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Menschenrechte: Nicht nur in Brunei droht Homosexuellen die Hinrichtung: Wo Schwulsein den Tod bedeutet

Brunei verschärft seine Gesetzgebung gegen Homosexuelle. Schwule Männer können dort hingerichtet und lesbische Frauen ausgepeitscht werden. Weltweit existieren noch 11 Länder, wo Homosexualität mit dem Tod bestraft wird.

Nikolaus Pichler

Brunei, Bandar Seri Begawan: Ein Kind geht an der Sultan-Omar-Ali-Saifuddin-Moschee vorüber.

Trotz internationaler Kritik sind seit Mittwoch im Sultanat Brunei härtere Strafgesetze in Kraft. Homosexuellen droht in dem südostasiatischen Staat künftig die Todesstrafe.

DPA

Trotz internationaler Proteste ist in Brunei ein verschärftes Strafrecht in Kraft getreten, das unter anderem für gleichgeschlechtlichen Sex die Todesstrafe vorsieht. Die Regelung, die seit Mittwoch gilt, basiert auf der islamischen Scharia. Homosexuellen Männern droht die Todesstrafe durch Steinigung. Frauen, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, müssen mit 40 Stockhieben oder zehn Jahren Gefängnis rechnen. Dennoch ist Brunei nicht das einzige Land, in dem Homosexualität mit dem Tod bestraft wird.

Die Karte zeigt die weltweite gesetzliche Lage von Homosexuellen

12 Länder ahnden Homosexualität mit dem Tod, unter Strafe steht gleichgeschlechtlicher Sex jedoch noch in weitaus mehr Ländern.

Der "Gay Travel Index" und die NGO "ILGA" listet diese Länder auf. Mehr als 70 Länder gehen laut "ILGA", die sich für die Rechte für Schwule und Lesben einsetzt, noch immer mit Anti-Homo-Gesetzten gegen die LGBT-Community (LGBT = Lesbian, Gay, Bisexual, Trans) vor. Elf Länder ahndeten bisher gleichgeschlechtliche Handlungen sogar noch mit der Todesstrafe. Mit dem Königreich Brunei in Südostasien sind es seit dieser Woche zwölf. Wo "Queers" am gefährstlichsten leben, zeigen wir hier im Überblick.

Afrikanische Länder: ähnliche Lage wie in Brunei

In Afrika sind es vier Länder, die Homosexualität nicht nur kriminalisieren sondern auch mit dem Tod bestrafen. Homosexuelle Handlungen sind laut Gesetz in Nigeria illegal. In vielen nigerianischen Bundesstaaten gilt zusätzlich noch immer die islamische Scharia-Gesetzgebung. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas droht homosexuellen Männern in vielen Regionen daher noch immer Tod. Frauen, deren Homosexualität bekannt wird, können ausgepeitscht werden. Das selbe gilt für den Sudan, Somalia und Mauretanien, wo ebenfalls noch in vielen Gebieten die Scharia gilt.

Arabische Länder: Todesstrafe nur noch vereinzelt

Auf der arabischen Halbinsel gelten in vier Ländern noch immer strikte Gesetze gegen Homosexualität. Der Jemen und Saudi-Arabien richten Homosexuelle hin. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, ein beliebtes Urlaubsland, gilt noch immer die Scharia, wird aber in größeren Regionen durch andere Gesetzte eingeschränkt. Dennoch ist die Todesstrafe für Homosexuelle noch nicht vollständig verschwunden. Im Emirat Katar ahndet das Scharia-Recht gleichgeschlechtlichen Sex noch immer mit dem Tod.

Naher Osten: Hinrichtungen im Iran die Regel

Im Iran finden Hinrichtungen homosexueller Menschen durch Erhängen statt. Auch in Pakistan gilt theoretisch noch immer das Scharia-Recht, das Homosexualität mit dem Tod bestraft. Dies kommt jedoch nicht immer zur Anwendung. Dennoch sind gleichgeschlechtliche Handlungen illegal und können mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft werden. In Afghanistan ist die Lage für Menschen aus der LGBT-Community ähnlich. Auch hier ist die Scharia zwar noch verbreitet, wird aber nicht mehr so streng praktiziert wie zu früheren Herrschaftszeiten der Taliban. Hinrichtungen sind also nur mehr "theoretisch" möglich.

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AFP