von defekten Klebekarten bei der Auszählung ungültig werden.

"Wenn eine ordnungsgemäße Durchführung der Wahl auf Grund eines augenscheinlichen Produktionsfehlers nicht möglich ist, dann ist es meine Aufgabe als oberster Leiter der Wahlbehörde, eine Verschiebung umgehend zu prüfen", sagte Sobotka. Für die technischen Unzulänglichkeiten entschuldigte er sich. 

Der Verfassungsgerichtshof hatte die Stichwahl vom Mai wegen diverser Formfehler aufgehoben. Der Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen und der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ, Norbert Hofer, kämpfen um das Amt.

+++ 9.04 Uhr: 65-Jähriger stürzt auf der Zugspitze in den Tod +++

Bei einer gemeinsamen Bergtour mit seinem Sohn auf die Zugspitze ist ein 65-Jähriger in den Tod gestürzt. Der Mann hatte am Donnerstag unterhalb des Gipfels auf rund 2800 Metern Höhe aus ungeklärter Ursache das Gleichgewicht verloren, wie die Polizei jetzt mitteilte. Er stürzte rund 150 Meter in die Tiefe und erlitt schwerste Verletzungen. Polizei und Bergwacht konnten ihm nicht mehr helfen. Der Mann aus Göppingen (Baden-Württemberg) starb noch an der Unfallstelle.

+++ 8.50 Uhr: Hauptverdächtige von Paris schwor IS die Treue +++

Die im Zusammenhang mit einem verdächtigen Auto nahe der Pariser Kathedrale Notre Dame festgenommene Hauptverdächtige hat der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen. Dies verlautete aus Ermittlerkreisen in Paris. Die 19 Jahre alte Frau war Donnerstagabend zusammen mit zwei anderen Frauen festgenommen worden. Dabei stach die 19-Jährige einem Polizisten in die Schulter, woraufhin die Polizei ihr nach eigenen Angaben ins Bein schoss. Innenminister Bernard Cazeneuve hatte die drei jungen Frauen am Donnerstagabend als "fanatisiert und radikalisiert" beschrieben. "Sie haben offenkundig neue Gewaltakte vorbereitet, die unmittelbar bevorstanden."

Bei der 19-Jährigen handelt es sich nach Polizeiangaben um die Tochter des Mannes, dessen verdächtiges Auto am Wochenende nahe der Kathedrale Notre Dame entdeckt worden war. Es hatte keine Nummernschilder, die Warnblinker waren angeschaltet und im Innenraum lag eine Gasflasche. Die Flasche war leer, im Kofferraum befanden sich nach Angaben der Ermittler aber fünf volle Gasflaschen. Eine Vorrichtung, mit der die Flaschen als Sprengsatz hätten gezündet werden können, wurde nicht entdeckt.

+++ 8.27 Uhr: USA scheitern mit Geiselbefreiung in Afghanistan +++

Die Darulaman Road in Kabul, wo die Professoren der American University vergangenen Monat verschleppt wurden

Die Darulaman Road in Kabul: Hier wurden die Professoren der American University vergangenen Monat verschleppt.

US-Spezialkräfte haben nach Medienberichten erfolglos versucht, zwei im August in der afghanischen Hauptstadt Kabul entführte Professoren der Amerikanischen Universität zu befreien. Es handelt sich bei den Geiseln um einen US-Amerikaner und einen Australier. Bisher war unbekannt, wer die Männer entführt hatte. Aus den Medienberichten geht hervor, dass sie in den Händen von Taliban sind.

Die "New York Times" berichtete, das Militär habe sie in einer entlegenen, gebirgigen Gegend Ostafghanistans vermutet. Soldaten der Eliteeinheit Navy Seals hätten ein "schweres Gefecht mit Dutzenden Aufständischen" geführt. Die Geiseln seien aber nicht mehr dort gewesen. Man habe sie offenbar nur um Stunden verpasst. Die beiden Professoren waren Anfang August nahe der Amerikanischen Universität von Bewaffneten aus ihrem Auto gezerrt worden.

Seit Monaten steigt die Zahl der Entführungen von Afghanen und Ausländern in Kabul und anderen Orten. Dahinter stecken sowohl kriminelle Banden als auch Extremisten. Eine Inderin und eine Australierin sind vor Kurzem freigekommen. 

