Bär Bruno Zwei Wochen Gnadenfrist


Auf Problembären "Bruno" kommen unruhige Tage zu: Speziell ausgebildete finnische Hunde sollen dem im österreichisch-deutschen Grenzgebiet herum streunenden Tier auf den Pelz rücken.

Schonfrist für Braunbären Bruno: Obwohl der "Problembär" schon etliche Schafe gerissen hat, wird der drohende Abschuss für das "Bruno" oder "JJ1" genannte Tier für die Zeit der Hundesuche zwei Wochen lang ausgesetzt. Wie der Sprecher des bayerischen Umweltministeriums, Roland Eichhorn, am Samstag sagte, werden bis Sonntagabend voraussichtlich vier Jäger und fünf Hunde in München erwartet.

Hunde müssen erst ruhen

"Allerdings werden die Tiere von dem Flug fürchterlich gestresst sein und brauchen zunächst einmal absolute Ruhe", sagte WWF-Sprecherin Susanne Grof. Vor ihrem Einsatz müsse man außerdem zunächst eine neue Spur von "JJ1" haben, wie der meist gesuchte Bär Europas offiziell genannt wird. Ein Spaziergänger hatte den Bären am Freitag zuletzt gesehen und dies der Polizei gemeldet. Aus etwa 150 Metern Entfernung habe der Mann beobachtet, wie "Bruno" einem Wildhasen den Kopf abgebissen habe. Die Reste das Hasens habe der Spaziergänger dann zur Polizei gebracht.

Am Montag soll der Suchtrupp erstmals auf die Pirsch geschickt werden. Die finnischen Bärenfänger werden von einem österreichischen Betäubungsfachmann der Universität Wien und einem Bärenexperten der Universität Freiburg begleitet. Die Kosten für den rund 25 000 Euro teuren Einsatz wollen sich Bayern und Tirol teilen.

Meist gesuchte Bär Europas

Seit Wochen spielt der aus Südtirol stammende "Bruno" mit den Menschen Katz und Maus. Derzeit wird er im Karwendelgebirge vermutet. Nach den Plänen des WWF soll er mit Hilfe der Hunde gestellt, in einer Bärenfalle aus den USA gefangen und anschließend in ein gesichertes Wildgehege gebracht werden.

Für die Suche wurde der Abschuss nach offiziellen Angaben für einen Zeitraum von zunächst zwei Wochen ausgesetzt. Auch wenn das "flüchtige" Raubtier etwa zwei Dutzend Lämmer und einige Hasen gerissen hat, sprach sich eine Mehrheit (69 Prozent) der Deutschen gegen einen Abschuss aus. Eine behördliche Genehmigung für die Fangversuche liegt vor. Zunächst soll lediglich ein Narkosegewehr eingesetzt werden.

Revierinhaber sollen helfen

Der Präsident des Landesjagdverbandes Bayern, Jürgen Vocke, bat unterdessen alle Revierinhaber, das finnische Team zu unterstützen und keine juristischen Hürden aufzubauen. So erlaube es das Jagdgesetz nicht, im Revier eines fremden Jägers ohne dessen Erlaubnis mit der Waffe einem Tier nachzustellen. "Das werden die finnischen Bärenspezialisten aber zwangsläufig tun müssen, wenn sie 'Brunos' Fährte schnell folgen wollen", sagte der CSU-Politiker.

DPA DPA

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