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Vogelkunde: Bizarrer Totenkult – Krähen haben Sex mit toten Artgenossen

Die Ornithologin Kaeli Swift entdeckte verstörende Begräbnisrituale bei Krähen. Sie versammeln sich um den toten Artgenossen, manche hacken darauf ein und einige Krähen steigern sich in verstörende sexuelle Akte hinein.

Eine Krähe fliegt über einen Strand

Krähenvögel haben eine große Bedeutung in der Mythologie

Unsplash

Krähen üben einen bizarren Totenkult aus. Kaeli Swift von der Washington University stieß zufällig auf die Begräbnissitten der Vögel. Swift war mit dem Präparieren von toten Krähen in der Nähe von Seattle beschäftigt und dabei beobachtete die Ornithologin, wie lebende Krähen auf ihre toten Artgenossen reagieren.

Die meisten Krähen stoßen warnende Alarmrufe aus. Eine logische Reaktion, so sollen andere Vögel vor möglichen Gefahren gewarnt werden. Andere versammeln sich um die Leiche und halten eine Art Begräbnis für den toten Artgenossen ab. 24 Prozent der Vögel werden ziemlich aufdringlich. Sie picken und zerren an der Leiche. Vier Prozent der Begegnungen enden in Nekrophilie, also einem sexuellen Akt mit dem toten Vogel und damit nicht genug. "In den dramatischsten Fällen näherte sich eine lebende Krähe der toten und während sie Alarm rief, kopulierte sie mit der Toten. Dann steigerte sich die sexuelle Raserei und sie riss den toten Körper in Fetzen", schreibt Swift auf ihrem Block.

Nachdem sie das Verhalten zufällig entdeckt hatte, testete die Forscherin drei Jahre lang das Krähen-Verhalten auf tote Artgenossen, die sie als gezielt auslegte, um das Verhalten zu studieren. Die Krähen versuchten übrigens nie, die Überreste aufzufressen, es kam nicht zu Kannibalismus.

Erklärung ohne Mystik

Schon seit Jahrhunderten haben Menschen bemerkt, dass Krähen, Raben, Eichelhäher und verwandte Vögel auf die Leichen ihrer Toten achten, indem sie Alarmrufe ausstoßen oder andere Vögel für die Szene rekrutieren. Im Volksglauben wurde der Totenkult der Vögel in den Zusammenhang von Trauer und menschlichen Riten gerückt. Swift sagt, dass diese Vermenschlichung verständlich, aber falsch sei. In der Wissenschaft sei dieses Gebiet nicht weiter verfolgt worden, weil die Vorstellung einer Art von Trauergemeinde von Vögeln als "lachhaft" galt.

Swift vermutet, dass es während der Brutzeit bei einer Minderheit der Krähen zu einem Kurzschluss im Verhalten kommt. Wenn diese Tiere eine tote Krähe sehen, erkennen sie Merkmale von Nahrung, einem Eindringling und einem Gefährten. Aber es kommt nicht zu einer angemessenen Reaktion auf einen der drei Stimuli, die Krähe reagiert auf alle drei Reize gleichzeitig. "Im Ergebnis kann sie all diese Informationen nicht richtig verarbeiten und nur auf alles zugleich reagieren", sagt die Wissenschaftlerin.

Swifts Forschung ist die erste experimentelle Studie über Nekrophilie bei wilden Tieren; auch andere Arten, darunter Tümmler, Buckelwale, Erdhörnchen, Kröten und Eidechsen, paaren sich gelegentlich mit den Toten.

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