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Welt-Aids-Konferenz in Melbourne: Wissenschaftler trauern um abgestürzte Kollegen

Die Teilnehmer der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne trauern um Kollegen, die mit einer Maschine von Malaysia Airlines abgestürzt sind. Dennoch sind wohl weit weniger betroffen als zuerst befürchtet.

An Bord der in der Ostukraine verunglückten Maschine von Malaysia Airlines haben offenbar doch nur sehr wenige Teilnehmer der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne gesessen. Die Präsidentin der Internationalen Aids-Stiftung, Françoise Barré-Sinoussi, erklärte am Samstag, nach Kontakten mit den Behörden in Australien, Malaysia und den Niederlanden seien bislang nur sechs Vertreter bestätigt. Die Zahl könne "ein wenig höher" sein, fügte sie hinzu, sie liege jedoch nicht in den berichteten Dimensionen.

Australische Medien hatten am Freitag berichtet, dass rund hundert Konferenzteilnehmer in der Maschine mit der Flugnummer MH17 saßen, die am Donnerstag in der Ostukraine abgestürzt war. Auch der Chef des UN-Aidsprogramms, Michel Sidibe, schrieb via Twitter, dass "viele Passagiere" auf dem Weg zu der Konferenz gewesen seien, die am Sonntag im australischen Melbourne beginnt.

Bestätigt ist indes der Tod des führenden niederländischen Aids-Forschers Joep Lange und dessen Frau Jacqueline van Tongeren. Auch Glenn Thomas von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starb bei dem Unglück sowie die Direktorin von "Aids Action Europe", Lucie van Mens, ihre Kollegin Maria Adriana de Schutter sowie Pim de Kuijer von der Organisation "Stop Aids Now". "Das Ausmaß unseres Verlustes ist schwer zu verstehen und zum Ausdruck zu bringen", sagte Barré-Sinoussi. "Wir trauen mit allen, die in dieser sinnlosen Tragödie Freunde und Familienangehörige verloren haben."

ono/DPA/AFP / DPA