Wirbelsturm Shanghai rüstet sich für "Wipha"


Mit Massenevakuierungen hat sich die chinesische Wirtschaftsmetropole Shanghai auf die Ankunft des stärksten Wirbelsturms seit zehn Jahren vorbereitet. 500.000 Menschen wurden vor dem Taifun in Sicherheit gebracht - auch die Fußball-WM der Frauen ist betroffen.

Der Tropensturm "Wipha" bedroht die ostchinesische Küste sowie die Millionenstadt Shanghai. Wie die Zeitung "Shanghai Daily" am Dienstag berichtete, könnte der Taifun, der als der schwerste seit zehn Jahren eingeschätzt wird, die Wirtschaftsmetropole am Mittwochnachmittag erreichen. In Shanghai und den umliegenden Provinzen wurden nach Medienberichten etwa 510.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Zwei Spiele der derzeit teilweise in Shanghai ausgetragenen FIFA Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen wurden verlegt.

In Japan waren zuvor zwei Menschen durch den Sturm ums Leben gekommen. Dort wurden wie auch in Taiwan Zugverbindungen unterbrochen und Flüge abgesagt. In Taiwan wurde mindestens ein Mensch getötet. Der Sturm erreichte am Nachmittag (Ortszeit) Geschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern. Mit rund 25 Kilometern pro Stunde näherte sich der Sturmwirbel der chinesischen Küste, die er in den frühen Morgenstunden am Mittwoch erreichen soll. In Shanghai wurde eine Unwetterwarnung der zweithöchsten Stufe ausgegeben, in der Nachbarprovinz Zhejiang gilt bereits die höchste Warnstufe.

Die Behörden ordneten für (morgigen) Mittwoch die Schließung der Schulen in der mehr als 20 Millionen Einwohner zählenden Stadt Shanghai an. "Wipha" gilt mit Windgeschwindigkeiten bis zu 290 Kilometern pro Stunde als der Wirbelsturm mit dem größten Zerstörungspotenzial seit einem Jahrzehnt im Raum Shanghai. Am Vormittag (Ortszeit) befand sich der Taifun rund 220 Kilometer östlich der taiwanischen Hauptstadt Taipeh. Südlich von Shanghai wurde er nach Angaben von Meteorologen am frühen Mittwochmorgen erwartet. Auch die derzeit in China stattfindende Fußballweltmeisterschaft der Frauen ist von dem heranziehenden Unwetter betroffen.

Fußballspiele wurden verlegt

Die für Mittwoch in Shanghai angesetzte Begegnung zwischen Norwegen und Ghana wurde auf Donnerstag verlegt und soll nun in der Nachbarstadt Hangzhou ausgetragen werden. Das am Mittwoch in Hangzhou geplante Spiel der Teams von Brasilien und Dänemark wurde ebenfalls auf Donnerstag verschoben. Shanghai und die südlich gelegenen Küstenprovinzen Zhejiang und Fujian gaben laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua eine Taifunwarnung an die Schifffahrt heraus. Im Norden Taiwans wurden Schulen, Behörden und die Börse geschlossen, Flüge wurden abgesagt. Beim Einsturz eines Gerüsts wurde auf einer Baustelle in Taipeh ein Arbeiter getötet, ein weiterer wurde nach Angaben des taiwanischen Katastrophenhilfszentrums verletzt.

AP/DPA AP DPA

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