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Recycling mal anders: Kompost richtig anlegen: Wie aus Kaffeesatz und Laub wertvoller Humus wird

Der stern erklärt, warum ein Komposthaufen im Garten unverzichtbar ist, wie man ihn richtig anlegt und welche Regeln beim Recycling mit den Regenwürmern wichtig sind.

Kompost richtig anlegen: Ein mit Gartenabfällen gefüllter Kompost

Manche bezeichnen den Kompost als das "Gold des Gärtners". Das Beste daran: Den wichtigsten und größten Teil der (Drecks-)Arbeit übernehmen Regenwürmer und viele Millionen Mikroorganismen.

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"Jeder gute Gärtner macht in irgendeine Ecke seines Gartens einen Haufen", stellte in den 1970er Jahren ein Berliner Komiker fast richtig fest. Was er genau meinte, war ein Komposthaufen. Und der gehört in jeden gut gepflegten Schrebergarten – allerdings nicht in "irgendeine" Ecke, aber dazu später mehr. Ein richtig angelegter Kompost ist das Herz jedes Gartens. Zugegeben, der Haufen aus organischen Abfällen ist meist alles andere als wohlriechend. Doch für den Boden und das Gemüse ist der sich entwickelnde Humus ein Wohltat. Manche bezeichnen ihn deshalb auch als das "Gold des Gärtners". Und das Beste daran: Den wichtigsten und größten Teil der (Drecks-)Arbeit übernehmen Regenwürmer und viele Millionen Mikroorganismen. 

Wer jetzt einen Kompost anlegen möchte, sollte an einige wichtige Dinge denken. Der stern erklärt:

  • wie ein Komposter funktioniert,
  • warum der Standort entscheidend ist,
  • was auf den Kompost gehört – und was nicht,
  • wie ein Kompost richtig gepflegt/umgesetzt wird,
  • woran man erkennt, dass er fertig "gereift" ist
  • und welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte

So funktioniert ein Komposter

Im Grunde ist ein Komposthaufen nichts anderes als eine kleine und preiswerte Recyclinganlage. Bodenlebewesen wie Regen- und Kompostwürmer, Schnecken, Asseln, diverse Insektenlarven sowie unzählige Mikroorganismen nehmen die aufgebrachten Abfälle auf, zersetzen sie und scheiden sie als hochkonzentrierte Nährstoffe wieder aus. Doch wie beim Menschen auch müssen die Arbeitsbedingungen stimmen. Und genau hier kommt der Gärtner ins Spiel. Denn der muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die fleißigen Tierchen ungestört und möglichst effizient ihrem Job nachgehen können.

Kompost anlegen: Die besten Tipps zum Standort

Mit dem richtigen Standort des Komposthaufens steht und fällt der Erfolg des praktischen Verwerters organischer Abfälle. Steht der Kompost in der prallen Sonne, droht er auszutrocknen (Ausnahme: Thermokomposter). An einem schattigen Platz faulen die Abfälle – und der Traum vom selbst gezüchteten Humus platzt. Experten empfehlen deshalb, einen Standort im Halbschatten. Wenn möglich hinter der Gartenlaube, im Schutz eines belaubten Baumes und so, dass er auch mit einer Schubkarre gut zu erreichen ist. Doch das ist noch nicht alles. Um richtig in Fahrt zu kommen, braucht ein Kompost auch ausreichend Frischluft. Der Platz der Wahl sollte daher möglichst windgeschützt, aber nicht gänzlich windstill sein. Wer unnötige Diskussionen mit den Gartennachbarn vermeiden will, sollte einen Abstand von einem halben Meter zur Grundstücksgrenze wahren.

Letzter Tipp: Der Kompost sollte niemals auf Betonplatten oder Fliesen gebaut werden. Das führt zu Staunässe und Fäulnis.

Gartenabfälle: Was auf den Kompost darf und was nicht

Wie so oft im Leben macht auch beim Kompostieren die Dosis das Gift. Zudem ist die Vielfalt entscheidend. Einige Dinge haben auf dem Kompost überhaupt nichts zu suchen, andere sollten dosiert beigemischt werden. Kompostierbare Abfälle unterteilt man ganz grundsätzlich in "grünes" und "braunes" Material. Ein Überblick.

