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News des Tages: Türkei: Menschenrechtler Peter Steudtner kommt frei

Belästigungsvorwurf gegen George Bush +++ G20-Gewalttäter zu Haftstrafen verurteilt +++ Fats Domino gestorben +++ Vegan-Koch Hildmann verliert Steak-Wette +++ Die Nachrichten des Tages im Ticker.

Vor Prozessbeginn demonstrierten Aktivisten in Istanbul für die Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner

Vor Prozessbeginn demonstrierten Aktivisten in Istanbul für die Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner

Die News des Tages im Überblick. 

+++ 22.52 Uhr: Türkei: Menschenrechtler Steudtner kommt frei +++

Nach mehr als drei Monaten werden der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner und sein schwedischer Kollege Ali Gharavi ohne Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. "Der Ausreise steht nichts mehr im Wege", sagte der Anwalt der beiden, Murat Boduroglu, nach der Gerichtsentscheidung am späten Abend in Istanbul.

+++ 22.34 Uhr: Schärfere Kontrollen für USA-Reisende +++

Alle Passagiere auf internationalen Flügen in die USA müssen sich von diesem Donnerstag an auf schärfere Sicherheitskontrollen einstellen. Das teilte die US-Transportsicherheitsbehörde TSA mit. Demnach beginnen die Fluggesellschaften mit der Umsetzung von Maßnahmen, die von zusätzlichen Passagierbefragungen über verschärfte Überprüfungen von elektronischen Geräten bis hin zu verstärkter Sicherheit in der Nähe von Flugzeugen reichen könnten.

"Diese neuen Maßnahmen werden alle Flüge von Flughäfen betreffen, die als letzter Abreisepunkt in die Vereinigten Staaten dienen", sagte TSA-Sprecherin Lisa Farbstein am Mittwoch. Die USA hatten bereits im Juni mitgeteilt, dass sie ein schärferes Screening von USA-Passagieren fordern. Die Frist für eine Umsetzung läuft Montag ab.

+++ 21.57 Uhr: Ungarn: Pakistanischer Auftragskiller festgenommen +++

In Ungarn ist ein mutmaßlicher pakistanischer Auftragskiller festgenommen worden, der in seiner Heimat rund 70 Morde begangen haben soll. Der 35-Jährige wurde nach Angaben der ungarischen Polizei vom Mittwoch gefasst, als er mit einer Gruppe von Flüchtlingen heimlich nach Österreich gelangen wollte. Pakistan hatte mit einem internationalen Haftbefehl nach dem Mann gefahndet.

Nach Angaben der österreichischen Polizei war der Mann als "pakistanischer Schlächter" bekannt. Ihm werden demnach rund 70 Auftragsmorde in Pakistan zur Last gelegt.

+++ 21.30 Uhr: Mutmaßlicher Schleuser bei Kiel festgenommen +++

In der Nähe von Kiel ist einem Medienbericht zufolge ein mutmaßlicher Schleuser festgenommen worden, der für den Tod von 54 Flüchtlingen im Mittelmeer verantwortlich sein soll. Das berichten die "Kieler Nachrichten" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Kiel. Die Flüchtlinge seien im Oktober 2015 im Mittelmeer ertrunken.

Dem 27-jährigen Iraker, der mit seiner Familie in Schleswig-Holstein lebt, wird vorgeworfen, mit zwei weiteren Personen eine Schleusung von 328 Flüchtlingen von der Türkei nach Griechenland vorbereitet zu haben. Der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler sagte der Zeitung: "Bei der Überfahrt am 28. Oktober 2015 brach das Boot auseinander, 54 Menschen kamen zu Tode." Dem Bericht zufolge kam der Iraker Ende 2015 nach Deutschland und beantragte Asyl. Er habe eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, hieß es.

+++ 21.02 Uhr: Tornado-Einsatz bei G8: Rechtsstreit geht trotz Urteil weiter +++

Der jahrelange Streit um die Rechtmäßigkeit eines Tornado-Tiefflugs über ein Protestcamp beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 geht in eine weitere Runde. Auf die Klagen zweier Camp-Teilnehmer hin stellte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig fest, dass der Tiefflug ein Einschnitt in deren Versammlungsfreiheit gewesen sei. (Az.: 6 C 45.16 und 6 C 46.16) Der Bundeswehr-Kampfjet sei in nur 114 Metern Höhe mit extremer Lärmentfaltung über das Camp hinweggeflogen, um Fotos zu machen. Das habe einschüchternd und angsteinflößend wirken müssen.

