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Unwetterwarnung im Nordwesten: Sturmtief "Franz" trifft auf Deutschland – verfolgen Sie die Entwicklung im Live-Tracker

Erst "Dragi", dann "Eberhard" und jetzt "Franz": In Deutschland jagt derzeit ein Sturmtief das nächste. Vor allem im Nordwesten ist bereits ab Dienstagvormittag mit teils schweren Sturmböen zu rechnen. Hier können Sie das Wetter in Echtzeit verfolgen.

Deutschland - Sturmtief Franz - Live-Tracker

An der Nordseeküste, wie hier in Heiligenhafen, wird Sturmtief "Franz" im Laufe des Dienstagvormittags erwartet (Archivbild). Die Karte rechts zeigt an, wo es wie stark stürmt.

DPA

Am Samstag war es "Dragi", am Sonntag dann "Eberhard" und nun nimmt in "Franz" bereits das dritte Sturmtief binnen weniger Tage Kurs auf Deutschland. Bereits im Laufe des Dienstags wird zunächst vor allem der Nordwesten betroffen sein, doch auch andere Regionen des Landes müssen bis zum Wochenende mit unbeständigem Wetter rechnen. Es werde "windig bis stürmisch bleiben, teils mit Regen", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach ist bereits ab dem Vormittag im Norden und Westen durch auffrischenden Südwind mit steifen Böen (Windstärke 7) zu rechnen. Im direkten Nordseeumfeld müssen sich Bewohner laut DWD auf stürmische Böen, am Abend auch auf einzelne Sturmböen einstellen (Windstärke 8 bis 9). Entsprechend wird für das ganz nördliche Schleswig-Holstein wie auch an der Nordseeküste vor "markantem Wetter" (Unwetterwarnstufe 2 von 4) gewarnt.

In Kamm- und Gipfellagen - mit Ausnahme der östlichen und süddeutschen Mittelgebirge sowie der Alpen - rechnet der DWD mit stürmischen Böen, in exponierten Lagen auch mit Sturmböen. Noch ungemütlicher wird es auf dem Brockenplateau: Dort sind den Wetterexperten zufolge abends auch orkanartige Böen (Windstärke 10 bis 11) möglich.

Stürmisch und regnerisch bis zum Wochenende

Dieser Trend setzt sich auch am Donnerstag und bis zum Wochenende mit Tief "Gebhard" fort. So ist landesweit mit mäßigem bis frischem Südwest- bis Westwind zu rechnen, der starke bis stürmische Böen, im Westen und Norden auch Sturmböen "im Gepäck" hat. Dem höheren Bergland sowie Regionen in Gewitternähe - auch in tiefen Lagen - stehen teils schwere Böen, in exponierter Lage auch orkanartige Böen bevor.

Die Sonne bekommt Deutschland indes in den kommenden Tagen höchstens ganz selten zu Gesicht. Stattdessen gilt es sich verbreitet auf Regen einzustellen, der je nach Region andauernd, in Schauern oder gewitterartig fällt. "Am Wochenende sieht es zumindest für den Süden Deutschlands dann etwas freundlicher aus", so eine DWD-Meteorologin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

Zerstörung und Tote durch Sturmtief "Eberhard"

Sturmtief "Eberhard" hatte am Sonntag mit Böen bis Windstärke 11 und 12 vor allem über Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen und Thüringen gewütet. In NRW kam gar der Bahnverkehr komplett zum Erliegen, mit den Folgen mussten (Berufs-)Pendler teils noch am Montag kämpfen. Hinzu kamen sturmbedingte Zerstörungen, deren Schäden der weltgrößte Rückversicherungsmakler Aon auf 700 bis 800 Millionen Euro schätzte.

Sogar Tote waren zu beklagen. So kam im sauerländischen Bestwig ein 47 Jahre alter Autofahrer ums Leben, als ein entwurzelter Baum auf sein fahrendes Auto fiel. In der Nacht zu Sonntag starb im Krankenhaus eine 48-Jährige, die im brandenburgischen Schraden bei Cottbus in einer Böe am Samstag die Kontrolle über ihren Wagen verloren hatte. 

Einsatzkräfte kämpften bundesweit bei Tausenden von Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern, allein in NRW waren laut Landesinnenministerium mehr als 20.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Auch in Bayern und Baden-Württemberg kam es zu mehreren Hundert Einsätzen wegen des Sturms, während die nördlichen Bundesländer weitestgehend von "Eberhard" verschont blieben.

Wetter live: Sehen Sie in Echtzeit, wo Sturmtief "Franz" gerade wütet

Die untenstehende interaktive Karte zeigt, wo es gerade besonders stürmt. Darüber hinaus kann man über den Zeitstrahl unten in der Grafik auch die Vorhersage für einen späteren Zeitpunkt abrufen. Drücken Sie auf den "Play"-Button unten links, um die Prognose im Zeitraffer zu sehen. Oben rechts kann die dargestellte Ebene umgestellt werden, etwa von Regen auf Temperatur oder Wind. Ein Klick in die Karte zeigt den Wert für den gewählten Punkt.

 

Bereitgestellt wird der Service von "Windy.com". Die Macher nutzen für ihre Darstellungen und Vorhersagen das Modell vom "Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage". Weitere aktuelle Warnungen zur Unwetterlage gibt es beim DWD

Quellen: Deutscher Wetterdienst 

mod mit DPA