Waldbrände in Kalifornien Brandstifter hinter Flammenhölle vermutet


Die Feuer wüten weiter: Die Waldbrände in Kalifornien sind noch immer nicht unter Kontrolle. Allerdings haben die Winde nachgelassen, die die Flammen angeheizt haben. Die Feuerwehr vermutet, dass mindestens einer der verheerenden Brände gelegt wurde.

Hinter dem Feuerinferno im Süden Kaliforniens stecken nach Erkenntnissen der Feuerwehr zumindest in einem Fall vermutlich Brandstifter. Feuerwehrsprecher Dough Lannon sagte dem TV-Sender CNN am Sonntagabend, alles deute darauf hin, dass das Feuer in der Region um Santa Barbara gelegt worden sei. Bis zum Sonntag hatten die Einsatzkräfte den Brandteppich dort im Griff. Zwei weitere Feuerwalzen wüteten derweil weiter entlang der Stadtgrenze von Los Angeles. Dank des nachlassenden Windes machten die Einsatzkräfte jedoch auch dort erhebliche Fortschritte.

Der verheerendste Feuersturm seit Jahrzehnten hat im Süden Kaliforniens eine Schneise der Verwüstung hinterlassen: Mindestens 800 Häuser wurden zerstört. Hunderte Menschen wurden obdachlos. Allein in der Region Santa Barbara lagen über 200 Häuser in Schutt und Asche. Das Feuer zerstörte dort ein Kloster und zahlreiche Luxusvillen im Prominentenort Montecito. TV-Star Oprah Winfrey und die Schauspieler Michael Douglas und Kevin Costner gehören zu den Anwohnern. Ihre Villen blieben unversehrt. Die Ermittler vermuten, dass das verheerende Feuer auf einem Privatanwesen bei Santa Barbara gelegt worden ist. Zufälle seien ausgeschlossen, sagte Lannon.

In der hügeligen Region Los Angeles und im nahe gelegenen Orange County kamen am Sonntagabend wegen der abflauende Winde die Löscharbeiten voran. Die Feuerwehrleute konnten dadurch vom Boden und aus der Luft erfolgreicher gegen den Feuerteppich vorgehen. Nach Berichten des Fernsehsenders CNN legten sie Gegenfeuer, um die Flammen von den Wohngebieten wegzutreiben.

Tote in Wohnwagen-Siedlung befürchtet

In der besonders stark betroffenen Stadt Sylmar, nördlich von Los Angeles, durchkämmten Polizisten mit Spürhunden einen abgebrannten Containerpark. Dort waren 500 Wohncontainer den Flammen zum Opfer gefallen. Es sei möglich, dass einigen älteren Bewohnern die Flucht vor den Flammen nicht gelungen sei, sagte Polizeichef William Bratton. In der Wohnwagen-Siedlung stünden noch viele Autos - normalerweise aber würden die Menschen ihren Wagen bei der Flucht mitnehmen, sagte Bratton. Die Behörden schickten Suchtrupps und Rettungsteams in die Siedlung, um zwischen den Trümmern nach Opfern zu suchen.

Das Flammenmeer hatte sich seit Ende vergangener Woche in rasendem Tempo ausgebreitet, und dabei insgesamt eine Fläche von rund 100 Quadratkilometern rund um die Metropole Los Angeles verwüstet. Mindestens sechs Feuerwehrmänner wurden verletzt. Gouverneur Arnold Schwarzenegger hatte für die drei Brand-Gebiete den Notstand ausgerufen.

DPA/AFP DPA

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