Ob der Flug aber trotzdem als Maßnahme der Gefahrenaufklärung gerechtfertigt gewesen sei, habe das Bundesverwaltungsgericht nicht abschließend entscheiden können. Die Leipziger Richter verwiesen den Fall daher zur erneuten Prüfung zurück an das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern. 

+++ 19.47 Uhr: Türkischer Staatsanwalt fordert Aufhebung der U-Haft für Steudtner +++

Die türkische Staatsanwaltschaft hat die Aufhebung der Untersuchungshaft für den deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner gefordert. Der Staatsanwalt in Istanbul forderte, Steudtner, seinen schwedischen Kollegen Ali Gharavi und mehrere türkische Menschenrechtler unter Auflagen auf freien Fuß zu setzen.


+++ 18.58 Uhr: Belästigungsvorwurf gegen Ex-US-Präsident George Bush +++

Nach Größen aus der Filmbranche sieht sich auch der frühere US-Präsident George Bush mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung konfrontiert. Bei einer Veranstaltung zur Vermarktung der Fernsehserie "Turn: Washington's Spies" vor vier Jahren sei sie dem im Rollstuhl sitzenden Ex-Präsidenten begegnet, schrieb die 34-jährige Schauspielerin Heather Lind in einer Mitteilung im Online-Dienst Instagram, die sie später löschte. Dabei habe Bush sie "sexuell angegriffen".

"Er schüttelte nicht meine Hand", schilderte Lind ihr Zusammentreffen mit dem heute 93-jährigen Bush. "Er fasste mich aus seinem Rollstuhl von hinten an, während seine Frau Barbara Bush neben ihm stand. Er erzählte mir einen schmutzigen Witz." Dass sie erst vier Jahre nach dem Vorfall damit an die Öffentlichkeit geht, begründete Lind damit, dass sie Bush am Wochenende zusammen mit den vier anderen noch lebenden Ex-US-Präsidenten bei einem Benefizkonzert für Hurrikan-Opfer gesehen habe. "Ich finde es verstörend, weil ich den Respekt bemerkte, den Ex-Präsidenten für ihre Dienste bekommen", schrieb die Schauspielerin.
Bush dementierte seine Begegnung mit Lind nicht. Es habe sich aber um einen ungeschickten Scherz des Ex-Präsidenten gehandelt, erklärte sein Sprecher in einer Mitteilungen an die Zeitungen "Daily Mail" und "New York Daily News".

+++ 18.53 Uhr: Strengere Kontrollen vor USA-Reisen +++

Bei Flügen in die USA gelten von Donnerstag an für Passagiere striktere Kontrollen. Mehrere Fluggesellschaften bestätigten, von den US-Behörden zu strengeren Sicherheitschecks aufgefordert worden zu sein. Die Fluggesellschaft Emirates erklärte beispielsweise, beim Check-in-Schalter würden fortan Befragungen der Passagiere erfolgen. Die Fluggesellschaft Air France sprach von einem zusätzlichen "Sicherheits-Interview". Cathay Pacific nannte strengere Vorgaben bei der Gepäckaufgabe in Hongkong. Die Fluggesellschaften empfahlen Passagieren, früh zum Einchecken zu kommen. US-Behördenvertreter machten auf Anfrage zunächst keine genaueren Angaben.

+++ 18.10 Uhr: Vulkan in Indonesien spuckt Asche - Tausende müssen Dörfer verlassen +++

Der Vulkan Sinabung auf der indonesischen Insel Sumatra hat erneut eine hohe Aschesäule in die Luft gespuckt. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Seit vier Jahren gibt es immer wieder Eruptionen an dem 2460 Meter hohen Berg. Die Behörden haben einen Radius von sieben Kilometern rund um den Vulkan zur Sperrzone erklärt. Tausende Bewohner mussten ihre Dörfer verlassen.

+++ 18.04 Uhr: Haftstrafen für G20-Täter +++

Das Amtsgericht Hamburg-Altona hat zwei G20-Gewalttäter zu Haftstrafen verurteilt. Beide sollen am 6. Juli nach der "Welcome to Hell"-Demonstration Polizisten attackiert haben. Ein 41-jähriger Deutscher erhielt eineinhalb Jahre Haft ohne Bewährung, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der Mann hatte nach Überzeugung des Gerichts einen brennenden Feuerwerkskörper auf einen Polizisten geworfen, ihn aber nicht verletzt. Er soll vermummt gewesen sein. Gegen seine Festnahme habe er sich gewehrt. Das Gericht sprach ihn wegen versuchten Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Widerstands schuldig.

