Der Buckelwal liegt weiterhin an derselben Stelle vor der Insel Poel – und wird sterben. Zuletzt war ein Rettungsversuch mit einem Katamaran erwogen worden, nach eingehender Prüfung wurde die Idee aber verworfen. Der Wal ist zu schwach für einen Transport. Seine stark angegriffene Haut würde den Gurten nicht standhalten und könnte einreißen.
Situation des Wals „einzigartige Tragödie“
Die Strandung Ende März war das vierte Mal, dass der Wal an der Ostseeküste feststeckte. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden. Seitdem wird er laut Ministerium rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig von der Feuerwehr mit Wasser benetzt.
„Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.
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Organisation „Stranded No More“ kritisiert Umgang mit dem Wal
Mit diesem zweifelt sie die Expertise der Wissenschaftler des Meeresmuseums Stralsund und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) an.

Bundespräsident will mit Experten über den Wal sprechen
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier interessiert sich für den gestrandeten Buckelwal. Bei einem ohnehin geplanten Besuch des Ozeaneums in Stralsund will das deutsche Staatsoberhaupt am Donnerstag mit Experten auch über den Wal sprechen. Das hat das Bundespräsidialamt bekannt gegeben.
Das Ozeaneum ist einer der Museumsstandorte der Stiftung Deutsches Meeresmuseum, deren Experten eng in die Bewertung der Lage des gestrandeten Wals eingebunden sind.
Gestrandeter Buckelwal lebt noch – weiteres Vorgehen offen
Am Wochenende hatte es einen erneuten Rettungsversuch mit Walgesängen gegeben, der erfolglos blieb. Der verletzte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus mitteilte.
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Umweltministerium veröffentlicht Experten-Gutachten zu möglichen Maßnahmen
Die Veröffentlichung soll die Entscheidung, die Rettungsmaßnahmen einzustellen, Umweltminister Till Backhaus (SPD) zufolge für jeden transparent nachvollziehbar machen. Auch die Einschätzungen internationaler Expertengruppen von Walschützern, die die Ergebnisse des Gutachtens bestätigen, sind in dem Dokument aufgeführt und verlinkt.
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Backhaus verteidigt Wal-Entscheidungen
Der Wal sei orientierungslos und habe schwerste Verletzungen auf dem Rücken und an der Seite. Alle Experten sagen demnach: „Lasst ihm seine Ruhe – ein Eingriff würde diesem Tier massive Schäden zufügen.“ Der Buckelwal sei so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise demnach nicht schaffen werde. Das müsse man anerkennen.
Umweltminister Backhaus: Wal jetzt „im Hospiz“
Für ihn sei die Situation rund um den Wal eine „Tragödie“ und er sei „tief betroffen“. Er leide nach eigener Aussage mit dem Wal. „Wir machen nun palliative Maßnahmen. Wenn man es bildlich betrachten will, ist er im Hospiz“, sagt Backhaus.
„Wir machen nun palliative Maßnahmen. Wenn man es bildlich betrachten will, ist er im Hospiz“Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus
Anfeindungen wegen Umgang mit Wal – Regierung prüft Strafanzeigen
„Mit großer Sorge beobachten wir jedoch das Verhalten einzelner Personen, die ohne jegliche fachliche Qualifikation den zuständigen Stellen ein vorsätzliches, kriminelles Handeln zum Nachteil des Tieres vorwerfen oder sogar Morddrohungen gegen einzelne Personen aussprechen.“ Die Gemeinde distanziere sich „ausdrücklich“ davon, heißt es dort weiter.

Gruppe bietet laut Medienbericht Bagger-Einsatz an
Eine nicht näher benannte Gruppe soll angeboten haben, den Wal mit einem Bagger freizuschaufeln. Danach soll er sich freischwimmen können. Ein solcher Einsatz war zuletzt noch ausgeschlossen worden.