Nobelpreisträger James Watson wegen Rassismus entlassen

In den 50er Jahren hat er an der Entschlüsselung der DNA mitgewirkt und dafür 1962 den Nobelpreis für Medizin erhalten. Nun wurde er von einem renommierten Forschungsinstitut entlassen - wegen seiner rassisitischen Äußerungen.

Der amerikanische Nobelpreisträger James Watson ist wegen seiner abfälligen Äußerungen über Schwarze aus der Führung des renommierten Cold Spring Harbor Laboratory entlassen worden. Das in New York ansässige Forschungsinstitut teilte auf seiner Internetseite mit, der Vorstand habe Watson vorerst von seinen "administrativen Aufgaben" entbunden. Auslöser war ein Interview des 79 Jahre alten Wissenschaftlers mit der Londoner "Sunday Times", in dem er Schwarze als weniger intelligent als Weiße bezeichnet hatte.

Das Laboratorium, zu dessen Führung der DNA-Pionier seit 1976 gehörte, hatte sich schon am Mittwoch scharf von den Äußerungen distanziert. Sie entsprächen in keiner Weise den Aufgaben, Zielen und Grundsätzen des Instituts, hieß es in einer Erklärung. Watson brach daraufhin eine Lesereise in Großbritannien ab und flog vorzeitig in die USA zurück.

"Ihre Intelligenz entspricht nicht der unseren"

Der Molekularbiologe, der in den 50er Jahren zur Entschlüsselung der DNA-Struktur beitrug, hatte unter anderem gesagt: "Unsere gesamte Sozialpolitik basiert auf der Tatsache, dass ihre Intelligenz (die der Afrikaner) der unseren entspricht - wobei alle Untersuchungen sagen, das stimmt nicht wirklich." Er hoffe zwar, dass alle gleich seien, "aber wer mit schwarzen Beschäftigten zu tun hat weiß, dass das nicht stimmt".

Die Äußerungen hatten in Großbritannien für Entsetzen gesorgt. Das Londoner Science Museum sagte eine Veranstaltung mit dem Wissenschaftler ab, andere Gastgeber wollten ihn ebenfalls ausladen. Watson war in Großbritannien, um sein neues Buch vorzustellen. Der Forscher hatte 1962 zusammen mit seinen britischen Kollegen Francis Crick und Maurice Wilkins den Nobelpreis für Medizin erhalten.

DPA DPA

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