In einem weiteren Prozess wegen der G20-Krawalle verhängte das Gericht eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat. Der 25 Jahre alte Angeklagte aus Italien hatte den Ermittlungen zufolge eine Glasflasche mit großer Wucht auf Polizisten in der Max-Brauer-Allee geworfen. Die Flasche hatte einen nicht identifizierten Beamten am Helm getroffen.

Urteil im ersten G-20-Prozess: harte Strafe für Flaschenwerfer


+++ 18.01 Uhr: Ukraine prüft Auslieferung von Deutschem an Türkei +++

Die Ukraine prüft die Auslieferung eines deutschen Staatsbürgers an die Türkei. Der Antrag sei am 18. September gestellt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Türkei wirft dem 52-jährigen Kemal K. die "Bildung und Führung einer bewaffneten terroristischen Vereinigung" vor, wie aus den ukrainischen Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Der türkischstämmige Deutsche war bereits am 23. Juli von den ukrainischen Behörden wegen einer internationalen Fahndung auf dem Kiewer Flughafen festgenommen worden. Ein Gericht hatte drei Tage später den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft aufgrund seines Status als anerkannter Flüchtling in Deutschland abgelehnt. Er dürfe das Land jedoch vorerst nicht verlassen, hieß es. 

+++ 17.51 Uhr: Kind soll nicht Lucifer heißen - Eltern scheitern an Behörde +++

Mit dem ungewöhnlichen Namen Lucifer für ihr Kind sind Eltern in Kassel an den Behörden gescheitert. Ein Standesbeamter der Stadt habe vermutet, der Vorname könne das Wohl des Kindes gefährden, sagte Matthias Grund vom Amtsgericht Kassel. Der Beamte hatte das Gericht zur Klärung des Falls eingeschaltet.

Bei einer nicht-öffentlichen Anhörung ließen sich die Eltern schließlich überzeugen - jetzt wird das Kind Lucian heißen. Hätten sie auf ihrer Namenswahl beharrt, hätte das Amtsgericht entscheiden müssen, ob der Name Lucifer zulässig ist. 

+++ 17.44 Uhr: Deutsche stirbt bei Tauchunglück in Malta +++

Eine 64-jährige Deutsche ist beim Tauchen vor Maltas Küste ums Leben gekommen. Die Frau sei mit Freunden nahe der Insel Gozo tauchen gewesen, als sie unter Wasser in Schwierigkeiten geriet, teilte die Polizei mit, ohne weitere Details zu nennen. An Land sei der Tod der Frau festgestellt worden. Die Behörden ordneten eine Autopsie an. Bereits am Dienstag war eine 73-jährige Dänin beim Tauchen vor Maltas Küste verunglückt. 

+++ 17.39 Uhr: Modeverlag kündigt Top-Fotografen wegen Sexismus-Vorwürfen +++

Der Verlag Condé Nast hat jegliche Zusammenarbeit mit dem Mode-Fotografen Terry Richardson,52, wegen Sexismus-Vorwürfen beendet. Das bestätigte ein Verlagssprecher der Deutschen Presse-Agentur in London. Gegen den US-Amerikaner gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Vorwürfe wegen sexueller Belästigung. Richardson reagierte nach Angaben seines Sprechers "enttäuscht".

Condé Nast bestätigte den Inhalt einer verlagsinternen E-Mail seines Vize-Präsidenten James Woolhouse, aus der der "Daily Telegraph" zitiert hatte. Darin heißt es, dass die Zusammenarbeit mit Richardson sofort beendet werde. Alle Bilder, die bestellt wurden oder noch nicht gedruckt sind, sollten "zerstört und durch neues Material ersetzt" werden. Der Verlag wollte keinen Kommentar geben. Condé Nast gibt Mode-Zeitschriften wie "Vogue", "Glamour" und "GQ" heraus. Richardson fotografierte viele Stars, darunter Kate Moss.

