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Tsunami-Katastrophe: Flut forderte 220.000 Tote

Stetig steigende Opferzahlen in Indonesien haben die Gesamtzahl der Toten der Flutkatastrophe dramatisch erhöht. Die betroffenen Regionen hoffen auf die Rückkehr der Touristen, um wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen.

Nach offiziellen Angaben kamen in Indonesien mindestens 166.000 Menschen ums Leben - das sind 51.000 mehr als bisher angenommen. Damit steigt die Gesamtzahl der Toten in der asiatischen Katastrophenregion auf rund 220.000. Grund für den plötzlichen hohen Anstieg der Opferzahl seien neueste Berichte aus bisher nicht zugänglichen Regionen.

Pro Tag werden 2000 Tote geborgen

Haniff Asmara von der Sozialbehörde der schwer getroffenen Provinz Aceh sagte am Mittwoch, pro Tag würden im Schnitt 2000 Tote in der Provinzhauptstadt Banda Aceh und an der Nordwestküste Sumatras geborgen. Nach Angaben des Sozialministeriums in Jakarta sind rund 700.000 Menschen obdachlos.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO bereitet die Gefahr des Ausbruchs von Seuchen weiterhin Sorge. Der WHO-Sprecher in Aceh, Bob Dietz, sagte, besonders achte man auf einen möglichen Ausbruch von Cholera, existierende Fälle von Malaria und andere durch Wasser übertragbare Krankheiten.

In Indien wurde am Mittwoch ein Regierungsprogramm zum Wiederaufbau vorgestellt. Die indische Regierung kündigte ein Hilfspaket von umgerechnet 482 Millionen Euro für die betroffenen Küsten an. Nach offiziellen Angaben kostete die Naturkatastrophe in Indien 10.749 Menschen das Leben. 5640 gelten noch als vermisst.

Hoffnung auf die Rückkehr der Touristen

Auch auf Sri Lanka wurde ein Programm zum Wiederaufbau des Landes gestartet. Bei einer Grundsteinlegung im Süden des Landes, das 20 Jahre lang unter Bürgerkrieg litt, rief Präsidentin Chandrika Kumaratunga zur nationalen Einheit auf. In Sri Lanka wurden bei der Naturkatastrophe nach Regierungsangaben 38.195 Menschen getötet; die Zahl der Vermissten liegt bei 6200.

Die Flutkatastrophe hat die Malediven nach Angaben der Regierung wirtschaftlich und sozial um 20 Jahre zurückgeworfen. Man hoffe auf die Rückkehr der Urlauber. Tourismus sei der Schlüssel, um die soziale und wirtschaftliche Entwicklung auf den richtigen Weg zu bringen, hieß es am Mittwoch in der Hauptstadt Male.

Die Zahl der in den Flutgebieten offiziell vermissten Deutschen ist seit Dienstag von 598 auf 581 gesunken, teilte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Walter Lindner, in Berlin mit.

Der Staatsakt zum Gedenken der Opfer der Flutkatastrophe an diesem Donnerstag wird von ARD, ZDF und RTL live aus dem Berliner Reichstag übertragen. Bundespräsident Horst Köhler hält die Trauerrede. Auch die Nachrichtensender n-tv, N24 und Phoenix senden live.

DPA, AP