+++ 8.14 Uhr Deutsche Exporte brechen ein +++

Der deutsche Außenhandel ist im Juli drastisch geschrumpft: Der Wert der ausgeführten Waren sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um zehn Prozent auf 96,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Der Wert der Importe ging demnach um 6,5 Prozent auf 76,9 Milliarden Euro zurück. Gegenüber dem Vormonat waren die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 2,6 Prozent niedriger. Die Importe nahmen um 0,7 Prozent ab.
Nach Angaben der Statistiker gingen insbesondere die Exporte in Drittländer außerhalb der EU zurück. Dorthin wurden im Juli Waren im Wert von 40,1 Milliarden Euro exportiert - ein Minus von 13,8 Prozent. Die Importe von dort gingen um 10,1 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro zurück. In EU-Mitgliedstaaten wurden demnach Waren im Wert von 56,3 Milliarden Euro exportiert und damit sieben Prozent weniger als im Juli 2015. Die Importe aus diesen Ländern gingen nach Angaben der Statistiker um 4,5 Prozent auf 51,3 Milliarden Euro zurück.

+++ 7.53 Uhr: Google testet Burrito-Lieferung mit Drohnen +++

Google wird seine Lieferdrohnen in den USA mit der Zustellung frisch zubereiteter Burritos testen. Auf einem abgegrenzten Gelände an der US-Hochschule Virginia Tech soll das Essen von einem "Foodtruck" zu den Kunden geflogen werden. Es seien hunderte Flüge über einen Zeitraum von mehreren Tagen geplant, schrieb der Chef des Innovationslabors Google X, Astro Teller, in einem Blogeintrag. Man wolle dabei die Reaktion der Leute testen, wenn sie solche Lieferungen bekommen, sowie mehr über die Organisation von Transporten mit mehreren Drohnen lernen.

Google hatte Drohnen aus seinem "Project Wing" zunächst 2014 an einer abgelegenen Farm in Australien getestet. Seitdem seien die Fluggeräte und die Software für autonome Steuerung bei Flügen auf privatem Gelände in Kalifornien weiterentwickelt worden, schrieb Teller.

+++ 7.11 Uhr: Polizei jagt entlaufenes Känguru im Sauerland +++

Im Sauerland hat die Polizei ein ausgebüxtes Känguru wieder eingefangen. Zeugen hatten das Tier, das "auf einer Erkundungstour durch die Ländereien" von Attendorn im Kreis Olpe war, am Donnerstagnachmittag gemeldet, wie die Polizei mitteilte. Nach schweißtreibender Verfolgungsjagd sei es schließlich gelungen, das Känguru mithilfe von Anwohnern in einer Einfahrt festzusetzen. Es wurde vom inzwischen ermittelten Besitzer abgeholt. Wie das Tier ausgebrochen war oder ob der Halter die Kosten des Einsatzes tragen muss, teilte die Polizei nicht mit.

+++ 6.42 Uhr: Nordkorea vermeldet "erfolgreichen" Atomwaffentest +++

Nordkorea hat die Zündung einer Atombombe bestätigt. Es habe sich um einen "erfolgreichen" Atomwaffentest gehandelt, berichtet das staatliche Fernsehen. Zuvor hatte es aus Südkorea geheißen, der Norden habe "höchstwahrscheinlich" zum fünften Mal eine Atombombe zu Testzwecken gezündet.

+++ 5.36 Uhr: Bayern stattet Rettungswagen mit Ausrüstung für Terrorlagen aus +++

Um auf schwere Verletzungen nach einem Terroranschlag vorbereitet zu sein, haben Rettungswagen in Bayern künftig eine spezielle Sanitätsausrüstung an Bord. Wie die Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (AGBN) in Würzburg mitteilt, empfiehlt das Innenministerium eine Reihe neuer Ausrüstungsgegenstände. Darunter sind unter anderem sogenannte Tourniquets zum schnellen Abschnüren von stark blutenden Gliedmaßen.

Die Ausrüstung sei "speziell für Sprengstoffanschläge und Schussverletzungen", erklärte ein Sprecher des Innenministeriums in München. Die Handlungsempfehlung für den Rettungsdienst sei eine Reaktion auf die Anschläge von Paris und Brüssel. Die Fahrzeuge würden nach und nach ausgestattet.

+++ 5.02 Uhr: Kerber erreicht Endspiel der US Open +++

Die neue Weltranglistenerste Angelique Kerber hat bei den US Open in New York das Endspiel erreicht. Die 28-Jährige aus Kiel gewann im Halbfinale gegen die Dänin Caroline Wozniacki 6:4, 6:3 und ist vom kommenden Montag an als erste Deutsche nach Steffi Graf die Nummer eins im Damen-Tennis.