+++ 16.43 Uhr: Vegan-Koch Attila Hildmann verliert Steak-Wette +++

Foto-Termin mit Kälbchen und Wutburger: Der vegane Koch und TV-Promi Attila Hildmann, 36, hat mit einer Einladung zum Testessen in seinem Berliner Imbiss einigen Medienrummel ausgelöst. Ein Steak aß er trotz verlorener Wette nicht. Anlass der Aktion war eine Gastrokritik des "Tagesspiegels", der die Snackbar verrissen hatte. Darüber hatte sich Hildmann lautstark und werbewirksam geärgert.

Vor dem Testessen hatte der selbsternannte "Veganerkönig" versprochen, live vor der Kamera ein Steak zu essen, falls seine Burger den Journalisten schlechter schmecken als die Fleischburger. Von der Presse gab es laut Hildmann gute Noten, aber die Mehrheit bevorzugte weiter die Fleischvariante. Daraufhin posierte er mit einem Messer vor dem Imbiss, hinter ihm ein Anhänger, in dem ein Kälbchen war. "Wer bringt das Tier um?", fragte Hildmann. Er wollte demnach nur ein Steak essen, wenn jemand das Kälbchen dafür tötet. Das passierte nicht.

+++ 16.38 Uhr: Fats Domino gestorben +++

Der legendäre Rock'n'Roll-Musiker Fats Domino ist tot. Der Künstler starb im Alter von 89 Jahren, wie die Behörden seiner Heimatstadt New Orleans am Mittwoch mitteilten. In den 50er und 60er Jahren zählte Domino zu den einflussreichsten Musikern des Rock'n'Roll.

Der Sänger und Boogie-Woogie-Pianist beeinflusste mit seinem Sound viele berühmte Künstler, darunter Elvis und die Beatles. Fats - eigentlich Antoine - Domino wurde am 26. Februar 1928 in New Orleans geboren. Er erreichte mit Hits wie "Blueberry Hill", "Ain't That a Shame" und "I'm Walkin'" Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Seine Musik ist einfach, entspannt und humorvoll, eine Mischung aus Deltablues, Country, Cajun und Jazz.

+++ 16.08 Uhr: Puigdemont sagt Reise nach Madrid ab +++

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat eine geplante Erklärung im spanischen Senat zu den Unabhängigkeitsbestrebungen seiner Region kurzfristig abgesagt. Das bestätigte die katalanische Regierung.

+++ 15.50 Uhr: Steinmeier und Putin zu Treffen im Kreml zusammengekommen +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Russlands Staatschef Wladimir Putin sind in Moskau zu einem Gespräch über die angespannten deutsch-russischen Beziehungen zusammengekommen. Vor Beginn des Treffens im Kreml sagte Steinmeier, er wolle in seiner Rolle als Bundespräsident seinen Beitrag für eine Verbesserung des bilateralen Verhältnisses leisten.

"Ich bin jedenfalls und bleibe der Überzeugung, dass wir der in den letzten Jahren gewachsenen Entfremdung zwischen unseren Ländern etwas entgegensetzen müssen", sagte der Bundespräsident. Putin drückte die Hoffnung aus, dass Steinmeiers Besuch "einen Beitrag zur Stärkung der bilateralen Beziehungen leisten wird".

+++ 15.16 Uhr: Keine Einigung auf große Auffanggesellschaft für Air Berlin +++

Eine große Auffanggesellschaft für bis zu 4000 Mitarbeiter der insolventen Air Berlin ist vom Tisch. Die drei beteiligten Bundesländer und die Bundesregierung hätten sich nicht auf eine solche Lösung verständigen können, erklärte die Berliner Landesregierung.

+++ 14.57 Uhr: Drei Menschen bei Überschemmungen in Bulgarien ertrunken +++

In Bulgarien sind drei Menschen nach Überschwemmungen infolge starken Regens ertrunken. In der Flutregion Burgas im Südosten wurde zudem eine Frau vermisst, wie die Behörden mitteilten. Dutzende Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Das Regenwasser habe Häuser, Straßen und ein Kloster überflutet, berichtete der Fernsehsender Nowa Telewisija in Sofia. 

+++ 14.46 Uhr: Anne-Frank-Verhöhnung im Stadion: Polizei macht 16 Verdächtige aus +++

Nach der Anne-Frank-Verhöhnung im römischen Olympiastadion hat die Polizei mehrere Verdächtige ausgemacht. Durch die Auswertung des Materials von Überwachungskameras innerhalb des Stadions seien 16 Personen ermittelt worden, drei von ihnen seien minderjährig, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Demzufolge wird wegen "Aufstachelung zum Rassenhass" ermittelt.

