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Verstorbenes Genie Warum China ganz besonders um Stephen Hawking trauert

Verstorbenes Genie: Warum China ganz besonders um Stephen Hawking trauert
Der weltberühmte Astrophysiker Stephen Hawking ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Auf Twitter wird der Tod des Ausnahme-Wissenschaftlers rund um die Welt betrauert. "In liebevoller Erinnerung an Stephen Hawking. Es war eine Ehre ihn bei #BigBangTheory dabeigehabt zu haben." "Er war ein Genie und meine liebste Simsons Figur." "Ich spüre ein großes schwarzes Loch in meinem Herzen." "Seine Theorien haben uns eine Welt erschlossen, die wir und die Welt nun erforschen können." "Schaue in die Sterne, nicht auf deine Füße." "Er hat uns über Jahrzehnte inspiriert und unterhalten." "Ich sitze hier und bin total geschockt über den Tod von Stephen Hawking."
 
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Stephen Hawkings Tod hat viele Menschen auf der Welt bewegt. Besonders betroffen zeigen sich Chinesen vom Ableben des Physik-Genies. Denn Hawking hatte in China eine Art Kultstatus erreicht.

Die Welt trauert um Stephen Hawking - und ein Teil der Welt trauert auf besondere Weise: In China hat der legendäre Physiker zu Lebzeiten Kultstatus erreicht. Entsprechend betroffen reagierten viele Chinesen am Mittwoch, als die Nachricht von seinem Tod die Runde machte. Wissenschaftler, Studenten, der chinesische Staat und sogar Boy-Band-Stars verehrten Hawking wie einen Popstar, wie unter anderem die britische BBC und die "South China Morning Post" berichten.

Demnach genießen Wissenschaftler und Gelehrte ohnehin einen hohes Ansehen in der chinesischen Gesellschaft, die auch Fleiß und eine disziplinierte Arbeitseinstellung in besonderem Maße schätze. Hawking stand für alle diese Eigenschaften wie kaum ein Zweiter. Schließlich hatten Ärzte ihm mit Anfang 20 vorausgesagt, dass er binnen drei Jahren an der Muskelschwäche Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) sterben werde - er lebte noch mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Diagnose. 

Trotz ALS in die Weltspitze der Wissenschaft

Unter den widrigen Bedingungen einer Nervenkrankheit in die Elite der weltweiten wissenschaftliche Forschung aufgestiegen zu sein, machte ihn in China zum Star. Die chinesische Übersetzung seines Buches "Eine kurze Geschichte der Zeit" ist "Quartz" zufolge die zweiterfolgreichste Version von Hawkings Klassiker. Demnach sei lediglich die englische Version öfter verkauft worden. Als er 2006 nach China reiste, zog er die Massen derart an, dass die Staatsmedien seinen Besuch mit dem von Tom Cruise verglichen.

Im Jahr 2016 meldete sich Hawking bei Weibo an, einem chinesischen sozialen Netzwerk, und begrüßte "meine Freunde in China". In kürzester Zeit schlug ihm eine Welle der Begeisterung entgegen. Der BBC zufolge sammelte er innerhalb von Stunden Millionen Follower. Eben dort schrieben nun auch viele Chinesen über ihre große Trauer nach dem Tod des Genies. "Du wirst für immer zum Universum und den Sternen gehören", schrieb etwa ein bekannter chinesischer Boy-Band-Sänger.

"Wir alle bewundern seine Kreativität und seinen Forschergeist trotz seiner schwierigen körperlichen Situation", zitiert die BBC einen chinesischen Universitätsprofessor. "Er war immer sehr freundlich und stets gewillt, auch Laien Physik zu erklären", ergänzt ein weiterer. Die Chinesen seien "sehr dankbar für seine Güte, Zeit in China zu verbringen". Hawking war der "South China Morning Post" zufolge insgesamt dreimal in das Land gereist. Das half offenbar dabei, seinen "Fast-Superstar-Status" zu zementieren, wie es ein Staatsmedium 2006 ausdrückte. 

Stephen Hawking mochte chinesische Frauen

Der Grund für Hawkings Popularität in China liegt wohl auch an seinen eigenen Aussagen über das Land. "Ich mag die chinesische Kultur, das chinesische Essen und mehr als alles andere chinesische Frauen. Sie sind wunderschön." Bei seinem letzten Besuch lobte er die Chinesen zudem dafür, "sehr clever" und "hart arbeitend" zu sein sowie "viel erreicht" zu haben in den Bereichen "Wissenschaft und Technik". Zuletzt äußerte er sich der BBC zufolge auch gelegentlich kritisch zu China, insbesondere zur Entwicklung künstlicher Intelligenz, bei der China weltweit eine der Führungsrollen inne hat. Dabei solle man stets im Auge haben, dass die Technik "uns und unserer Umwelt gut tut".

Auch zu chinesischen Schülern hatte Hawking ein besonderes Verhältnis. Als 2016 die wichtigen jährlichen Universitätsaufnahmeprüfungen anstanden - für viele ein lebensdefinierendes und stressiges Ereignis - schrieb er: "Ob ihr Arzt, Lehrer, Wissenschaftler, Musiker, Ingenieur oder Autor werden wollt, seid furchtlos beim Verfolgen eurer Ziele. Ihr seid die nächste Generation großer Vordenker, die die Zukunft für viele Generationen entscheidend mitbestimmen werden."

Stephen Hawking
fin / fin

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