Das darf auf den Kompost – braunes Material

  • Baumschnitt/Laub
  • Stroh
  • Rinde/Zweige 
  • Pappe/unbedrucktes Papier (in Maßen)
  • Hackschnitzel/Sägemehl (kleine Mengen)

Das darf auf den Kompost  grünes Material

  • rohe Obst- und Gemüseabfälle
  • Eierschalen
  • welke Blumen
  • Mist
  • Kaffeefilter/Teebeutel
  • angewelkter Rasenschnitt (in Maßen)

Das darf nicht auf den Kompost

  • gekochte Essensreste
  • Wurzelunkräuter
  • frischer Grasschnitt
  • kranke Pflanzenteile
  • Asche (z.B. vom Grill)
  • Laub von Eiche und Walnuss

Kompost richtig anlegen: Das C/N-Verhältnis

Im kleinen 1x1 des Kompostierens gibt es eine weitere wichtige Regel, die über das Wohl und Wehe des Komposts entscheidet. Im Fachjargon spricht man vom sogenannten C/N-Verhältnis, dem Verhältnis der braunen kohlenstoffhaltigen Ausgangsmaterialien zu den grünen stickstoffhaltigen Materialien. Empfohlen wird hier ein Verhältnis zwischen 15:1 und 20:1. Ist der Anteil grüner Materialien höher drohen zu hohe Nährstoffverluste. Setzt man die Regenwürmer und Mikroorganismen dagegen auf "Stickstoff-Diät" stellen sie früher oder später die Arbeit ein. 

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Insgesamt sollte darauf geachtet werden, dass die unterschiedlichen Materialien möglichst nicht nur abwechselnd aufgeschichtet, sondern am besten schon beim Einbringen in den Kompost miteinander vermischt werden.

Kompost pflegen – darauf sollte man achten

Nun, so ganz ohne menschliche Hilfe schaffen es die Regenwürmer und Mikroorganismen nicht, die Kompostabfälle in den wertvollen Humus zu verwandeln. 

Tipp 1

Blumen- und Staudenabschnitte, Zweige, Äste, Blumen und ähnliches sollten immer mit einer Gartenschere oder einem Häcksler zerkleinert werden, bevor sie auf dem Kompost landen. So läuft der Kompost nicht nur langsamer über, das Material verrottet auch schneller. 

Tipp 2

Einzelne Komponenten sollten möglichst nicht höher als 20 Zentimeter aufgeschichtet werden. Auch das hemmt den Prozess des Kompostierens.

Tipp 3

Ein Komposthaufen sollte immer feucht gehalten werden. Lässt sich aus dem Material leicht eine kleine Kugel formen, ist genug Feuchtigkeit vorhanden. Ansonsten sollte der Kompost mit einer Brause gewässert werden.

Tipp 4

In der Regel ist der Kompost nach circa drei Monaten "halbreif", die Abfälle sind also bereits halb verrottet. In diesem Stadium sollte der Kompost im selben Behälter umgeschichtet oder in eine zweite Kammer umgesetzt werden. So wird der Haufen gut durchlüftet. Zudem verringert sich das Volumen erheblich. Nach etwas sieben weiteren Monaten sind die meisten Bestandteile gut zersetzt.

Der Kompost ist fertig – was nun?

Fertigen Kompost erschnüffelt man am sichersten mit der Nase. Denn der dunkle Humus riecht intensiv nach Waldboden. Vereinzelte noch nicht ganz verrottete Bestandteile können mit einem Kompostsieb herausgefischt und zurück auf den Haufen geworden werden. Die vollständige Kompostierung dauert je nach Jahreszeit, Zusammensetzung und Pflege bis zu zehn Monaten. Auf den Beeten ausgebracht, wird der Humus am besten im Frühjahr. Richtig und komplett abgedeckt kann das "Gold des Gärtners" auch für längere Zeit gelagert werden.

Quellen: utopia.de; mein-schoener-garten.de; ndr.de; gartentipps.com; wurzelwerk.net

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