Der Präsident von Lazio Rom, Claudio Lotito, rechnet nicht mit einer Strafe für den Verein. Die Anne-Frank-Aufkleber seien eine Aktion von mehreren "Dummköpfen, die nicht wissen, was sie angerichtet haben", zitierte ihn die "Gazzetta dello Sport".

+++ 14.38 Uhr: Türkei bittet Menschenrechtsgericht um Aufschub im Fall Yücel +++

Die Türkei hat den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte um eine Fristverlängerung im Fall des inhaftierten Journalisten Deniz Yücel gebeten. Die Regierung habe um weitere sechs Wochen Zeit für ihre Stellungnahme zur Beschwerde des deutschen "Welt"-Korrespondenten gebeten, teilte eine Gerichtssprecherin in Straßburg mit. Über den Antrag sei noch nicht entschieden worden. In den Fällen mehrerer anderer inhaftierter Journalisten wurde eine Verlängerung um drei Wochen gewährt.

Yücel sitzt seit acht Monaten in der Türkei in Untersuchungshaft, die mit dem Verdacht der Terrorpropaganda und der Volksverhetzung begründet wird. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigte den Journalisten, ein Terrorist und Spion zu sein, ohne dafür Beweise zu präsentieren. Eine Anklage ist bisher nicht erhoben worden.

+++ 14.31 Uhr: Schweinekopf auf Moschee-Baustelle gefunden +++

Mitglieder einer muslimischen Gemeinde im Westerwald haben einen abgetrennten Schweinekopf auf der Baustelle ihrer neuen Moschee entdeckt. Wie ein Sprecher der Polizei, der den Vorfall vom Dienstag bestätigte, weiter mitteilte, wurden Ermittlungen aufgenommen. Weitere Angaben machte der Sprecher nicht. Der SWR hatte zuvor darüber berichtet. Die Aktion sei für Mitglieder der Gemeinde in Hachenburg eine Provokation, denn Schweine gelten im Islam als unrein, hieß es.Dem Bericht zufolge formiert sich schon seit Monaten Widerstand gegen das Bauvorhaben der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde - auch Proteste habe es gegeben.

+++ 14.23 Uhr: Vergewaltigung einer Camperin: Verurteilter hat Revision eingelegt +++

Im Fall der Vergewaltigung einer Camperin bei Bonn hat der Verurteilte wie angekündigt Rechtsmittel eingelegt. "Nun warten wir das schriftliche Urteil des Landgerichts ab und schauen dann in Ruhe, wie wir die Revision begründen", sagte sein Verteidiger Martin Mörsdorf auf dpa-Anfrage. Über den Antrag muss dann der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entscheiden. Das Landgericht Bonn hatte am vergangenen Donnerstag einen Angeklagten wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 31-Jährige im April ein junges Paar überfallen hatte, das in der Siegaue in Troisdorf zeltete. Der Angeklagte schlitzte demnach nachts das Zelt auf, bedrohte das Paar aus Baden-Württemberg mit einer Astsäge und vergewaltigte die 23-jährige Frau.

+++ 14.18 Uhr: EU-Parlament stimmt Reiseregister für Nicht-EU-Bürger zu +++

Das EU-Parlament hat eine neue Datenbank für Reisende aus Drittstaaten auf den Weg gebracht. Eine Mehrheit der Abgeordneten sprach sich am Mittwoch in Straßburg für das Register aus, in dem unter anderem Fingerabdrücke und Porträtfotos von Nicht-EU-Bürgern für mindestens drei Jahre gespeichert werden sollen.

Das System soll die Grenzkontrollen erleichtern. So wird das händische Abstempeln von Pässen entfallen. Zudem soll einfacher erkannt werden, ob sich jemand länger als erlaubt in der EU aufhält.

