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Marsmenüs: Raumfahrt kulinarisch

Essen hält Leib und Seele zusammen. Weil das auch für Raumfahrer gilt, hat die Esa französische Spitzenköche engagiert: Sie sollen spezielle Marsmenüs kreieren.

Spitzenköche haben sich im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur Esa schon einmal Gedanken gemacht, was die Astronauten essen könnten, wenn sie einst zum Mars reisen. Einzige Vorgabe der Esa: 40 Prozent der Zutaten mussten aus Landwirtschaft stammen, wie sie auch auf dem Roten Planeten denkbar wäre.

Nach Einschätzung der Esa werden in den marsianischen Gewächshäusern der Zukunft vor allem Reis, Zwiebeln, Tomaten, Soja und Kartoffeln gezogen, daneben Kopfsalat, Spinat, Weizen sowie Spirulina, eine Alge mit sehr hohem Proteingehalt.

Die Köche machten sich an die Arbeit und kreierten insgesamt elf Gerichte. So könnten in Zukunft "Marsianisches Brot und Marmelade aus grünen Tomaten" mit "Spirulina-Gnocchi" oder "Mille-feuille von Kartoffeln und Tomaten" auf der Menüfolge für Raumfahrer stehen.

Ackerbau auf dem Mars

"Wir streben zu Beginn an, 40 Prozent der Astronautennahrung für Expeditionen etwa zum Mars vor Ort herzustellen", sagte Christophe Lasseur, Esa-Korodinator für biologische Lebenserhaltung. "Wenn eine ausreichende Menge an Pflanzen für diese 40 Prozent angebaut wird, erhält man sozusagen als kostenloses Nebenprodukt noch die zum Leben notwendigen Mengen an Sauerstoff und Wasser." Derzeit und sicherlich noch für eine Weile nehmen Raumfahrer ihre gesamte Nahrung von der Erde mit. Das wird bei Langzeitflügen durchs Weltall unmöglich sein.

Gutes Essen solle den Astronauten nicht nur die erforderlichen Nährstoffe bieten, es könne auch "eine psychologische Stütze für die Mannschaft darstellen, die für mehrere Jahre nicht zur Erde zurückkehrt," sagte Lasseur.

Beim Start dabei haben müssen die Langzeitreisenden weiterhin die übrigen Zutaten für die Speisung im Raumschiff: andere Gemüse, Kräuter, Öl sowie Butter, Salz, Pfeffer und Zucker. Von der Esa begonnene Forschungen müssen jetzt noch zeigen, was wirklich auf dem Mars angebaut werden könnte. Dafür bleibt genügend Zeit. Bis zum ersten Mars-Flug dürften noch mindestens zwei Jahrzehnte vergehen.

AP/DPA / AP / DPA
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