+++ 3.33 Uhr: 361 Verheiratete unter 14 Jahren +++

Nach der Einreise Hunderttausender Flüchtlinge sind in Deutschland inzwischen fast 1500 verheiratete Kinder und Jugendliche registriert. 361 von ihnen sind sogar jünger als 14 Jahre alt. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, die --der Funke Mediengruppe vorliegt. Danach waren zum 31. Juli im Ausländerzentralregister 1475 minderjährige Ausländer mit dem Familienstand "verheiratet" gespeichert. Bei den meisten (1152) handele es sich um Mädchen, heißt es in dem Bericht. Sie dürften bereits in der Heimat mit einem Erwachsenen verheiratet worden sein. Die größte Gruppe der minderjährig Verheirateten stammt den Angaben zufolge aus Syrien (664). Weitere Herkunftsstaaten seien Afghanistan (157), Irak (100), Bulgarien (65), Polen (41), Rumänien (33) und Griechenland (32). Die Dunkelziffer dürfte aber höher liegen.

In Deutschland dürfen Ehen grundsätzlich erst mit der Volljährigkeit geschlossen werden - nur in Ausnahmefällen schon mit 16 Jahren. Das Oberlandesgericht Bamberg hatte im Mai aber die Ehe einer Syrerin, die im Alter von 14 mit einem Cousin verheiratet worden war, als wirksam anerkannt. In Deutschland wird seitdem debattiert, ob solche Kinderehen im Widerspruch zu Grundrechten stehen.

+++ 3.02 Uhr: Nordkorea hat möglicherweise erneut Atombombe gezündet+++

Nordkorea hat möglicherweise wieder einen Atomversuch unternommen. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Hinweis auf eine Regierungsquelle in Seoul.

+++ 2.52 Uhr: Angelique Kerber neue Nummer eins im Tennis +++

Angelique Kerber wird die neue Nummer eins der Tennis-Weltrangliste. Durch das Aus im Halbfinale von Serena Williams bei den US Open löst Kerber die Amerikanerin ab und ist vom kommenden Montag an als zweite Deutsche nach Steffi Graf Weltranglistenerste. 

+++ 2.47 Uhr: Kalifornien führt strengste US-Treibhausgasauflagen ein  +++

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, hat in seinem Bundesstaat ein Gesetz mit den strengsten Treibhausgasauflagen in den USA unterzeichnet. Demnach verpflichtet sich der bevölkerungsreichste US-Staat dazu, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bis 2030 um mindestens 40 Prozent verglichen mit 1990 zu senken. Nach Mitteilung des Gouverneurs sollen die neuen Auflagen dabei helfen, das langfristige Ziel einer Reduzierung der Emissionen um 80 Prozent (verglichen mit 1990) bis zum Jahr 2050 zu erreichen.

Kalifornien hatte bereits 2008 für das Jahr 2020 ein CO2-Sparziel von 30 Prozent vorgegeben, um damit den Ausstoß der Schadstoffe auf den Stand von 1990 zurückzuschrauben.

+++ 1.49 Uhr: Mastercard auf Milliarden verklagt +++

Eine Kreditkarte von Mastercard

Eine Kreditkarte von Mastercard: Das Unternehmen wird beschuldigt, Verbraucher Jahrelang über den Tisch gezogen zu haben.

Der US-Kreditkartenriese Mastercard ist in Großbritannien wegen des Vorwurfs überhöhter Gebühren auf Schadenersatz in Höhe von 14 Milliarden Pfund (aktuell etwa 16,5 Milliarden Euro) verklagt worden. Hinter der Klage steht die Großkanzlei Quinn Emanuel, die das Unternehmen beschuldigt, Verbraucher von 1992 bis 2008 durch versteckte Kosten bei Bank- und Kreditkarten über den Tisch gezogen und damit gegen EU-Recht verstoßen zu haben. Einer Mitteilung zufolge könnten 46 Millionen Kunden in Großbritannien entschädigt werden, sollte die Klage zugelassen werden und Erfolg haben.

Laut Quinn Emanuel handelt es sich um die bislang größte Schadenersatzklage in der britischen Rechtsgeschichte. Es soll eines der ersten britischen Verfahren im Stile von Sammelklagen werden, wie sie in den USA üblich sind. Zunächst hatte die Kanzlei, die ihre Klage auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen Mastercard von 2014 stützt, sogar 19 Milliarden Pfund gefordert. Die Kreditkartenfirma weist die Vorwürfe zurück und kündigte in britischen Medien an, sich entschieden dagegen zur Wehr setzen zu wollen. Man werde die 600-seitige Klageschrift aber zunächst in Ruhe im Detail prüfen. 

