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Winterwetter in Deutschland: "Wir bekommen noch einen Schub Kaltluft"

Schon jetzt bibbern die Menschen in Deutschland bei frostigen Temperaturen, doch die Meteorologen prophezeien: Es wird noch kälter, die Minus-20-Grad-Marke sei in Reichweite. Reisende werden daher wieder viel Geduld brauchen – vor allem zum Jahreswechsel.

Nach dem Schnee an den Feiertagen ist es nun vor allem die Kälte, die viele Menschen zusetzt. Im Süden und Osten des Landes rechnen Meteorologen mit strengem Nachtfrost. Bei Leutkirch-Herlazhofen im Allgäu sei die Temperatur bereits in der Nacht zum Montag auf minus 17 Grad gesunken, in Manschnow im Kreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) auf minus 16 Grad, sagte Meteorologe Martin Jonas von Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die Minus-20-Grad-Marke sei zwar noch nicht geknackt worden, aber in Reichweite. "Wir bekommen noch einmal einen Schub Kaltluft", sagte Jonas.

Auf den Straßen hat sich die Verkehrslage nach den starken Schneefällen an Weihnachten etwas beruhigt. Doch insbesondere im Norden müssen Autofahrer auf glatten Straßen noch vorsichtig unterwegs sein. Im Südosten Niedersachsens knickten Bäume unter der Schneelast um und blockierten Straßen. Die A1 von Hamburg in Richtung Bremen war am frühen Morgen gesperrt, weil ein Lastwagen auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern geriet und in die Mittelleitplanke krachte. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Binnenschiffer sitzen fest

Die anhaltende Kälte bremst auch die Schifffahrt im Norden aus. Wegen einer bis zu 20 Zentimeter dicken Eisschicht auf Kanälen und Flüssen sitzen viele Binnenschiffer in den Häfen fest. In Schleswig-Holstein wurde unter anderem der Elbe-Lübeck-Kanal bis auf weiteres gesperrt. Der strenge Frost machte jedoch auch den großen Schiffen aus Übersee Probleme. So führte dickes und zusammengeschobenes Eis in Brunsbüttel dazu, dass Kammern der Schleusenanlage des Nord-Ostsee-Kanals geschlossen werden mussten.

Bahnreisende müssen wegen des Winterwetters weiter mit Verspätungen und vereinzelten Zugausfällen rechnen. Auch am Montag gab es laut Online-Fahrplanauskunft noch Probleme auf einigen Strecken. Ein Sprecher der Bahn sagte, der bundesweite Fernverkehr habe sich stabilisiert. Auf das Unternehmen kommen erhebliche Entschädigungszahlungen an genervte Reisende zu, der finanzielle Umfang ist nach Angaben der Bahn aber noch nicht zu bilanzieren. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer verteidigte den bundeseigenen Konzern gegen Kritik: Die Bahn tue bereits viel, um die Zuverlässigkeit der Züge zu erhöhen.

Geduld brauchen in den nächsten Tagen auch Autofahrer. In zahlreichen Bundesländern sowie in einigen Nachbarländern gehen die Weihnachtsferien zu Ende. Der ADAC-Stauprognose vom Montag zufolge wird am Samstag und Sonntag (1./2. Januar) auf den Straßen viel los sein. Zumindest lebhaften Verkehr erwartet der Automobilclub bereits am Donnerstag und Freitag (30./31. Dezember). Wie der Deutsche Wetterdienst in München mitteilte, sind Vorhersagen für das Wetter zum Jahreswechsel noch nicht möglich. Nur soviel: "Es ist noch kein Tauwetter in Sicht", sagt ein Meteorologe.

be/DPA/DAPD / DPA