+++ 14.11 Uhr: Israel genehmigt Bau von 176 Siedlerwohnungen in Ost-Jerusalem +++

Israel hat den Bau von 176 neuen Siedlerwohnungen im besetzten Ost-Jerusalem genehmigt. Die Pläne für den Bau der Wohnungen für Juden im palästinensischen Stadtteil Dschabal Mukaber seien von einem Planungsausschuss in Jerusalem genehmigt worden, sagte der Vize-Bürgermeister der Stadt, Meir Turjeman, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

+++ 13.59 Uhr: 30.000 Bierflaschen verteilen sich bei Unfall auf hessischer Autobahn +++

Bei einem Verkehrsunfall haben sich auf der Autobahn 45 in Hessen am Mittwoch rund 30.000 Flaschen Bier über die Fahrbahn verteilt. Wie die Polizei in Friedberg mitteilte, kollidierte eine Autofahrerin mit einem Getränkelaster, dessen Plane an der Mitteilleitplanke aufriss. Vom Laster fielen daraufhin etwa 1500 Bierkisten auf die Fahrbahn.


+++ 13.47 Uhr: Elf Straftäter mit Abschiebeflug zurück nach Afghanistan gebracht +++

Mit dem jüngsten Abschiebeflug nach Afghanistan sind elf Straftäter in ihr Herkunftsland zurückgebracht worden. Zudem wurden drei Männer abgeschoben, die sich der Klärung ihrer Identität verweigerten, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Mittwoch mitteilte. Alle Betroffenen waren demnach männlich und ausreisepflichtig.

Abschiebungen in das Krisenland Afghanistan sind umstritten. Der Abschiebeflug war am Dienstagabend vom Flughafen Leipzig/Halle gestartet.

 +++ 13.36 Uhr: Freiwillige Helfer entsetzt über Zustände in Berliner Flüchtlingsunterkunft +++

Nach einem ZDF-Bericht über die Vermittlung von Flüchtlingen in die Prostitution durch Securitymitarbeiter haben sich freiwillige Helfer eines betroffenen Berliner Flüchtlingsheims entsetzt gezeigt. Mit einzelnen Mitarbeitern des Sicherheitsdiensts sei die Zusammenarbeit teils schwierig gewesen und "entsprechend kritisiert" worden, erklärte die Gruppe Freiwillige helfen im Rathaus Wilmersdorf. Der Bericht mache aber "deutlich, dass das Fehlverhalten der Security unter Umständen weit über das Kritisierte hinausgeht". Über die Vermittlung teilweise noch minderjähriger Flüchtlinge in die Prostitution hatte am Dienstag das ZDF-Magazin "Frontal 21" unter Berufung auf Sozialarbeiter, Insider bei Sicherheitsfirmen und Flüchtlingen berichtet. Ein für mehrere Flüchtlingsunterkünfte zuständiger Sicherheitsbeauftragter berichtete über ein regelrechtes Zuhälternetzwerk in den Heimen. Der Berliner Senat forderte Polizei und Staatsanwaltschaft auf, den Hinweisen nachzugehen.

+++ 13.20 Uhr: Bahn setzt ersten autonomen Elektro-Bus im Nahverkehr ein +++

Zum ersten Mal kommt im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland ein autonom fahrender Bus der Bahn zum Einsatz. Im niederbayerischen Bad Birnbach hat das Unternehmen am Mittwoch das Pilotprojekt im regulären Straßenverkehr gestartet. Die Bahn will damit den Verkehr auf Straße und Schiene stärker vernetzen, wie Vorstandsvorsitzender Richard Lutz sagte. "Autonomes Fahren wird Realität auf Deutschlands Straßen." Gerade in ländlichen Gebieten, wo viele Menschen auf ein Auto angewiesen seien, könne so die Mobilität gesteigert werden. Das von einer französischen Firma entwickelte Elektrofahrzeug EZ10 pendelt in dem Kurort zunächst zwischen dem Ortszentrum und der Therme, ab 2018 soll der Bahnhof an die Strecke angebunden werden. Der Bus bietet Platz für sechs Passagiere auf Sitzplätzen und ist mit 15 Stundenkilometern unterwegs. Ein Fahrbegleiter ist an Bord und könnte bei Bedarf manuell eingreifen. Betreiber ist die Bahn-Tochter DB Regio Bus Ostbayern. Die Fahrt ist für die Passagiere kostenlos.

