"Himmelsscheibe von Nebra" Alte Scheibe in neuem Glanz

Die weltweit bekannte 3600 Jahre alte "Himmelsscheibe von Nebra" ist nach ihrer abenteuerlichen Odyssee nun fertig restauriert und in voller Pracht zu bewundern.

Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller präsentierte zum Abschluss der Arbeiten das wiederhergestellte Original des archäologischen Sensationsfundes am Mittwoch erstmals in Halle. Die Bronzescheibe zeigt die älteste bekannte konkrete Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte. Sie wurde im Juli 1999 von zwei Raubgräbern auf dem 252 Meter hohen Mittelberg bei Nebra im Burgenlandkreis entdeckt.

Die Scheibe wird Mittelpunkt von Sachsen-Anhalts Landesausstellung unter dem Motto "Der geschmiedete Himmel - Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren" sein. Dann wird sie im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle der breiten Öffentlichkeit gezeigt (15. Oktober 2004 bis 24. April 2005).

Unschätzbar viel wert

"Die Scheibe ist nicht nur für die Archäologie sondern auch für die Astronomie und Religionsgeschichte ein Schlüsselfund", sagte Meller. Ihr Wert gilt als unschätzbar. Spuren der Raubgräber seien bei der Rekonstruktion nicht verdeckt worden, weil dies auch zur Geschichte der Scheibe gehöre, sagte Meller.

Nach jahrelanger Odyssee waren Teile der Scheibe am 23. Februar 2002 in der Schweiz bei einer fingierten Verkaufsauktion sichergestellt worden. Die beiden Raubgräber wurden wegen Unterschlagung und Hehlerei im September 2003 vom Amtsgericht Naumburg zu Bewährungsstrafen und einer Geldstrafe verurteilt.

Auf der fast kreisrunden Scheibe mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern sind in Gold ein Schiff, dazu Sonne, Vollmond und Sterne abgebildet. Mit Hilfe von zwei Bögen am Rand der Scheibe kann die Winter- und Sommersonnenwende bestimmt werden. Eine Ansammlung von sieben Goldpunkten wurde als Sternenhaufen der Plejaden in einer Konstellation wie vor 3600 Jahren erkannt.

DPA


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