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Wetter-Phänomen Tornado spült in Kiel mehrere Menschen in die Ostsee

Ein Tornado hat nach Angaben der Polizei am frühen Mittwochabend in Kiel mehrere Menschen durch die Luft gewirbelt und ins Wasser gespült
Ein Tornado hat nach Angaben der Polizei am frühen Mittwochabend in Kiel mehrere Menschen durch die Luft gewirbelt und ins Wasser gespült
© Philipp Brandl / DPA
Ein Tornado hat mitten in Kiel mehrere Menschen verletzt. Nach Angaben der Polizei sind sie durch das Wetterphänomen in die Förde gestürzt.

Menschen werden durch die Luft geschleudert und ins Wasser gerissen: Bei einem Tornado sind am frühen Mittwochabend in Kiel laut Polizei mehrere Menschen verletzt worden. Der Tornado sei über die Kiellinie gezogen. Vier Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr bei dem Ereignis gegen 18.00 Uhr schwer verletzt. Drei hätten zudem mittelschwere Verletzungen erlitten, mehrere Menschen seien leicht verletzt worden.

Bei dem Versuch, zwei Ruderboote aus dem Wasser zu retten, seien mehrere Ruderer auf einem Steg überrascht worden, teilte die Feuerwehr weiter mit. "Sie sind vollständig durcheinander gewirbelt worden und dabei sind auch Leute ins Wasser gefallen." Einige hätten umherfliegende Gegenstände an den Kopf bekommen. 60 Helfer waren vor Ort, der Einsatz dauerte etwa zwei Stunden.

Verletzte und Schäden durch Tornado in Kiel

"Auf Grundlage von Bildern gehen wir davon aus, dass es sich um einen Tornado handelte", sagte Michael Bauditz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur. Endgültig könne er es noch nicht sagen. Laut Feuerwehr wurden zudem in einem Neubaugebiet in Kiel-Meimersdorf mehrere Dächer abgedeckt. In Kiel-Gaarden seien mehrere Ziegel von Dächern gerissen worden. Im Netz waren zahlreiche Videos des Vorfalls zu sehen. "Das ist ja der Hammer", hörte man eine Stimme beim Anblick des Tornados auf einem Twitter-Video.

Der Vorsitzende des Ersten Kieler Ruder-Clubs von 1862, Bernd Klose, sagte: "Es sind Menschen betroffen. Das ist traurig." Rund um den Verein erinnerten am späten Abend ein umgestürzter Baum, abgerissene Äste oder ein umgekippter Müllbehälter an das heftige Ereignis. "Da ist viel durch die Gegend geflogen", sagte ein Mitarbeiter eines nahen Lokals. "Das hat alle emotional mitgenommen."

Zum Zeitpunkt des Vorfalls saß Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) im Wirtschaftsausschuss der Stadt und erfuhr durch eine SMS der Feuerwehr von dem Sturm. Kurz danach habe er eine Kurznachricht seines Sohnes erhalten, der auf dem Weg zum Rudertraining bei dem Club war, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Sein Sohn habe Glück gehabt, sei erst wenige Augenblicke nach dem Tornado dort eingetroffen. "Da sieht man, wie schnell sowas geht", sagte der Verwaltungschef. Er sprach der Feuerwehr und den Rettungskräften seinen großen Dank aus.

Bis zu 60 Tornados in Deutschland pro Jahr

Mitte August hatte ein Tornado schwere Schäden in Ostfriesland angerichtet. Weggerissene Hausgiebel, umgestürzte Fahrzeuge und zahllose Trümmerteile von Dächern und Zäunen zeugten davon, mit welcher Gewalt der Tornado über die Gemeinde Großheide gezogen war. Verletzt wurde laut Feuerwehr damals niemand. Jährlich werden Experten zufolge im Schnitt insgesamt zwischen 20 bis 60 Tornados in Deutschland nachgewiesen.

Tornados sind Wirbelstürme. Sie entstehen bei großen Temperaturunterschieden und treten in Mitteleuropa häufig zusammen mit Gewittern auf. Dabei reicht aus der Gewitterwolke ein rüsselartiger Wolkenschlauch bis in Bodennähe.

tkr DPA

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