+++ 11.50 Uhr: Nebenklage-Plädoyers im NSU-Prozess verzögern sich erneut +++

Die Plädoyers der Nebenkläger im NSU-Prozess verzögern sich erneut um mehrere Wochen und können frühestens am 9. November beginnen. Grund dafür ist wieder ein Befangenheitsantrag, den der als Terrorhelfer angeklagte André E. ankündigte. Das Gericht unterbrach die Sitzung daraufhin und sagte die Verhandlung am Donnerstag ab. In der kommenden Woche sind wegen der Herbstferien in Bayern keine Termine geplant. E. hatte den NSU-Prozess in den vergangenen sechs Wochen bereits mit einer Kette von Befangenheitsanträgen lahmgelegt. Planmäßig hätten die Nebenkläger nach der Bundesanwaltschaft plädieren sollen. Deren Schlussvortrag endete am 12. September. Sie forderte darin lebenslange Haft für Beate Zschäpe und je zwölf Jahre für E. und Ralf Wohlleben. E. wurde außerdem in U-Haft genommen.

+++ 10.49 Uhr: Bekiffter Jungbauer tuckert mit Trecker über Autobahn +++

Das Handout der Polizei in Rotenburg zeigt einen Trecker mit Heuwender, der auf der Autobahn 1 bei Sottrum steht.

Das Handout der Polizei in Rotenburg zeigt einen Trecker mit Heuwender, der auf der Autobahn 1 bei Sottrum steht. Beamte der Autobahnpolizei hatten den jungen Mann mit seinem Trecker gestoppt.


Ein Traktor mit Heuwender ist auf der Autobahn 1 in Niedersachsen einer Polizeistreife aufgefallen. Die Beamten hätten das mit Tempo 50 über die Autobahn tuckernde landwirtschaftliche Fahrzeug bei Sottrum zwischen Bremen und Hamburg gestoppt, teilte die Polizei mit. Der 18-jährige Landwirt gab zunächst an, sein Navigationsgerät habe ihn auf der Fahrt nach Bockel auf die Autobahn gelotst. Ein Drogentest zeigte dann aber den wahren Grund der Irrfahrt: Der junge Mann stand unter dem Einfluss von Marihuana. Ihm wurde die Weiterfahrt verboten.

+++ 10.42 Uhr: Prozess gegen Menschenrechtler Steudtner in Istanbul begonnen +++

Nach 100 Tagen Untersuchungshaft in der Türkei hat der Prozess gegen den Deutschen Peter Steudtner und zehn weitere Menschenrechtler begonnen. Zum Auftakt wurden die Personalien Steudtners mithilfe einer vom Istanbuler Gericht gestellten Übersetzerin aufgenommen. Es herrschte großer Andrang beim Prozessbeginn. Viele internationale Beobachter waren anwesend. Den Angeklagten wird "Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation" beziehungsweise "Unterstützung von bewaffneten Terrororganisationen" vorgeworfen. Dafür drohen ihnen nach Einschätzung von Amnesty International bis zu 15 Jahren Haft. Die Anwälte von Steudtner und seinem ebenfalls angeklagten schwedischen Kollegen Ali Gharavi gehen allerdings davon aus, dass ihren Mandanten lediglich Terrorunterstützung vorgeworfen wird, was mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden kann.


+++ 10.14 Uhr: Jugendliche sehen mit etwa 14 Jahren zum ersten Mal Pornos +++

Jugendliche in Deutschland sehen einer Studie zufolge im Durchschnitt erstmals mit etwa 14 Jahren Pornos. In etwa der Hälfte der Fälle komme das Ansehen der Bilder ungeplant und ungewollt zustande, ergab eine von den Universitäten Hohenheim und Münster vorgestellte repräsentative Befragung von 14- bis 20-Jährigen. Diese Heranwachsenden stießen demnach zufällig im Internet auf solche Bilder oder bekamen die Pornos von Dritten gezeigt. Der Erstkontakt mit Pornografie erfolgt laut den Studienmachern immer früher. Die 14- bis 15-Jährigen, die bereits Kontakt mit harter Internetpornografie hatten, gaben demnach an, beim Erstkontakt im Durchschnitt 12,7 Jahre alt gewesen zu sein. Das durchschnittliche Alter, in dem Heranwachsende erstmals Pornos ansehen, liegt demnach bei 14,2 Jahren. Mit 14 Jahren seien Jungen dabei deutlich jünger als Mädchen, die im Durchschnitt mit 14,8 Jahren erstmals solche Bilder sehen.

