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Wie bei Hund und Katze Tierische Gemeinsamkeit: Auch Menschen richten ihre Ohren nach Geräuschen aus

Katze wird von Mensch gestreichelt - Studie der Universität des Saarlandes
Nicht nur die eigenen Haustiere, sondern auch der Mensch bewegt seine Ohren, wie Forscher der Universität des Saarlandes feststellten
© Franziska Gabbert / dpa-tmn / DPA
Mensch und Tier sind sich gar nicht so unähnlich: Wie Forscher der Universität des Saarlandes herausfanden, richten auch Menschen ihre Ohren in Richtung interessanter Geräusche aus.

Wenn sie ein interessantes Geräusch wahrnehmen, können viele Tiere wie Hunde, Katzen und einige Affenarten ihre Ohren entsprechend ausrichten, um den Laut besser wahrzunehmen. Wissenschaftler der Universität des Saarlandes haben jetzt herausgefunden, dass auch der Mensch dazu in der Lage ist – ein bisschen zumindest.

Die Muskeln rund um das Ohr werden aktiv, sobald neuartige oder auffällige Reize wahrgenommen werden, wie die Universität des Saarlandes am Montag mitteilte. Die Bewegung spiegelt dabei die Richtung wider, in die der Mensch seine Aufmerksamkeit beim Hören richtet.

Ohrenbewegungen als "neurales Fossil"

Die Ohrbewegungen sind den Angaben nach winzig und in der Regel nicht sichtbar. Um sie nachweisen zu können, haben die Forscher die elektrische Aktivität der Muskeln aufgezeichnet, die die Form der Ohrmuschel verändern oder sie bewegen. Den Versuchspersonen wurden hierzu unter anderem Sensoren auf die Haut geklebt. 

Bei der Fähigkeit handelt es sich laut Neurowissenschaftler und Informatiker Daniel Strauss um eine Art "neurales Fossil", das im Gehirn des Menschen seit etwa 25 Millionen Jahren fortbesteht. Der Mensch habe wahrscheinlich ein Orientierungssystem beibehalten, das die Bewegung seiner Ohrmuscheln zu kontrollieren versucht.

Erkenntnis hilft womöglich bei Entwicklung von Hörgeräten

Von Nutzen sein könnten die Erkenntnisse bei der Entwicklung besserer Hörgeräte, so Strauss. "Diese könnten die Geräusche, die der Träger zu hören versucht, verstärken, während sie die Geräusche, die er zu ignorieren versucht, unterdrücken." Die Funktion der Geräte würde quasi der Hörintention des Nutzers folgen, indem blitzschnell die elektrische Aktivität der Ohrmuskeln erfasst und gedeutet werde. 

Die Studie stammt von einem Forscherteam der Systems Neuroscience & Neurotechnology Unit. Die Gruppe gehört zur Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes und zur Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes.

meh DPA

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