+++ 1.21 Uhr: US-Sonde "Osiris Rex" zu Asteroiden Bennu gestartet +++

Die Nasa-Sonde "Osiris Rex" ist auf dem Weg zu dem Asteroiden Bennu. An Bord einer "Atlas"-Rakete startete die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde unter wolkenlosem Himmel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Wenn bei der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission alles nach Plan läuft, soll die Sonde 2018 den Asteroiden Bennu erreichen. 2020 soll "Osiris Rex" sich ihm soweit nähern, dass sie eine Probe aufsaugen kann. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren. Es handelt sich um die erste US-amerikanische Mission zu einem Asteroiden, bei der eine Probe zurück zur Erde gebracht werden soll.

Der Asteroid Bennu mit einem Durchmesser von 500 Metern könnte der Erde in mehr als 150 Jahren gefährlich nahe kommen. Auch wenn das Risiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten der derzeit bekannten Asteroiden. 

+++ 1.04 Uhr: Merkel unterstützt Schäubles Steuersenkungspläne +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich hinter die Pläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble gestellt, nach der Bundestagswahl 2017 für eine Steuerentlastung von jährlich 15 Milliarden Euro zu sorgen. "Weil wir gut gehaushaltet haben, gibt es Spielraum für die Entlastung der Bürger - trotz der vielen Aufgaben, die vor uns liegen", sagte die CDU-Chefin der Funke Mediengruppe. Merkel verwies darauf, dass ihr Parteikollege Schäuble die Größenordnung von 15 Milliarden Euro für die nächste Wahlperiode genannt hatte. Sie bestätigte, dass dies auch ihre Position sei. Zuvor hatte auch Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) diese Summe ins Gespräch gebracht.

Zur Frage, ob sie für eine vierte Amtszeit als Bundeskanzlerin antrete, wollte sich Merkel weiterhin nicht äußern - "weil der gegebene Zeitpunkt noch nicht gekommen ist". Sie bekräftigte aber, dass das Amt der Bundeskanzlerin und das der Parteivorsitzenden aus ihrer Sicht zusammengehörten.

+++ 0.36 Uhr: Anführer des größten syrischen Rebellenbündnisses getötet +++

Der Anführer des größten syrischen Rebellenbündnisses ist nach Angaben von Islamisten tot. Abu Omar Sarakeb, Kommandeur der sogenannten Armee der Eroberung, sei einem Luftangriff in der Provinz Aleppo im Norden Syriens zum Opfer gefallen, teilt die Fateh-al-Scham-Front, die frühere Al-Nusra-Front, mit.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde bei dem Bombardement während eines Treffens der Führungsriege der "Armee der Eroberung" auch der Kommandant Muslem al Schami getötet. Es sei unklar, ob es sich um einen Angriff der syrischen oder der russischen Luftwaffe oder um eine Attacke der US-geführten Allianz gehandelt habe, erklärte die Beobachtungsstelle, die ihre von unabhängiger Seite kaum überprüfbaren Informationen von Ärzten und Aktivisten in Syrien erhält.

Die "Armee der Eroberung", der auch verschiedene islamistische Milizen angehören, kontrolliert die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens und ist auch am Kampf um die Großstadt Aleppo beteiligt. 

+++ 0.20 Uhr: Drogeriemarkt dm ruft Bio-Sesam zurück +++

Wegen Salmonellengefahr hat die Drogeriemarktkette dm ihren Bio-Sesam aus Uganda zurückgerufen. Betroffen ist der Artikel "dmBio Sesam ungeschält 500 g", wie das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe mitteilt. Bei Kontrollen des Produkts seien in einer Probe Salmonellen festgestellt worden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Produkte der zurückgerufenen Chargen betroffen sind. Verbraucher können betroffene Ware in allen Filialen zurückgeben. Der Kaufpreis werde erstattet. Von dem Rückruf sind nach dm-Angaben ausschließlich Produkte mit der Herkunft Uganda und den folgenden Verpackungschargen betroffen:

- L6601080, Mindesthaltbarkeitsdatum 07.10.2016, 08.10.2016

- L5601142, Mindesthaltbarkeitsdatum 14.10.2016

- L5603020, Mindesthaltbarkeitsdatum 03.12.2016

- L5603021, Mindesthaltbarkeitsdatum 03.12.2016

- L5603030, Mindesthaltbarkeitsdatum 03.12.2016

- L5603050, Mindesthaltbarkeitsdatum 05.12.2016

- L5603051, Mindesthaltbarkeitsdatum 05.12.2016

mad / DPA / AFP