+++ 10.12 Uhr: Festnahmen bei Premiere von umstrittenem Film "Matilda" in Moskau +++

Bei Protesten in Moskau anlässlich der Premiere des umstrittenen Films "Matilda" mit dem deutschen Schauspieler Lars Eidinger in der Hauptrolle sind sieben Menschen festgenommen worden. Bei den Festgenommenen handele es sich um orthodoxe Aktivisten, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass am Dienstagabend unter Berufung auf die Polizei. Der Vorwurf laute auf Störung der öffentlichen Ordnung. Laut Tass sangen die Aktivisten bei der Protestaktion religiöse Lieder. Einer hielt demnach ein Banner in die Höhe, auf dem der Film über den letzten russischen Zaren der "Verleumdung" bezichtigt wurde. Rund ein Dutzend weitere Demonstranten wurde laufen gelassen. Einige hielten Bilder von Zar Nikolaus II. in die Höhe. "Dieser Film beleidigt eine heilige Familie", sagte einer der Demonstranten der Nachrichtenagentur AFP.

+++ 9.12 Uhr: Waffen und große Mengen Munition in Berliner Islamistenszene beschlagnahmt +++

Bei einer Razzia hat die Berliner Polizei im Umfeld eines mutmaßlichen Islamisten Waffen und große Mengen Munition beschlagnahmt. Es habe Anlass zur Besorgnis gegeben, "dass diese für Anschläge genutzt werden könnten", ohne dass "bislang Erkenntnisse für ein konkretes Anschlagsvorhaben vorliegen", erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Razzia waren demnach mehrmonatige Ermittlungen gegen einen 40-jährigen deutschen Staatsangehörigen vorausgegangen, der im Verdacht stehe, dem islamistischen Umfeld anzugehören.

+++ 9.05 Uhr: Trittin sieht keinen Spielraum für vollständiges Soli-Aus +++

Auch nach der Annäherung beim Thema Finanzen in den Jamaika-Sondierungen sieht der Grünen-Politiker Jürgen Trittin weiter keinen Spielraum für eine vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Er sei "sehr pessimistisch", was einen kompletten Abbau des Soli in der kommenden Legislaturperiode angehe, sagte Trittin im ZDF-"Morgenmagazin". Die vollständige Abschmelzung würde vier Mal 21 Milliarden Euro kosten, "das ist halt nicht drin".

+++ 8.03 Uhr: Kristina Schröder wieder schwanger +++

Die ehemalige Familienministerien Kristina Schröder erwartet ihr drittes Kind. "Wir sind glücklich und vor allem dankbar, dass wir im Frühling unser drittes Kind erwarten“, sagte Schröder der "Welt". Die 40-Jährige ist mit dem scheidenden Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), verheiratet. 

+++ 7.48 Uhr: Lufthansa nach starkem Sommer auf Rekordkurs +++

Die Lufthansa ist nach einem starken Sommergeschäft auf Kurs zu einem neuen Rekordgewinn. Höhere Ticketpreise und ein gutes Frachtgeschäft trieben den operativen Gewinn im dritten Quartal um fast ein Drittel auf gut 1,5 Milliarden Euro nach oben, wie der Dax-Konzern in Frankfurt mitteilte. Das war mehr als von Analysten erwartet. Nach neun Monaten steht damit ein operatives Ergebnis von fast 2,6 Milliarden Euro zu Buche. Der Vorstand um Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht den Konzern damit auf Kurs, den operativen Gewinn in diesem Jahr über die 1,75 Milliarden Euro von 2016 hinaus zu steigern.

+++ 6.33 Uhr: Steinmeier zu Moskau-Reise aufgebrochen +++

Als erster Bundespräsident seit sieben Jahren ist Frank-Walter Steinmeier zu einem Russland-Besuch aufgebrochen. Steinmeier flog Mittwochfrüh von Berlin nach Moskau, wo er unter anderem mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin zusammenkommen will. In einem Interview mit der russischen Zeitung "Kommersant" sagte Steinmeier, dass er einer weiteren Entfremdung zwischen Russland und Deutschland entgegenwirken wolle.

+++ 5.17 Uhr: USA nehmen Flüchtlingsprogramm wieder auf +++

Nach Ablauf eines 120-tägigen Aufnahmestopps haben die USA ihr Flüchtlingsprogramm wieder aufgenommen. Für elf Länder mit "hohem Risiko" sollen aber auch künftig Ausnahmen gelten, wie das Weiße Haus am Dienstag erklärte. Einem von Präsident Donald Trump unterzeichneten Dekret zufolge soll eine Wiederaufnahme des Programms für diese elf Staaten für einen Zeitraum von 90 Tagen weiter überprüft werden. 

ivi/anb/fs/wue / DPA / AFP